Aktive Babys mit viel Bauchzeit schlafen nachts besser

Assistenzprofessorin Janet Hauck von der Michigan State University empfiehlt ausreichend Bauchzeit für Babys. © Michigan State University

Assistenzprofessorin Janet Hauck von der Michigan State University empfiehlt ausreichend Bauchzeit für Babys. © Michigan State University

Tagsüber aktivere Babys schlafen nachts besser und haben ein geringeres Adipositasrisiko. Für mehr Aktivität sollte ein Baby täglich auch ausreichend viel Bauchzeit verbringen.

Aktuelle Untersuchungen unterstellen, dass tagsüber weniger aktive Babys auch insgesamt weniger Schlaf bekommen. Zusätzlich schlafen sie auch nachts weniger. US-Forscher empfehlen daher frisch gebackenen Eltern, diese Forschungsergebnisse mitzubedenken, um mögliche Lösungen gegen lange schlaflose Nächte zu finden. Eine dieser Erkenntnisse unterstreicht die Bedeutung der Bauchzeit für das Baby und seine Entwicklung.

 

Babys, die tagsüber mehr schlafen, finden insgesamt weniger Schlaf

Das Nickerchen tagsüber scheint grundsätzlich wenig Vorteile zu bringen. Tatsächlich konnten die US-Forscher zeigen, dass Babys, die nachts weniger und am Tag mehr schliefen, insgesamt weniger Schlaf fanden. Hingegen konnten jene Babys, die nachts mehr schliefen, insgesamt wesentlich mehr Schlafeinheiten genießen.

Darüber hinaus wogen die Babys, die nachts weniger Schlaf bekamen, je nach Länge auch deutlich mehr. Deswegen vermuten die Wissenschaftler auch, dass sie ein potenziell höheres Risiko haben, frühzeitig eine Adipositas zu entwickeln.

„Wir wissen, dass sich körperliche Aktivität und Schlaf gegenseitig beeinflussen und sind stark mit dem Wachstum von älteren Kindern und Erwachsenen verbunden“, erklärte Janet Hauck, Assistenzprofessorin für Kinesiologie, die sich auf die Forschung von motorischen Interventionen für Kinder spezialisiert hat. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Verbindung bereits im Säuglingsalter, einer kritischen Entwicklungsphase, entstehen könnte.“

 

Bedeutung der Bauchzeit

Haucks Forschung konzentriert sich auf Auswirkungen der körperlicher Aktivität – wie beispielsweise auch der Bauchzeit –, wenn Babys wachsen und sich entwickeln. Die Bauchzeit scheint genau jene Zeit zu sein, in der Babys auf dem Bauch positioniert sind und verschiedene Motivationen entwickeln, während sie dabei überwacht werden.

„Es gibt zwar noch keine Beweise dafür, dass die Bauchzeit den Schlaf direkt beeinflusst. Sie erhöht jedoch die körperliche Aktivität und fördert somit die gesunde Gewichtszunahme“, sagte Hauck. „Eltern, die das Gefühl haben, dass ihr Baby nicht genug schläft, könnten tagsüber mehr Bauchzeit einführen, um die körperliche Aktivität ihres Babys zu steigern.“

 

Mehrmals täglich Bauchzeit für das Baby empfohlen

Die vorliegende Studie analysierte 22 gesunde, sechs Monate alte Babys. Dementsprechend überwachten die Forscher die körperliche Aktivität und den Schlaf über 24 Stunden. zusätzlich wurden auch Gewicht und Länge gemessen.

„Babys, die in den 24 Stunden insgesamt weniger geschlafen hatten und am wenigsten Nachtschlaf hatten, aßen in der Nacht auch mehr und waren tagsüber deutlich weniger aktiv“, sagte Hauck. Die Wissenschaftlerin wies auch darauf hin, dass Babys, die länger als 12 Stunden pro Tag schliefen, ein wesentlich besseres Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße hatten als diejenigen Babys, die weniger als 12 Stunden pro Tag schliefen und letztendlich auch mehr Körpergewicht hatten.

Eltern sollten dementsprechend auf 12 Stunden und mehr täglichen Schlaf achten, indem sie eine Schlafenszeit-Routine erstellen, empfiehlt Hauck. „Während das Kind wach ist, sollten die Eltern seine körperliche Aktivität fördern. Dazu gehört auch mehrmals täglich die Bauchzeit, die zu überwachen ist.“

Denn es ist dabei von Bedeutung, dass die Bauchzeit der Babys zu überwacht wird beziehungsweise dass Eltern sich selbst aktiv einbringen.

Schließlich ist die Bauchzeit zwar sehr wichtig. Es ist allerdings keine gute Idee, das Baby zum Schlafen auf den Bauch zu legen. Denn das Schlafen in der Bauchlage ist ein signifikanter Risikofaktor für einen plötzlichen Kindstod (SIDS).


Literatur:

St Laurent CW, Burkart S, Rodheim K, Marcotte R, Spencer RMC. Cross-Sectional Associations of 24-Hour Sedentary Time, Physical Activity, and Sleep Duration Compositions with Sleep Quality and Habits in Preschoolers. Int J Environ Res Public Health. 2020 Sep 29;17(19):7148. doi: 10.3390/ijerph17197148. PMID: 33003598; PMCID: PMC7579350.

Hauck JL, Zott GR, Felzer-Kim IT, Adkins CM. A comparison of low-intensity physical activity, growth, and sleep behavior in 6-month old infants. Infant Behav Dev. 2018 Nov;53:18-24. doi: 10.1016/j.infbeh.2018.09.013. Epub 2018 Oct 31. PMID: 30388466.

Kuzik N, Carson V. The association between physical activity, sedentary behavior, sleep, and body mass index z-scores in different settings among toddlers and preschoolers. BMC Pediatr. 2016 Jul 20;16:100. doi: 10.1186/s12887-016-0642-6. PMID: 27439395; PMCID: PMC4972189.


Quelle:

Michigan State University: BABY UP AT NIGHT? INACTIVITY MAY BE A CULPRIT.
https://msutoday.msu.edu/news/2018/baby-up-at-night-inactivity-may-be-a-culprit/

Die mobile Version verlassen