Durch Stress und Angst: Bauchschmerzen haben oft psychische Ursachen

Angst, Stress, Traumata und depressive Störungen zählen zu den psychischen Ursachen für Bauchschmerzen. © fizkes / shutterstock.com

Angst, Stress, Traumata und depressive Störungen zählen zu den psychischen Ursachen für Bauchschmerzen. © fizkes / shutterstock.com

Bauchschmerzen sind häufig und können oft durch psychische Ursachen wie Stress und Angst entstehen. Oft verschwinden die Beschwerden aber nach relativ kurzer Zeit ohne Behandlung.

Im Grunde genommen können Bauchschmerzen Beschwerden auf verschiedene Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, der Nieren und Harnwege sowie anderer Organe hinweisen. Auch seltene Milzerkrankungen gelten manchmal als Auslöser. Durch Menstruationen verursachte Bauchschmerzen treten wiederum zyklusabhängig auf. Statt organischer Auslöser können aber auch psychische Ursachen zu Bauchschmerzen führen, vor allem sind das Stress und Angst, aber auch traumatische Erlebnisse und depressive Störungen. Übrigens bezeichnet man Bauchschmerzen auch als Abdominalschmerzen.

Eine aktuelle US-Analyse zu digitalen Online-Symptombewertungen mittels künstlicher Intelligenz ergab übrigens, dass Bauchschmerzen das häufigste Anfangssymptom war. Der Anteil der Frauen in der Analyse lag allerdings bei 70%.

Wenn bei Menschen, vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen, jedenfalls immer wieder eine solche Sensibilität beziehungsweise Empfindlichkeit im Magen-Darm-Trakt auftritt, dann leiden die Betroffenen häufig an einem Reizdarm oder Reizmagen.

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten und zugleich auch am wenigsten bekannten Erkrankungen der westlichen Welt. Wobei es verschiedene psychische Ursachen hat und dementsprechend auch oft mit Bauchschmerzen zusammenhängt.

 

Wie man Bauchschmerzen selbst behandeln kann

Durch die verschiedenen unterschiedlichen Ursachen von Bauchschmerzen ergeben sich zahlreiche Maßnahmen. Leichte Bauchschmerzen können sehr gut mit Wärmeflasche und Ruhe im Bett behandelt werden.

Auch verschiedene Magen-Darm-Tees können die Beschwerden lindern. Noch heftigere und anhaltende beziehungsweise wiederkehrende Abdominalschmerzen brauchen andere Maßnahmen und vor allem eine professionelle Abklärung beziehungsweise Diagnostik.


Heilpflanzen-Tees bei Bauchschmerzen, die auch gegen psychische Ursachen gerichtet sind und bei Stress und Angst beruhigen!

Zubereitungen mit der Heilpflanze Melisse (Melissenblätter) beruhigen den Magen-Darm-Trakt, wirken gegen Blähungen und sind krampflösend.

Pfefferminzblätter wirken blähungstreibend, krampflösend und galletreibend.

Fenchel wirkt krampflösend, hilft gegen Blähungen, ist antibakteriell und fördert Magen-Darm-Motilität.

Koriander ist krampflösend, hilft ebenfalls gegen Blähungen, regt den Appetit an und zeigt ebenso antibakterielle Effekte.


 

Häufige Magen-Darm-Beschwerden, die mit Bauchschmerzen zusammenhängen

Im Grunde genommen treten Bauchschmerzen in vielen Fällen gleichzeitig mit anderen Magen-Darm-Beschwerden auf. Und zwar sind das beispielsweise Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Übelkeit, Sodbrennen sowie Erbrechen. Oft haben Betroffene gleichzeitig auch Fieber. Wichtig ist jedenfalls, die Art der Bauchschmerzen und den Schmerzort herauszufinden.

Vor allem Bauchschmerzen nach der Nahrungsaufnahme weisen auf Probleme im Magen-Darm-Trakt oder in der Galle hin. Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Fruchtzuckerunverträglichkeit sind ebenfalls sehr oft für Bauchschmerzen verantwortlich.

 

Reizdarmsyndrom und Abdominalschmerzen

Unter dem Strich leiden betroffene Patienten mit Reizdarmsyndrom unter verschiedenen anhaltenden Bauchbeschwerden. Dazu gehören Blähungen, Schmerzen, Durchfälle sowie auch Verstopfung.

Nicht einmal die Hälfte der Reizdarmsyndrom-Patienten geht wegen der Beschwerden zum Arzt. Das geschieht vor allem erst dann, wenn die Lebensqualität sehr unter den Beschwerden beeinträchtigt und die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist sowie wenn großer psychischer Leidensdruck besteht.

Die Abdominalschmerzen sind das Hauptkriterien für ein Reizdarmsyndrom. Sie sollten innerhalb von zwölf Wochen oder länger während der letzten zwölf Monate mit zumindest zwei der folgenden drei Kennzeichen auftreten:

– Die Bauchschmerzen sind nach der Defäkation vermindert.

– Eine Änderung der Stuhlfrequenz hängt ebenfalls mit Bauchschmerzen zusammen.

– Außerdem sind sind verbunden mit einer Änderung der Stuhlkonsistenz.

Schließlich spielen auch eine veränderte Stuhlform, eine Änderung der Defäkation, ein Gefühl der inkompletten Entleerung, Schleimbeimengung sowie Blähungen eine bedeutende Rolle.


Literatur:

Morse KE, Ostberg NP, Jones VG, Chan AS. Digital Symptom Checker Usage and Triage: Population-Based Descriptive Study in a Large North American Integrated Health System. J Med Internet Res. 2020 Nov 7. doi: 10.2196/20549. Epub ahead of print. PMID: 33170799.

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