Ayahuasca, Banisteriopsis caapi: Ayahuasca-Tee – beliebtes Halluzinogen

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Indigene Völker bezeichnen die Dschungelliane Banisteriopsis caapi als Ayahuasca. Wobei Ayahuasca-Tee zentrales Element alter schamanischer Riten und Praktiken ist.

Die Liane Banisteriopsis caapi ist der pflanzliche Grundbestandteil des Ayahuasca-Tees, einer beliebten Schamanendroge. Denn die psychotrope Pflanzentee ist bei den Bewohnern im Amazonasgebiet ein beliebtes Halluzinogen, das sie für rituelle sowie für medizinische Zwecke verwenden. Wobei die Wirkungen der Dschungelliane heutzutage die Menschen weltweit sehr interessiert.

 

Ayahuasca – die Dschungelliane Banisteriopsis caapi

Die indigenen Einwohner Südamerikas bezeichnen die Dschungelliane Banisteriopsis caapi als Ayahuasca. Die Pflanze gehört der Malpighiaceae-Familie an und stammt aus den Amazonas- sowie Orinoco-Gebieten.

Der Begriff Ayahuasca wird auch kurz für den Ayahuasca-Tee verwendet, den man durch Einlegen der Stiele in Wasser erhalten kann. Dabei kann der Tee entweder nur Banisteriopsis caapi oder auch andere Pflanzen enthalten. Als Beimischungen beschrieben Forscher mittlerweile bis zu 100 verschiedener Pflanzen, die ebenfalls viele psychotrope Substanzen enthalten. Dazu zählen Nikotin, Scopolamin, Koffein, Kokain sowie N,N-Dimethyltryptamin, kurz DMT, ein halluzinogenes Tryptamin-Alkaloid.

Unter dem Strich ist Banisteriopsis caapi zentrales Element in den alten schamanischen Praktiken und Riten der Ureinwohner im Nordwesten Südamerikas. In jüngerer Zeit hat sich Ayahuasca-Tee auch zu einem wichtigen Teil von Ritualen brasilianischer religiöser Gruppen entwickelt. Man spricht von den sogenannten Ayahuasca-Religionen União do Vegetal (UDV), Barquinha sowie Santo Daime. Schließlich haben diese die Ayahuasca-Anwendung auch in Nordamerika und Europa populär gemacht.

 

Chemie und Pharmakologie von Banisteriopsis caapi

Unter dem Strich ist Chemie und Pharmakologie von Ayahuasca sehr komplexe. Beispielsweise enthält Banisteriopsis caapi hohe Mengen an Harmin und Tetrahydroharmin (THH) sowie in geringerem Maße auch Harmalin. Die Indo-Alkaloide Harmin und Harmalin sind reversible Monoaminoxidase-A (MAO-A)-, während Tetrahydroharmin auch die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen kann.

 

Ayahuasca-Tee weltweit beliebt

Ayahuasca-Tee ist für gewöhnlich reich am Tryptamin-Halluzinogenen Dimethyltryptamin (DMT), das auch als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirkt. Der Wirkungsmechanismus ähnelt anderen Verbindungen wie dem von LSD (Lysergsäurediethylamid) sowie Psilocybin. Beispielsweise brachte der kontrollierte Einsatz von LSD und Psilocybin in experimentellen Studien eine geringere Häufigkeit psychotischer Episoden. Schließlich bestätigten Bevölkerungsstudien diese Ergebnisse. Allerdings sollten Personen mit einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte einer psychotischen Erkrankung oder nicht-psychotischen Manie die Einnahme von Ayahuasca-Tee vermeiden. Jedenfalls sind Psychedelika faszinierende Substanzen, die vorübergehend und intensive Wahrnehmungen und Gefühle ändern. Die Wirkungsmechanismen sind trotz der jahrtausendealter Verwendung durch den Menschen noch nicht aufgeklärt.

 

Antidepressive Wirkung nachgewiesen

Jedenfalls haben jüngste Studien mit Patienten gezeigt, dass Ayahuasca als Pflanzliches Psychedelikum rasche und starke antidepressive Wirkungen bei behandlungsresistenten Patienten ausübt.

Forscher konnten unlängst im Tiermodell zeigen, wie Zubereitungen mit Banisteriopsis caapi eine antidepressive Wirkung entfalten können. Denn die therapeutische Wirkung soll mit der Neurogenese im Hippocampus zusammenhängen. Bekanntlich soll der Organismus im Hippocampus neue Nervenzellen bilden können. Wobei der Begriff adulte Neurogenese bedeutet, dass das auch im Erwachsenenalter möglich sein soll.

Jedenfalls stimulierten die drei Hauptalkaloide Harmin, Tetrahydroharmin und Harmalin von Banisteriopsis caapi in vitro (lateinisch: im Glas, also nicht im Körper), diese adulte Neurogenese. Diese aktuellen Ergebnisse legen nahe, dass diese Vorgänge im Gehirn einen wesentlichen Beitrag leisten, dass Ayahuasca eine antidepressive Wirkung bringt. Außerdem vermuten die Forscher, dass deswegen die Banisteriopsis caapi-Alkaloide auch gegen andere Erkrankungen des Gehirns Vorteile bringen könnten.

Literatur:

Jose A. Morales-García et al. The alkaloids of Banisteriopsis caapi, the plant source of the Amazonian hallucinogen Ayahuasca, stimulate adult neurogenesis in vitro. Sci Rep. 2017; 7: 5309. Jul 13. doi: 10.1038/s41598-017-05407-9

Domínguez-Clavé E et al. Ayahuasca: Pharmacology, neuroscience and therapeutic potential. Brain Res Bull. 2016 Sep;126(Pt 1):89-101. doi: 10.1016/j.brainresbull.2016.03.002. Epub 2016 Mar 11.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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