Hilfe aus der Natur: Bärentraubenblätter für Blase und Niere

Bärentraubenblätter enthalten unter anderem Gerbstoffe, Flavone und Glykoside sowie vor allem Arbutin, das antibakteriell wirkt. © Sten Porse / CC BY-SA 3.0 / wikimedia

Bärentraubenblätter enthalten unter anderem Gerbstoffe, Flavone und Glykoside sowie vor allem Arbutin, das antibakteriell wirkt. © Sten Porse / CC BY-SA 3.0 / wikimedia

Bärentraubenblätter kommen bei unkomplizierten Harnwegsinfekt, bei Entzündung von Blase oder Nieren ohne Fieber sowie bei Blut im Urin zum Einsatz.

Lange Zeit war die pharmazeutische Wirksamkeit der niedrig wachsenden, immergrünen Bärentraube – Stammpflanze Arctostaphylos uva-ursi – nur in Nordländern bekannt. Beispielsweisewar das in Skandinavien, in Sibrien, dem Altaigebirge, in Kanada sowie in Alaska der Fall. Heute baut man die Bärentraube allerdings in vielen Ländern weltweit an. Jedoch gehört sie in Mitteleuropa zu den stark gefährdeten Arten. Wobei viele der wild wachsenden Bärentraubenblätter, die am Markt sind, aus Italien und Spanien stammen. Außerdem dürfen osteuropäische Pflanzen aus erwähnten Artenschutzgründen nicht mehr eingeführt werden. Im Grunde genommen gelten Darreichungsformen aus Bärentraubenblätter jedenfalls als natürlich Hilfe vor allem für Blase und Niere.

 

Bärentraubenblätter und seine Inhaltsstoffe

Zur Anwendung kommen ausschließlich die Bärentraubenblätter mit seinem Hauptinhaltsstoff Arbutin. Dieser wird im Körper im alkalischen Harn als Hydrochinon abgespalten, dem wiederum eine desinfizierende Wirkung auch bei Blasenentzündungen zugesprochen wird.

Weitere Inhaltsstoffe sind harntreibende Flavonoide, ätherisches Öl, Gerbstoffe und antimikrobiell wirkende Iridoidglykoside. Letztere sollen durch den bitteren Geschmack Pflanzenfresser von der Pflanze abhalten.

Bärentraubenblätter können das ganze Jahr über geerntet werden, wobei dies bevorzugt im Spätsommer und Herbst geschieht, da Bärentraubenblätter dann einen sehr hohen Gehalt an Arbutin haben.

 

Arbutin und (freies) Hydrochinon

Arbutin wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts entdeckt und liegt bei Einnahme im Körper vorerst als inaktive Hydrochinon-Verbindung – als so genanntes Prodrug – vor. In seiner ursprünglich schlecht resorbierbaren Form wird es erst im Magen und im oberen Dünndarm zu gut resorbierbaren Hydrochinon umgewandelt.

Hier gibt jüngste Untersuchungen, dass die bei Harnwegsinfekten wirksame Form – das so genannte freie Hydrochinon – erst innerhalb der Bakterien in der Blase entsteht und so die Erreger zerstört. Dieses hydrolysierte Hydrochinon wirkt wie oben beschrieben antibakteriell und desinfizierend auf die Harnwege wirken.

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Bärentraubenblätter und ihre Wirkungen auf Blase und Nieren

Bis zur Entdeckung des Penicilins haben die Menschen Bärentraubenblätter als natürliches Antibiotikum vor allem bei Infektionen der Blase, der Nieren sowie der Harnwege eingesetzt. Denn die Bärentraubenblätter-Zubereitungen wirken antibakteriell breit gegen verschiedene Erreger, Bakterien, sowie gegen Pilze.

 

Bärentraube nicht langfristig anwenden

Unter dem Strich sollte man die Bärentraubenblätter nicht langfristig einsetzen. Denn das erwähnte Phenol Hydrochinon kann in zu hoher Dosierung zu Leberschäden führen. Auch kanzerogene und Erbgut schädigende Wirkungen kann man nicht völlig ausschließen. Wobei dies aufgrund der schnellen Entgiftung in der Leber keine klinische Relevanz haben sollte.

Experten befürworten unter diesen Gesichtspunkten, dass man Bärentraubenblätter nicht länger als eine Woche anwenden sollte. Zudem nicht öfter als fünf Mal im Jahr. Außerdem sollten auch Schwangere, Stillende sowie Kinder vorsorglich auf eine Anwendung der Bärentraubenblätter verzichten.

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Auf basische Ernährung achten

Zahlreiche Experten empfehlen, dass man bei der Anwendung auf eine basische Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse achtet. Denn die Inhaltsstoffe wirken vor allem dann, wenn der Harn leicht alkalisch ist. Gegebenenfalls sollte man dementsprechend auch die zusätzlich Einnahme von Natron erwägen.

Dazu gibt es allerdings gegensätzliche Expertenmeinungen im Zusammenhang mit den erwähnten freien Hydrochinon, dass völlig unabhängig vom ph-Wert des Harns wirken und so eine Ernährungsumstellung nicht notwendig machen soll, wenngleich saurer Harn die Wirkung beeinträchtigen kann.

Hier gibt es noch einiges an Untersuchungsbedarf, denn es fehlen bis dato zuverlässige Erkenntnisse über den Metabolismus von Arbutin und Hydrochinon.

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Literatur:

Kwiecień I, Szopa A, Madej K, Ekiert H. Arbutin production via biotransformation of hydroquinone in in vitro cultures of Aronia melanocarpa (Michx.) Elliott. Acta Biochim Pol. 2013;60(4):865-70.

Roxie Rodgers Dinstel, Julie Cascio, Sonja Koukel. The antioxidant level of Alaska’s wild berries: high, higher and highest. Int J Circumpolar Health. 2013; 72: 10.3402/ijch.v72i0.21188.

De Arriba SG, Naser B, Nolte KU. Risk assessment of free hydroquinone derived from Arctostaphylos Uva-ursi folium herbal preparations. Int J Toxicol. 2013 Nov-Dec;32(6):442-53. doi: 10.1177/1091581813507721.


Quelle: Teedrogen und Phytopharmaka. Wichtl, Max, 5. Auflage, 2009.

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