Bei Blasenkrebs Weiße Blutkörperchen als Biomarker für Therapie und Überleben

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Zukünftig sollen bei Blasenkrebs Weiße Blutkörperchen als Biomarker dienen, um den Therapieerfolg und das Überleben der Patienten vorherzusagen.

Das sogenannte Muskel-invasives Blasenkarzinom (MIBC) macht etwa zwei Drittel der invasiven Urothel-Blasenkarzinome (UBC) aus. Die Morbidität und die Mortalität sind dabei sehr hoch, wobei Männer dreimal häufiger betroffen sind als Frauen. Einerseits konnte man die Behandlung und die Therapieerfolge der Patienten verbessern. Andererseits erleben zwei Drittel der Patienten innerhalb von 5 Jahren ein Rezidiv oder einen Krankheitsverlauf. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat nun herausgefunden, dass man Bei Blasenkrebs Weiße Blutkörperchen analysieren kann, um den Therapieerfolg und das Überleben der Patienten durch die Bestimmung der weißen Blutkörperchen vorherzusagen.

 

Weiße Blutkörperchen geben Auskunft über Therapieerfolg

Im Fokus der Forschung stehen die stromalen tumorinfiltrierenden Lymphozyten (sTIL),. Diese Lymphozyten sollen als einfacher morphologischer Parameter und als Biomarker eingesetzt werden. Denn ihre Menge und räumliche Verteilung innerhalb des Tumor-Immun-Milieus erlauben Prognosen über die Stadien der Tumorentzündung und Tumorsubtypen. Damit helfen sie auch bei der Personalisierung der Patiententherapie.

 

Stromale tumorinfiltrierende Lymphozyten als Biomarker

Die Forscher haben gezeigt, dass die Menge und räumliche Verteilung der stromalen tumorinfiltrierenden Lymphozyten (sTIL) innerhalb des Tumorimmunmilieus (TIME) Stadien der Tumorentzündung und folglich das Patientenüberleben  vorhersagen können. Dazu analysierten sie die Daten von 542 Patienten mit korrelieren MIBC.

Hohe stromale tumorinfiltrierende Lymphozyten zeigten einen entzündeten Subtyp mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 80% an. Weiter identifizierte ein Mangel an Immuninfiltraten einen nicht entzündeten Subtyp mit einer Überlebensrate von weniger als 25%.

Ein separater, dem Immunsystem ausweichender Phänotyp mit hochregulierten Immunkontrollpunkten ging mit einem schlechten Überleben einher.

Innerhalb der TIME befinden sich tertiäre lymphoide Strukturen (TLS), die über Immunzellen die Antitumoraktivität vermitteln können. Hohe TLS-Mengen und geringer Tumorabstand korrelierten signifikant mit einem entzündeten Phänotyp und einem günstigen Überleben. D

Die nicht entzündeten Phänotypen und Ausweichphänotypen zeigten die niedrigsten TLS-Zahlen, die geringsten Tumorabstände und das kürzeste Überleben.

Eine hohe Entzündung korrelierte auch mit einer erhöhten Neoantigenlast und Mutationsbelastung.

Wenn die Patienten eine adjuvante Chemotherapie erhielten, dann war die günstige Prognose mit hohen sTIL abhängig.

 

Bestimmung von sTILs und Tumorsubtypen kann Therapieerfolg und Überleben vorhersagen

Unter dem Strich kann die Bestimmung von sTILs und Tumorsubtypen den Therapieerfolg und das Überleben des Patienten analysieren. Dazu muss man die Tatsache berücksichtigen, dass man sTILs mithilfe einfacher morphologischer Parameter wie Hämatoxylin und Eosin leicht quantifizieren kann. Somit können stromale tumorinfiltrierende Lymphozyten zukünftig dabei helfen, das Überleben des Patienten routinemäßig vorherzusagen.

Literatur:

Pfannstiel et al. The Tumor Immune Microenvironment Drives a Prognostic Relevance That Correlates with Bladder Cancer Subtypes. Cancer Immunology Research. June 2019. DOI: 10.1158/2326-6066.CIR-18-0758

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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