Benigne Prostatahyperplasie mit Brennesselwurzel behandeln

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Brennesselwurzel wird zur symptomatischen Behandlung bei BPH – benigne Prostatahyperplasie – im Stadium I bis II und traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt.

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine der häufigsten Erkrankungen im fortgeschrittenen Lebensalter des Mannes. Mehr als die Hälfte bzw. bereits ein Viertel der 40- bis 50-Jährigen ist davon betroffen. Die Vergrößerung der Prostata führt jedoch nur bei einem Teil (30-40 %) zu Beschwerden der Blasenfunktion. Diese Beschwerden sind in der Anfangsphase typische Miktionsstörungen wie abgeschwächter Harnstrahl, verlängerte Miktion, erhöhter nächtlicher Harndrang, Nachträufeln und Restharn, später kommen Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Restharngefühl hinzu. Zudem liegt bei den meisten eine Begleitentzündung der Prostata bzw. Blase vor. Verschiedene Heilpflanzen wie die Brennesselwurzel spielen hier in der Behandlung eine wichtige Rolle.

 

Benigne Prostatahyperplasie und Arzneipflanzen

Arzneipflanzen wie der Brennesselwurzel kommen im ersten und zweiten Stadium der BPH (bei leichter bis mittlerer Symptomatik) eine große Bedeutung zu, da sie eine Verschlechterung der Beschwerden oft verhindern können. Ein weiterer Vorteil liegt in ihrer guten Verträglichkeit und Compliance. Eine Therapie mit Phytopharmaka kann die anatomische Vergrößerung beim Prostata-Adenom nicht real verringern, wohl aber vorbeugen und Miktionsbeschwerden verbessern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sollten jedoch unbedingt beibehalten werden.

Früher wurde bei Phyto-Urologika ausschließlich von diuretisch wirkenden Arzneipflanzen gesprochen. Pharmakognostisch ist dieser Begriff jedoch nicht mehr zeitgemäß, da durch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse bestimmten Arzneipflanzen eine Reihe von verschiedenen Wirkungen (diuretisch, prostatotrop, spasmolytisch, entzündungshemmend, immundodulatorisch) zuzuschreiben sind. Insbesondere bei entzündlichen Prostata- und Blasenbeschwerden sind ergänzende Kombinationen von prostatotropen Wirkstoffen mit spasmolytisch-antiphlogistisch-diuretisch wirkenden Arzneipflanzen sinnvoll.

 

Benigne Prostatahyperplasie und Brennesselwurzel

Die Brennesselwurzel (Urticae radix) wird gemäß den Arzneipflanzenmonographien von ESCOP und Kommission E zur symptomatischen Behandlung bei benigner Prostatahyperplasie Stadium I bis II (BPH) und traditionell bei Harnwegsinfekten eingesetzt. Mit mittelpolaren Brennesselwurzel-Trockenextrakten (z. B. Auszugsmittel Ethanol) konnte ein wachstumshemmender Effekt sowie harnflussteigernde, entzündungshemmende und immunmodulatorische Wirkungen bei verschiedenen BPH-Modellen nachgewiesen werden.

Die Wirkstoffe und Wirkungen bezüglich der prostatotropen Aktivität sind noch weitgehend unbekannt. Diskutiert werden Eingriffe in den Hormonstoffwechsel wie Sexualhormonbindende-Globulin-System (SHBG), Hemmung der 5-a-Reduktase und Aromatase sowie Lignane als eine mögliche Wirkstoffgruppe.

Als Wirkmechanismen werden eine reduzierte Bindungkapazität des SHBG für Testosteron und Dihydrotestosteron an seinen Prostatamembranrezeptor angesehen. Ebenso werden durch die Hemmung der 5-a-Reduktase Dihydrotestosteron (DHT) und sein Metabolit Androstendion vermindert gebildet.

Diese sind wesentliche hormonelle Faktoren bei der Ausbildung einer Prostatahyperplasie, da sie das Wachstum des Drüsenepithels und der Stromazellen fördern. Eine anabole Stärkung der Blasenmuskulatur wird durch Inhibition der Aromatase vermutet, welche die Umwandlung von Testosteron in 17-b-Östradiol katalysiert .

Es ist noch nicht abgeklärt, welche Rolle bei der Besserung der Miktionsbeschwerden die antiphlogistisch und T-Lymphozyten stimulierenden Inhaltsstoffe Scopoletin, Lectine und Polysaccharide spielen.

Brennesselwurzel-Tee

Ein bis zwei Teelöffel Brennnesselwurzel  mit einer Tasse kaltem Wasser übergießen und aufkochen lassen. Nach einer einer Minute kochen soll man de Brennesselwurzel-Tee noch 10 Minuten lang stehen lassen und nach dem Absieben trinken.

Der Brennesselwurzel-Tee sollte bis zu 10-mal täglich getrunken werden.

 

Sicherheitsaspekte der Brennesselwurzel

In klinischen Daten wurden Anwendungen mit Brennesselwurzel-Extrakten bis zu 6 Monaten – in einigen Fällen bis 2 Jahren – ohne spezifische Nebenwirkungen beschrieben. Trotzdem sollten entsprechende Präparate oder Teezubereitungen nicht dauerhaft bzw. ohne Unterbrechung angewendet werden.

Als vorbeugenden Langzeittherapie stehen für Männer ab 40 Jahren sowie unterstützenden Dauerbehandlung einer Prostatahyperplasie können andere pflanzliche Alternativen wie Kürbiskerne empfohlen werden.

Weitere Informationen:

Benigne Prostatahyperplasie mit Brennesselwurzel therapieren. MEDMIX 08-2007

http://www.awl.ch/heilpflanzen/urtica_dioica/brennessel.htm

http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Herbal_-_HMPC_assessment_report/2011/10/WC500116811.pdf

http://apps.who.int/medicinedocs/en/d/Js4927e/31.html

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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