Bei Axialer Spondyloarthritis ist Depression ein häufiges Symptom

Rückenschmerzen-Ursachen sollten durch eine gründliche Untersuchung abgeklärt werden. Sehr oft liegt eine Axiale Spondyloarthritis, eine chronische Wirbelsäulenerkrankung, vor. © Dima Sidelnikov / shutterstock.com

Rückenschmerzen-Ursachen sollten durch eine gründliche Untersuchung abgeklärt werden. Sehr oft liegt eine Axiale Spondyloarthritis, eine chronische Wirbelsäulenerkrankung, vor. © Dima Sidelnikov / shutterstock.com

Die chronische Wirbelsäulenerkrankung Axiale Spondyloarthritis verursacht bei vielen betroffenen Patienten als zusätzliches Symptom eine Depression.

Im Grunde genommen leiden viele Menschen mit Axialer Spondyloarthritis (AxSpA) im Gegensatz zu Rheumatoider Arthritis unter dem psychischen Symptomen wie Depressionen. Zudem hat eine rezente Studie auch gezeigt, dass Patienten mit Axialer Spondyloarthritis nach ihrer Diagnose ein erhöhtes Risiko haben, Depressionen zu entwickeln. Jedenfalls leiden viele AxSpA-Patienten häufiger als Gesunde auch an einer Depression und fühlen sich weniger wohl. Verschiedene Studien zu dieser chronischen Wirbelsäulenerkrankung zeigen den Bedarf, dass das Behandlungsmanagement bei Axialer Spondyloarthritis unbedingt auch Depressionen als Symptom berücksichtigen muss.

 

Axiale Spondyloarthritis – chronische Wirbelsäulenerkrankung

Der recht neue Begriff axiale Spondyloarthritis beschreibt eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung, die mit verschiedenen muskuloskeletalen und extraskeletalen Symptomen vergesellschaftet ist. Die ersten Symptome sind meist meist Rückenschmerzen mit entzündlichem Charakter.

Im Krankheitsverlauf kommt es zu Entzündungen an der Wirbelsäule, die im weiteren Verlauf durch strukturelle Veränderungen am Knochen, meist in der Form von Knochenneubildung, gekennzeichnet sind. Es kommt zu knöchernen Veränderungen, sogenannten Ankylosen, an den Kreuz-Darmbeingelenken, den Sakroiliakalgelenken, und der Wirbelsäule.

 

AxSpA-Patienten haben oft depressive Symptome

Berliner Wissenschaftler haben unlängst das psychische Wohlbefinden von AxSpA-Patienten mithilfe eines geprüften Screening-Instruments untersucht. Sie werteten die Fragebögen von Insgesamt 1.736 Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen aus.

Das psychische Wohlbefinden beziehungsweise das Vorhandensein depressiver Symptome wurde anhand des 5-Punkte-WHO-Wohlfühlindex (WHO-5) bewertet. Dabei handelt es sich um einen kurzen, generischen globalen Index, der auf fünf positiv formulierten Elementen basiert, die das subjektive psychologische Wohlbefinden der Befragten in den letzten zwei Wochen messen. Die fünf Punkte sind:

Aus der Beantwortung dieser Fragen ergab sich, dass der Anteil von Patienten mit Axialer Spondyloarthritis mit Depressionen hoch ist:

Depressive Symptome sind oft mit Stress und wenig Bewegung vergesellschaftet. Das könnte ein Mitgrund sein, dass die Axiale Spondyloarthritis eine negativen Einfluss auf die Psyche der Betroffenen ausübt und Depressionen verursacht. Aus den Ergebnissen leiten die Forscher, dass Ärzte insbesondere bei AxSpA-Patienten im Alter zwischen 40 und 59 depressive Symptome geprüft werden sollten.

 

Axiale Spondyloarthritis und Depression bei Wirbelsäulenleiden

Ziel der landesweiten bevölkerungsbezogenen Studie war es, das psychische Wohlbefinden und die damit verbundenen Faktoren bei axSpA-Patienten zu bewerten. Damit wollten die Wissenschaftler auch das Bewusstsein für solche Symptome auf Arzt- und Patientenebene schärfen. Und dadurch auch eine dahingehend angemessene axSpA-Therapie fördern. In einer Reihe von Studien zeigte die WHO-5 übrigens eine angemessene Validität. Diese Überprüfung ergab, dass die WHO-5 ein äußerst nützliches Instrument ist, das in der klinischen Praxis angewendet werden kann.

Unter dem Strich verursacht die chronische Wirbelsäulenerkrankung Axiale Spondyloarthritis (AxSpA), bei vielen betroffenen Patienten häufig Depressionen. Im Grunde genommen beeinträchtigt das dann in Folge sehr stark das Wohlbefinden. Die Erkenntnisse der rezenten Studie unterstreichen die Notwendigkeit, in die zukünftige Behandlung von AxSpA-Patienten auch Depression als wichtiges Symptome miteinzubeziehen.


Literatur:

Kuriya B, Vigod S, Luo J, Widdifield J, Haroon N. The risk of deliberate self-harm following a diagnosis of rheumatoid arthritis or ankylosing spondylitis: A population-based cohort study. PLoS One. 2020;15(2):e0229273. Published 2020 Feb 21. doi:10.1371/journal.pone.0229273

Redeker I, Hoffmann F, Callhoff J, et al. Determinants of psychological well-being in axial spondyloarthritis: an analysis based on linked claims and patient-reported survey data. Ann Rheum Dis. 2018;77(7):1017-1024. doi:10.1136/annrheumdis-2017-212629


Quelle:

46. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, September 2018, Mannheim

Die mobile Version verlassen