Muskelsucht, Bigorexia, Muskeldysmorphie: gestörte Körperwahrnehmung

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Die Muskelsucht wird auch als Bigorexia oder Muskeldysmorphie bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine gestörte Körperwahrnehmung vorwiegend bei Männern.

Einer von 10 Männern, die in Großbritannien in Fitnesscentern trainieren könnten an einer wenig bekannten Störung der eigenen Körperwahrnehmung leiden. Wobei Experten vermuten, dass es sich im deutschsprachigen Raum ähnlich verhält. Man spricht von der Muskelsucht, fachlich auch Bigorexia Muskeldysmorphie – Muskelsucht leiden, was zu Depressionen, Steroid-Missbrauch und Selbstmord führen kann.



 

Wann spricht man von Muskelsucht? Was ist Bigorexia bzw. Muskeldysmorphie?

Die Krankheit wird formal als Muskeldysmorphie bezeichnet. Man versteht darunter eine Angststörung, die auftritt, wenn jemand sich selbst als klein empfindet obwohl er tatsächlich groß und muskulös ist. Manchmal wird es auch als das Gegenteil von Anorexia beschrieben.

Rob Wilson, Vorsitzender der Body Dysmorphic Disorder Foundation, sagte unlängst in einem BBC-Interview: „Muskeldysmorphie ist die fixe Idee, dass man nicht groß genug, nicht muskulös genug ist“. Anzeichen von Muskelsucht können zwanghaftes Trainieren unter Vernachlässigung von Familie und Freunden sein. Ebenso wie ein übertriebener Körperkult vor dem Spiegel und/oder Missbrauch von Anabolika, Steroiden, Nahrungsergänzungsmitteln und Protein-Shakes.

 

Wie viele Menschen sind von Muskeldysmorphie betroffen?

Nach Wilson können etwa 10 Prozent der Männer in einem Fitnesscenter an Muskeldysmorphie bzw. Bigorexia leiden. Viele Fälle werden gar nicht diagnostiziert, weil es zu wenig Bewusstsein für die Erkrankung gibt. Es gibt Abertausende, die sich übertrieben um ihr Aussehen sorgen. Sie haben ein sehr geringes Selbstwertgefühl und sind auch sonst sehr ängstlich und sehr besorgt. Manchmal sind diese Männer sehr deprimiert und hoffnungslos, was sogar zum Selbstmord führen kann.

 

Was sind die Ursachen einer Muskelsucht?

Obwohl die Ursachen noch weitgehend unerforscht sind, vermutet das NHS (National Health Service, Nationaler Gesundheitsdienst), Bigorexia könnte eine genetische Erkrankung sein oder auch durch eine chemische Entgleisung im Gehirn verursacht werden. Auch schlimme Lebenserfahrungen können ein Faktor sein. Muskeldysmorphie kann bei Männern, die in ihrer Jugend gehänselt, gemobbt oder missbraucht wurden, häufiger auftreten. Wilson meint auch, dass eine Muskeldysmorphie dann häufiger auftritt, wenn Männer dazu konditioniert wurden, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten, um als erfolgreich, leistungsfähig und attraktiv zu gelten. Man erkennt einen zunehmenden Druck auf Männer, muskulös zu erscheinen – mit einem V-förmigen Oberkörper und einem Six-Pack.

Mehrere Behandlungsmethoden bei Muskeldysmorphie stehen zur Verfügung:

  • Kognitive Verhaltenstherapien (CBT) oder medikamentös: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • Wenn sich die Symptome nicht bessern, können Antidepressiva verschrieben werden.




Weiterführende Informationen zu Bigorexia, Muskeldysmorphie, Muskelsucht:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/?term=Muscle+Dysmorphia

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Bigorexia

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