Blasenschwäche bei Frauen mit Verhaltenstherapie behandeln

Jede vierte Frau leidet im Laufe ihres Lebens an einer Blasenschwäche, vor allem im Alter ist Harninkontinenz ein großes Thema. © Tolikoff photography / shutterstock.com

Unter dem Strich lohnt sich bei Blasenschwäche bei Frauen die Verhaltenstherapie mit Blasentraining, Kräftigung des Beckenbodens sowie Entspannungsübungen.

Bei Blasenschwäche ist alles besser als Nichtstun, jedenfalls lohnt sich eine Verhaltenstherapie. Dazu zählen zum Beispiel Blasentraining, Kräftigung des Beckenbodens und Entspannungsübungen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Übersichtsarbeit zur Behandlung der Blasenschwäche bei Frauen.

Im Grunde genommen ist die Blasenschwäche (Harninkontinenz) jedenfalls kein Einzelschicksal. Man spricht eher von einer Volkskrankheit. Wobei deutlich mehr Frauen an einem unfreiwilligen Harnverlust, einem Tabuthema, leiden. Denn aufgrund eines falschen Schamgefühls leiden viele betroffene Patientinnen heimlich darunter.

 

Frauen ist Blasenschwäche weit verbreitet

Unter Frauen ist Blasenschwäche weit verbreitet, insbesondere während oder kurz nach der Schwangerschaft sowie im höheren Alter. Dennoch ist Inkontinenz kein unausweichliches Schicksal, sondern lässt sich durchaus erfolgreich behandeln. Das ist die erste wichtige Botschaft der Autoren einer Übersichtsarbeit, die 84 Studien zur Behandlung der weiblichen Blasenschwäche unter die Lupe genommen hat.

In den allermeisten Studien erzielte die jeweilige Therapie bessere Ergebnisse als gar keine Behandlung. Die zweite, vielleicht noch interessantere Erkenntnis: Eine Verhaltenstherapie führt immer zu einer Linderung oder sogar zum Abklingen der Symptome. Ob allein oder als Ergänzung zu Medikamenten ist sie einer Behandlung nur mit Medikamenten stets überlegen.

 

Der Begriff Verhaltenstherapie klingt komplizierter, als die Sache ist

Hinter dem etwas abschreckenden Begriff Verhaltenstherapie verbergen sich Maßnahmen, die den Beckenboden stärken, entspannend wirken oder das Gefühl für den Harndrang verbessern sollen. Je nach Form der Blasenschwäche werden zum Beispiel Yoga oder Achtsamkeitstraining, Beckenbodengymnastik, Blasen- und Toilettentraining eingesetzt.

Für Frauen mit Übergewicht lohnt es sich außerdem, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen und etwas abzunehmen. Bei der Belastungsinkontinenz, die von einem geschwächten Beckenbodenmuskel herrührt, reichen solche Maßnahmen mitunter schon aus.

Patientinnen mit überaktiver Blase oder einer Mischform der Blasenschwäche profitieren meist von einer Kombination aus Verhaltensänderungen und blasenentspannenden Medikamenten.

Quelle: Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V.

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