Bäder bei Hautkrankheiten zur Behandlung und Pflege der Haut

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Bäder bei Hautkrankheiten sind meist Teil eines ärztlichen Therapiekonzepts zur Behandlung von Beschwerden sowie zur geeigneten Pflege der Haut.

Bei Personen, die an Neurodermitis, EkzemenPsoriasis oder Ichthyose leiden, ist die Pflege der Haut besonders wichtig. Deswegen sollte diese auch nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Denn je nach Hautbeschaffenheit muss man die Pfelge schneller oder langsamer anpassen. Die jeweils geeigneten Bäder bei Hautkrankheiten sind für betroffene Hautpatienten sehr empfehlenswert. Wenngleich auch so manche Spezialbäder Patienten nicht mögen, weil etwige Inhaltsstoffe gegen Entzündungen einen unangenehmen Duft entwickeln können.

 

Medizinische Ölbäder

Permanent trockene und irritierte, oftmals auch juckende Haut kann sich sehr schnell zu einer Hautkrankheit entwickeln. Speziell bei Patienten mit trockener Haut und Neurodermitis eignen sich medizinische Ölbäder, aber auch bei Psoriasis macht ihre Anwendung Sinn.

Medizinische Ölbäder helfen bei trockener oder strapazierter Haut und ersetzen fehlendes Fett, um den Feuchtigkeitsgehalt zu regulieren. Das Ölbad fettet auch die Stellen, die beim Eincremen mit der Hand nicht so einfach erreichbar sind. Bei den so genannten „emulgierenden“ Ölbädern wird das Badewasser milchig-trübe, bei den „spreitenden“ Ölbädern schwimmt ein dünner Ölfilm auf der Wasseroberfläche, das Wasser bleibt aber klar.

Medizinische Ölbäder erzeugen einen Fettfilm auf der Hautoberfläche und verhindern so, dass die Haut an Feuchtigkeit verliert. Dies ist bedeutend, da quälender Juckreiz sich so meist effektiv bekämpfen lässt. Durch die ausreichend vorhandene Hautfeuchte lässt auch das Spannungsgefühl nach, das ebenfalls den Wunsch erzeigt, dass sich der Betroffene kratzen muss. Auch zusätzliche juckreizstillende Wirkstoffe sind in einigen Ölbädern zugefügt.

 

Rückfettende Bäder bei Hautkrankheiten

Rückfettende Bäder sollten von Patienten mit trockener und schuppender Haut regelmäßig – von täglich bis einmal wöchentlich – verwendet werden. Denn zusätzlich zur jeweils nötigen Pharmakotherapie darf auf die Applikation von adäquaten Pflegeprodukten nicht vergessen werden – wobei gerade bei Patienten mit Neurodermitis und Ekzemen die Duftstoff freien Produkte bevorzugt werden sollten. Speziell bei Juckreiz sollten rückfettende Bäder übrigens nicht zu häufig gemacht werden.

 

Sole-Bäder bei Hautkrankheiten

Sole-Bäder weisen einen Salzgehalt im Wasser von bis zu 6 Prozent aus und kommen zur Unterstützung vor allem der Behandlung von Akne und Neurodermitis zur Anwendung, wenngleich sie auch bei zahlreichen anderen Hauterkrankungen gute Ergebnisse erzielen.

So soll die durch das Sole-Bad erhöhte Schweißabgabe diverse Schadstoffe aus der Haut lösen und somit bei Hauterkrankungen lindern, weiters auch durchblutungsfördernd wirkt.

Vorsicht ist bei Psoriasis gegeben, wenngleich Sole-Bäder zahlreiche Experten bei der Psoriasis empfehlen: Reines Solewasser kann sehr stark brennen.

 

Schwefel-Bäder zur Pflege der Haut bei Psoriasis, Neurodermitis und chronische Ekzeme

Schwefel-Bäder sollen die Talgproduktion regeln und besitzen entzündungshemmende, antiseptische bzw. keimwidrige sowie durchblutungsfördernde Eigenschaften. Speziell bei Psoriasis wird die Anwendung empfohlen und in verschiedenen Heilbädern vor allem in Tschechien, Ungarn, der Slowakei aber auch in Österreich und Deutschland angeboten. Schwefelbäder kommen aber auch chronischen Ekzemen und Neurodermitis zum Einsatz.

 

Jod-Bad

Ein Jod-Bad – bei denen Iod-Verbindungen, so genannte Iodide, durch die Haut aufgenommen werden – kommt im Zusammenhang mit Hauterkrankungen bei einem vorhandenen Furunkel zur Anwendung. Unter der so genannten Furunkulose, einem Hautabzess, versteht man eine Haarbalgentzündung, die beliebig auf behaarter Haut auftreten kann und sich als tiefe, schmerzhafte Entzündung manifestiert. Schuld für die Entzündung sind zumeist Staphylokokken-Bakterien.

Ein Jod-Bad kommt bei einer Vielzahl von Erkrankungen zum Einsatz, die Bäder gelten als entspannend, unterstützen den Körper bei der Entsäuerung des Körpers.

 

Malz- und Weizenkleie-Bäder bei Hautkrankheiten

Malz- und Kleiebäder wirken beruhigend auf die durch Hautkrankheiten gereizte Haut und lindern so die Beschwerden. Vor allem bei juckenden Hautkrankheiten wie Ekzemen und Akne empfehlen sie Ärzte häufig.

Schließlich erhält man die Bäder, indem etwa ein Kilogramm Malz – bzw. angekeimte Gerste – oder Weizenkleie in einem porösen Leinensack etwa 10 Minuten lang abgekocht. Danach setzt man das Gemisch dem Bad zu. Die Volksmedizin empfiehlt Malz- und Weizenkleie-Bäder auch bei rheumatischen Erkrankungen.

 

Eichenrinde-Bäder

Eichenrinde-Bäder sollen die Beschwerden bei entzündlichen und juckenden Hauterkrankungen lindern helfen, wobei dafür die Gerbstoffe der Eichenrinde verantwortlich sind. Je nach Fassungsvermögen der Badewanne sollte man zwischen einem halben und einem Kilo Eichenrinde aus der Apotheke 15 bis 20 Minuten lang kochen. Danach filtert man den Sud und gibt es dem Badewasser mit etwa 35°C bis 37°C bei. Das Baden sollte aber nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Im Grunde genommen sollte man etwa 5 Gramm der Inhaltsstoffe für einen Liter Wasser ansetzten.

Jedoch sollte man in einigen Fällen unbedingt auf ein Eichenrindenbad verzichten. Dazu gehören großflächige Hautschäden sowie nässende, großflächige Ekzemen. Außerdem ist bei Hautverletzungen, bei fieberhaften und infektiösen Erkrankungen sowie bei Herzmuskelschwäche und Bluthochdruck davon abzuraten.

 

Chlorbleiche-Bäder bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis

Bäder mit Chlorbleiche sollen vor allem bei Kindern eine wirksame Behandlungsoption gegen chronische Hautausschläge bzw. Ekzeme sein. In einer von Experten der Northwestern University in Chicago durchgeführten Studie an 31 an Ekzemen leidenden Kindern zeigte sich, dass Chlorbleiche erfolgreich Staphylokokken – das Bakterium Staphylococcus aureus – bekämpfen konnte. Gerade bei chronisch Erkrankten – beispielsweise mit Neurodermitis – ist dies eine wichtige Therapieoption, da eine Langzeitanwendung von ebenfalls wirksamen Antibiotika die große Gefahr von Resistenzentwicklung mit sich bringt.

Besonders gut zeigte sich die Wirkung der Bäder mit Chlorbleiche im Unterschied zwischen Gesicht und Körper. Denn der Kopf blieb beim Baden über Wasser, wodurch sich der Ausschlag im Gesicht kaum verbesserte. Darum sollten die Ekzem-Patienten während des Badens mit Chlorbleiche auch immer wieder den Kopf untertauchen – natürlich unbedingt mit geschlossenen Augen und geschlossenem Mund.

 

Worauf es bei der Pflege der Haut mit verschiedenen Bädern bei Hautkrankheiten ankommt, das weiss der Arzt.

Dass spezielle Bäder bei Hauterkrankungen meistens wirksam und hilfreich sind, ist seit Jahrhunderten bewiesen. Dennoch ist im Einzelfall deren Einsatz vor Anwendung unbedingt mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Den falsch eingesetzt können Bäder bei Hautkrankheiten auch zu einer Verschlimmerung des Grades der jeweiligen Erkrankung führen.

Literatur:

Huang JT, Abrams M, Tlougan B, Rademaker A, Paller AS. Treatment of Staphylococcus aureus colonization in atopic dermatitis decreases disease severity. Pediatrics. 2009 May;123(5):e808-14. doi: 10.1542/peds.2008-2217.

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Chefredakteur Dr. Reinhold Lautner

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