Biologika-Therapie bei rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und axialer Spondyloarthritis

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Individuelle Voraussetzungen, unterschiedliche Krankheitsverläufe und Begleiterkrankungen bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind Herausforderungen bei der Biologika-Therapie.

Individuelle Voraussetzungen, unterschiedliche Krankheitsverläufe und Komorbiditäten bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stellen den behandelnden Arzt häufig vor Herausforderungen, wenn es um die Wahl der adäquaten Therapie geht – beispielsweise leidet jeder achte Patient mit rheumatoider Arthritis an Komorbiditäten. In Hinblick auf praxisrelevante Aspekte der Biologika-Therapie konnte für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsA) oder axialer Spondyloarthritis (SpA) mittlerweile gezeigt werden, dass eine Biologika-Therapie auch bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko oder bei Malignomen in der Anamnese möglich sein kann. Im Hinblick auf das Behandlungsschema unterstreichen jüngste Studiendaten den Wert der Kombination MTX mit TNF-alpha-Blockern für die Therapie rheumatoider Arthritis. Wie die CONCERTO-Studie belegt, können bei gemeinsamer Gabe mit einem Biologikum 10 mg MTX bereits ausreichen – wodurch eine flexiblere Therapiegestaltung möglich wird.

Krankheitsaktivität und Glukokortikoide beeinflussen Infektionsrisiko

Die mittlerweile umfangreiche Datenlage für die Biologika-Therapie ist ermutigend. So ist belegt, dass bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter TNF-Blocker-Therapie insbesondere die Krankheitsaktivität und die Glukokortikoide-Dosis den entscheidenden Einfluss auf das Infektionsrisiko haben. Gelingt es daher bei Patienten mit Vorliegen eines Risikofaktors für Infektionen* die Glukokortikoide-Dosis von (7,5) bis 14 mg/d auf unter 7,5 mg/d zu reduzieren, kann das Infektionsrisiko um die Hälfte gesenkt werden.

Wichtig ist die effektive Senkung der Krankheitsaktivität nebst Reduktion der Anwendung von Glukokortikoiden. Ergänzend zur Einschätzung des behandelnden Arztes kann das individuelle Infektionsrisiko des Patienten mit Hilfe des im Internet verfügbaren RABBIT-Risiko-Score-Rechners abgeschätzt werden.

Auch Malignome in der Anamnese seien nicht automatisch ein Ausschlusskriterium für eine Behandlung mit TNF-alpha-Blockern, stellte Krause klar. So existierten derzeit keine Hinweise auf ein erhöhtes Rezidivrisiko unter Biologika-Therapie. Zudem erhöht häufig bereits das Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung per se das Risiko für bestimmte maligne Erkrankungen. Die derzeit verfügbaren Daten zu rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und axiale Spondyloarthritis lassen kein bzw. ein nur geringfügig erhöhtes Malignomrisiko im Rahmen einer TNF-alpha-Blocker-Therapie ableiten.

Kombinationstherapie trotz MTX-Unverträglichkeit bei rheumatoider Arthritis

Patienten mit rheumatoider Arthritis, die MTX nicht gut vertragen, stellen die Behandler immer wieder vor Herausforderungen. Das gilt nicht nur für die MTX-Monotherapie, sondern auch für die Kombinationstherapie aus Biologikum und MTX. Denn auch wenn für einige Biologika eine Zulassung für die Monotherapie existiert, wird in den Leitlinien zur Behandlung rheumatoider Arthritis die gemeinsame Gabe mit MTX empfohlen. Eine kürzlich publizierte Auswertung des dänischen Biologika-Registers DANBIO zeigt beispielsweise einen limitierten Erfolg der Monotherapie bei rheumatoider Arthritis mit TNF-alpha-Blockern. Patienten unter Kombinationstherapie schneiden deutlich besser ab.

Frühe Therapieeskalation bei hoher Krankheitsaktivität und ungünstigen Prognosefaktoren

Bei nicht zufriedenstellendem Therapieerfolg mit einer MTX-Monotherapie kann bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis unter bestimmten Voraussetzungen sofort auf die Kombination mit einem Biologikum eskaliert werden. Gemäß den aktuellen Leitlinien der European League against Rheumatism (EULAR) sind die nötigen Voraussetzungen dann gegeben, wenn eine hohe Krankheitsaktivität, insbesondere in Verbindung mit ungünstigen Prognosefaktoren, vorliegt. Das ermöglicht es, bei Patienten mit hohem Leidensdruck eine rasche Therapieeskalation vorzunehmen und die Krankheitsaktivität schnellstmöglich einzudämmen.

* Risikofaktoren: Alter > 60 Jahre, COPD, chronische Niereninsuffizienz, vorangegangene Therapieabbrüche; bei Vorliegen von drei Risikofaktoren: zwei der genannten plus schwere Infektionen in der Anamnese

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MEDMIX Online-Redaktion

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