Blasenkrebs behandeln und kurieren

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Mit einer Ersatzblase Blasenkrebs behandeln zählt zu den großen medizinischen Fortschritten in der Urologie. Manche Patienten können so annähernd normal leben.

Blasenkrebs ist der zweithäufigste urologische Tumor, der trotz steigender Erkrankungszahlen in der Öffentlichkeit zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Deswegen ist auch über Risikofaktoren und Behandlung von Harnblasenkarzinom – so wird die Krebserkrankung auch bezeichnet – noch zu wenig bekannt.

 

Blut im Urin als Anzeichen für Blasenkrebs

Betroffene ignorieren sehr gerne eine zeitlang Blut im Urin. Wenngleich das Symptom die Betroffenen verunsichert, wird eine Arztkonsultation häufig hinausgeschoben. Frauen denken oft an eine unregelmäßige Blutung. Doch Blut im Urin kann ein Anzeichen für Blasenkrebs sein. Ein Urintest beim Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen nebst Ultraschalluntersuchung bringt Gewissheit, ob ein Blasenkrebs vorliegt.

Harnblasenkrebs liegt an vierter Stelle der Krebserkrankungen bei Männern, an achter Stelle bei Frauen, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen als sind Männer. Grund könnte der Tabakkonsum – dem größten Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs – sein, da immer mehr Frauen, und weniger Männer rauchen.

Auch bestimmte Chemikalien wie aromatische Amine, die beim Haare färben vorkommen, zählen zu den Risikofaktoren, wodurch wiederum Frauen viel häufiger betroffen sind. Wie erwähnt sind Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen mögliche Symptome, die allerdings auch bei harmlosen Harnwegsinfekten – allerdings nur für einen kurzen Zeitrau – auftreten können.

 

Blasenkrebs behandeln und heilen

Die Heilungschancen hängen bei Blasenkrebs sehr stark davon ab, in welchem Stadium man den Krebs entdeckt. In den meisten Fällen handelt es sich um oberflächliche Karzinome, die auf die Blasenschleimhaut beschränkt sind. Diese kann der Spezialist dann normalerweise bei einer Blasenspiegelung durch die Harnröhre entfernen.

Wenn allerdings die Krebsgeschwülste bereits tief in die Blasenwand eingedrungen sind, spricht man von einem fortgeschritteneren Stadium. Dann kann es passieren, dass man die Harnblase entfernen und eine Harnableitung bilden muss. Abhängig vom Tumorstadium kann zusätzlich eine Chemotherapie notwendig sein, um effektiv Blasenkrebs behandeln zu können. Ob eine künstliche Harnableitung mit einem äußerlich liegenden Auffangbeutel, der den abfließenden Urin auffängt, oder eine Ersatzblase gemacht wird, entscheidet sich meist erst während der Operation, die um die sieben Stunden dauern kann.

 

Die Ersatzblase Neoblase

Mit einer Ersatzblase Blasenkrebs behandeln zählt zu den großen medizinischen Fortschritten in der Urologie. Dabei bilden Spezialisten erstens aus Teilen des Dünndarms diese Ersatzblase. Diese platzieren sie dann an der Stelle des natürlichen Organs, wo sie infolge dessen Funktion übernimmt. Die Ersatzblase hat eine ähnliche Kapazität und wird an die Harnröhre angeschlossen. Dabei muss sich der körpereigene Darm zur Bildung einer neuen Blase eignen, der Tumor darf nicht an der Harnröhre lokalisiert sein.

Professor Richard Hautmann aus Ulm entwickelte in den 1980-er Jahren diese sogenannte orthotope Neoblase. Die Methode gilt bis heute in den großen deutschen und österreichischen Kliniken sowie in den USA als Therapieverfahren der Wahl. Ende der 90er Jahre entwickelte Professor Hautmann die Methode weiter, so dass sie heute auch für Frauen geeignet ist.

Anders als bei der klassischen Ableitung durch ein Conduit mit einem Auffangbeutel für den Urin können wir bei etwa 70 Prozent der Patienten mit fortgeschrittenem Harnblasenkarzinom dank der Hautmann-Blase heute ein hohes Maß an Lebensqualität und körperlicher Integrität erhalten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) https://www.urologenportal.de/

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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