Augenvorsorge durch regelmässige Kontrolle

0

Zur Augenvorsorge sollte eine regelmäßige Kontrolle erfolgen, um sich gute Sicht im Alter erhalten zu können. Doch zu viele Menschen denken nicht daran.

Wer bis ins hohe Alter fit und jugendlich sein möchte, der sollte an Augenvorsorge denken und seine Augen einer regelmäßigen „Inspektion“ unterziehen. Für Menschen ab dem 40. Lebensjahr wird eine jährliche augenärztliche Kontrolle empfohlen, um schwere Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Mit modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten können Augenärzte eine Vielzahl von Augenerkrankungen rechtzeitig erkennen und gezielt behandeln. OMR Dr. Helga Azem, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie meint dazu:
„Veränderungen im Augen sind oft irreversibel und nicht reparierbar. Daher ist die Vorsorge fast wichtiger als die eigentliche Therapie“.

Stiefkind Augenvorsorge

Der jährliche Zahnarztbesuch, aber auch Brustkrebsvorsorge, Darmspiegelung oder die Gesunden-Untersuchung sind mittlerweile Standard. Wenige Menschen denken aber von sich aus an die Augenvorsorge. Erst, wenn das Auge brennt, sticht, juckt, rot ist oder wenn man schlechter sieht, kommt der Gedanke, wieder einmal zum Augenarzt zu gehen. Viele Sehprobleme lassen sich durch die Verordnung einer Brille beheben, aber das ist absolut nicht immer so.

Schäden im Auge sind meist irreversibel

Das Auge ist mit seinen Sehzellen und Sehnerven ein Anhangsgebilde des Gehirns. Sind Sehzellen oder Sehnervenfasern geschädigt oder abgestorben, so können diese nicht wieder repariert werden. Die bereits eingetretene Sehverschlechterung oder der Sehverlust können meist nicht wieder rückg.ngig gemacht werden.
Bedrohliche Augenerkrankungen werden lange nicht wahrgenommen Zumeist verursachen Erkrankungen, die das Augenlicht bedrohen, lange keine Schmerzen und werden nicht wahrgenommen. Das Auge ist nicht gerötet, die Sehverschlechterung geht schleichend. Daher sollte man nicht zuwarten, bis man eine Sehverminderung bemerkt.

Erblindung durch frühzeitige Diagnose verhindern

Bei vielen Augenerkrankungen, welche unentdeckt und unbehandelt zu schweren Sehschäden führen können, kann frühzeitige Diagnose mit zeitgerechter Therapie Sehverschlechterung und Sehverlust weitgehend verhindern. Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Gerade in der Ophthalmologie stehen uns heute Möglichkeiten zur Früherkennung von beginnenden Veränderungen zur Verfügung. Wir können Risiken für Schäden oder Anzeichen in sehr frühen Stadien feststellen und früh diagnostizieren, noch bevor Sehschäden eingetreten sind. Es stehen auch breite therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, diverse Augenerkrankungen zu behandeln und Schäden zu vermeiden. Daher gilt: Vorsorgen, rechtzeitig erkennen und therapieren!

Augenerkrankungen, die das Augenlicht gefährden

Zu den häufigsten Augenerkrankungen, die unser Augenlicht bedrohen, zählen das Glaukom, die diabetische Retinopathie, die altersbedingte Makuladegeneration und Tumore.

Glaukom. Das Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs. Dabei sterben die Sehnervenfasern langsam ab. Es kommt zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Diese können viele Jahre nicht bemerkt werden. Nur umfassende Untersuchungen der Augen können das Glaukom frühzeitig erkennen. Die Messung des Augeninnendrucks ist nur ein Teil dieser Untersuchungen. Wesentlich sind die Untersuchung des Sehnervs mit Biomikroskopie, die optische Kohärenztomographie (OCT), Funktionsprüfungen / Computerperimetrie und die regelmäßige Observanz. Augendruckmessungen alleine geben aber noch keinen Aufschluss, ob ein Glaukom vorliegt oder nicht. Es gibt Menschen mit erhöhtem Augendruckniveau, einer „oculären Hypertension“. Diese bedarf zumeist keiner Therapie, aber einer regelmäßigen Kontrolle, also wieder regelmäßiger Augenvorsorge!

Altersbedingte Makuladegeneration. Eine weitere Augenerkrankung ist die weitverbreitete Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Wir alle haben aufgrund unserer höheren Lebenserwartung eine große Chance, an einer AMD zu erkranken. Wichtig ist bei Vorsorgeuntersuchungen, die typischen ersten Anzeichen, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen, z.B. spezielle Ablagerungen in der Netzhautmitte, oder die trockene Form der AMD früh zu erkennen. Dann setzt Beratung ein, spezielle Empfehlungen zur Diät und Umstellung der Lebensweise, Nahrungsergänzungsmittel sowie Selbstkontrolle mit dem Amslernetz. Das kann nur geschehen, wenn frühzeitig, noch bevor Symptome aufgetreten sind, eine Augenvorsorgeuntersuchung stattgefunden hat.

Unentdeckt bzw. unbehandelt kann es zur sogenannten feuchten Form der Makuladegeneration kommen. Die feuchte Form bedarf einer sofortigen Diagnose und eines sofortigen Therapiebeginns. Die feuchte Form führt zwar nicht zur Erblindung, bedeutet aber eine schwere Sehbeeinträchtigung im täglichen Leben. Die Betroffenen sind auf fremde Hilfe angewiesen, da der Ausfall in der Mitte des Gesichtsfeldes liegt. Wenn man etwas anschauen will, hat man einen dunklen Fleck in der Mitte. Das Lesevermögen geht zumeist ganz verloren oder ist nur mit technischen Mitteln (Lesegeräten, Lupen) eingeschränkt möglich.

Heute stehen uns hervorragende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, die rechtzeitig eingesetzen wollen und sollen.

Diabetische Retinopathie

Die Zuckerkrankheit, der Diabetes mellitus, besonders Typ 2, der sogenannte Altersdiabetes, ist auf dem Vormarsch! Vor allem bei schlechter Einstellung des Blutzuckers, oder wenn der Diabetes lange überhaupt unerkannt blieb, kommt es zu Veränderungen an der Netzhaut. Die Gefäße werden durchlässig, es kommt zu kleinfleckigen Netzhautblutungen. Das ist das erste Stadium einer beginnenden diabetischen Retinopathie. Häufig wird dieses Stadium bei Vorsorgeuntersuchungen der Augen vom Augenarzt diagnostiziert. Nicht selten wird die Erstdiagnose „Diabetes“ vom Augenarzt gestellt. In späteren Stadien kommt es bei der diabetischen Retinopathie durch Sauerstoffmangel der Netzhaut zu Gefäßneubildungen und fettähnlichen Ablagerungen. Die neugebildeten Gefäße sind sehr brüchig und neigen zu massiven Blutungen in das Innere des Auges, in den Glaskörperraum.

Bei einer massiven Glaskörperblutung kann es plötzlich vor dem Auge „ganz schwarz“ werden. Schwere Diabetische Retinopathien und Makulopathien (da ist die Netzhautmitte betroffen) bedrohen das Augenlicht ganz massiv. Je später die Diagnostik und die Therapie des Diabetes und der Netzhautschäden einsetzt, umso schwerwiegender ist der Sehverlust.

Quelle: Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG): www.augen.at

Share.

About Author

MEDMIX Online-Redaktion

Blick in den Newsroom der MEDMIX Print- und Onlineredaktion in Zusammenarbeit mit AFCOM – Verlag und Medienproduktionen.

Comments are closed.