Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel

Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel tritt recht häufig auf. © chubphong | shutterstock.com

Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel tritt recht häufig auf. © chubphong | shutterstock.com

Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel wird an Patienten mit Schwindelbeschwerden recht häufig beobachtet, obwohl es kaum bekannt ist.

Das Krankheitsbild Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel wird an Patienten mit Schwindelbeschwerden relativ häufig beobachtet, wobei Personen aller Altersgruppen betroffen sein können. Unter dem Strich beschreibt Schwindel das Gefühl einer Bewegung, eine Wahrnehmung von Bewegung, obwohl es keine gibt. Es ist ein Gefühl des Schwankens, Kippens, Drehens oder des Gefühls der Unausgeglichenheit. Dies empfinden einige Menschen als Selbstbewegung, andere empfinden es als Bewegung der Umgebung. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Beschreibungen der Schwindelerfahrung spricht man häufig vom Überbegriff „Schwindel“, der eine sehr häufige Beschwerde darstellt und jährlich über Millionen Notaufnahmen verursacht.



Im Grunde genommen führt Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel bei Patienten zu Schwindelanfälle, die über wenige Sekunden bis Minuten andauern können. Die Betroffenen klagen nach genauerem Nachfragen über einen heftigen Drehschwindel in Zusammenhang mit einem Lagewechsel im Bett.


Gefährliche Erkrankungen mit Schwindel als Symptom


Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel – Drehschwindel wir oft mit Schlaganfall verwechselt

Oft wacht der Patient mitten in der Nacht durch das Erstauftreten der Beschwerden auf und vermutet in einer ersten Reaktion, dass er einen Schlaganfall erlitten hat. Bei Seitenlage und Aufrichten beschreibt der Betroffene einen nach ­kurzer Latenz auftretenden, zunehmenden und danach abnehmenden heftigen Drehschwindel.

Die gleichzeitige Beobachtung eines rotatorischen Nystagmus zum betroffenen Ohr mittels der Frenzelbrille beweist das Vorliegen von einem gutartigen paroxysmalen Lagerungsschwindel, wobei meistens die Beschwerden nach einigen Wochen von selbst wieder verschwinden. Es kann jedoch vorkommen, dass Monate oder Jahre später der Drehschwindel für geraume Zeit wieder auftritt.

 

Therapie

Tatsächlich ist eine Behandlung mit Medikamenten nicht notwendig. Allerdings ist es sinnvoll, durch mehrmaliges, absichtliches Auslösen des Schwindels den Reflex zu ermüden, um dann beispielsweise ungestört ­einschlafen zu können. Prinzipiell kennt die Wissenschaft verschiedene Befreiungsmanöver, die alle bei richtiger Anwendung die Beschwerden lindern.

 

Ursachen und Auslöser

Grundsätzlich nimmt man nimmt, dass der Lagerungsschwindel durch ein abgesprengtes Kristallteilchen der Macula ausgelöst wird. Dadurch kommt es bei entsprechenden Kopfbewegungen im Innenohr zu Beschwerden.

Warum es zum Loslösen eines Kriställchens kommt, ist in den meisten Fällen nicht zu ermitteln. Deswegen tritt gelegentlich jedoch der Lagerungsschwindel nach Unfällen auf, die zu ­einer Erschütterung des Kopfes geführt haben.

Letztendlich ist Benigner paroxysmaler ­Lagerungsschwindel eigentlich eine harmlose, wenn auch zuweilen unangenehme Erkrankung. Generell werden die meisten Patienten mit Gleichgewichtsbeschwerden dem Neurologen zugewiesen.

Wenn aber eine zusätzliche Symptomatik besteht, sollten insbesondere auch ein Augenarzt, ein Psychiater sowie ein Internist in die Diagnostik miteinbezogen werden.

Prinzipiell stellt das Symptom Schwindel trotz modernster Diagnostik weiterhin als ­interessante interdisziplinäre Herausforderung dar.


Literatur:

Renata Palmeri; Anil Kumar. Benign Paroxysmal Positional Vertigo (BPPV). StatPearls [Internet]. Last Update: August 26, 2019.

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