Bärentraubenblätter für Blase und Niere

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Bärentraubenblätter kommen bei unkomplizierten Harnwegsinfekt, Blasenentzündung ohne Fieber sowie bei Blutbeimengung im Urin zum Einsatz.

Lange Zeit war die pharmazeutische Wirksamkeit der niedrig wachsenden, immergrünen Bärentraube – Stammpflanze Arctostaphylos uva-ursi – nur in Nordländern wie Skandinavien, Sibrien, Altaigebirge, Kanada und Alaska bekannt. Heute wird die Bärentraube in vielen Ländern weltweit angebaut, in Mitteleuropa wird sie allerdings zu den stark gefährdeten Arten gezählt. Viele der wild wachsenden Bärentraubenblätter, die bei uns am Markt angeboten werden, stammen aus Italien und Spanien. Osteuropäische Pflanzen dürfen aus erwähnten Artenschutzgründen nicht mehr eingeführt werden.

 

Bärentraubenblätter und seine Inhaltsstoffe

Zur Anwendung kommen ausschließlich die Bärentraubenblätter mit seinem Hauptinhaltsstoff Arbutin, aus dem im Körper im alkalischen Harn Hydrochinon abgespalten wird, dem wiederum eine desinfizierende Wirkung zugesprochen wird. Weitere Inhaltsstoffe sind harntreibende Flavonoide, ätherisches Öl, Gerbstoffe und antimikrobiell wirkende Iridoidglykoside. Letztere sollen durch den bitteren Geschmack Pflanzenfresser von der Pflanze abhalten.

Bärentraubenblätter können das ganze Jahr über geerntet werden, wobei dies bevorzugt im Spätsommer und Herbst geschieht, da Bärentraubenblätter dann einen sehr hohen Gehalt an Arbutin haben.

 

Arbutin und (freies) Hydrochinon

Arbutin wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts entdeckt und liegt bei Einnahme im Körper vorerst als inaktive Hydrochinon-Verbindung – als so genanntes Prodrug – vor. In seiner ursprünglich schlecht resorbierbaren Form wird es erst im Magen und im oberen Dünndarm zu gut resorbierbaren Hydrochinon umgewandelt.

Hier gibt jüngste Untersuchungen, dass die bei Harnwegsinfekten wirksame Form – das so genannte freie Hydrochinon – erst innerhalb der Bakterien in der Blase entsteht und so die Erreger zerstört. Dieses hydrolysierte Hydrochinon wirkt wie oben beschrieben antibakteriell und desinfizierend auf die Harnwege.

 

Bärentraubenblätter und ihre Wirkungen

Bis zur Entdeckung des Penicilins wurden Bärentraubenblätter als natürliches Antibiotikum vor allem bei Harnwegsinfektionen eingesetzt. Die Bärentraubenblätter-Zubereitungen wirken antibakteriell breit gegen verschiedene Erreger, Bakterien, und gegen Pilze.

 

Bärentraubenblätter nicht langfristig anwenden

Bärentraubenblätter sollten nicht langfristig eingesetzt werden, da das erwähnte Phenol Hydrochinon in zu hoher Dosierung zu Leberschäden führen kann. Auch kanzerogene und Erbgut schädigende Wirkungen können nicht ausgeschlossen werden, wobei diesaufgrund der schnellen Entgiftung in der Leber keine klinische Relevanz haben sollte.

Experten befürworten unter diesen Gesichtspunkten, dass man Bärentraubenblätter nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünf Mal im Jahr anwenden sollte. Folglich sollten auch Schwangere, Stillende sowie Kinder vorsorglich davon Abstand nehmen. Empfohlen wird von zahlreichen Experten bei der Anwendung auf eine basische Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse zu achten, da die Inhaltsstoffe vor allem dann wirken, wenn der Harn leicht alkalisch ist. Gegebenenfalls sollte dem folgend auch die zusätzlich Einnahme von Natron erwogen werden.

Dazu gibt es allerdings gegensätzliche Expertenmeinungen im Zusammenhang mit den erwähnten freien Hydrochinon, dass völlig unabhängig vom ph-Wert des Harns wirken und so eine Ernährungsumstellung nicht notwendig machen soll, wenngleich saurer Harn die Wirkung beeinträchtigen kann.

Hier gibt es noch einiges an Untersuchungsbedarf, denn es fehlen bis dato zuverlässige Erkenntnisse über den Metabolismus von Arbutin und Hydrochinon.

Weitere Informationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24432348

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3751288/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24296864

Teedrogen und Phytopharmaka. Wichtl, Max, 5. Auflage, 2009.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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