Atopische Dermatitis (Ekzem), Neurodermitis: mit Cortison gegen quälenden Juckreiz

Juckreiz © Tharakorn / shutterstock.com

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Die chronische Hauterkrankung atopische Dermatitis (Ekzem), Neurodermitis, kann quälenden Juckreiz verursachen, wobei man oft Cortison einsetzen muss, auch bei Kindern.

Es ist nicht genau bekannt, wie Atopische Dermatitis – auch als Neurodermitis bekannt – ­entsteht. Die Wissenschaftler sind sich aber einig, dass Vererbung, das Immun­system sowie Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Wenn eine schwere Atopischer Dermatitis (Ekzem) besteht, kommt man gegen den quälenden Juckreiz ohne Cortison-hältige Salben oder Cremes – auch bei Kindern mit Neurodermitis – nicht aus.

 

Entzündungen der Haut und oft auch sehr starker Juckreiz quälen Patienten mit atopischer Dermatitis

Menschen mit Neurodermitis haben extrem trockene und rissige Haut. Reizstoffe und Allergene – beispielsweise Staubmilben oder Pollen – können dadurch leicht Entzündungen auslösen. Deswegen quält dann oft unangenehmer, besonders in der Nacht häufig sehr starker Juckreiz in Folge die Patienten.

Die Patienten beginnen sich zu kratzen, wodurch wiederum ein stark juckender Ausschlag auftritt – ein Teufelskreis. Auslöser können Asthma und Allergien, trockene Haut, Schwitzen, Kratzen, extrem hohe oder niedrige Temperaturen, Reizstoffe wie Reinigungsmittel, Wolle oder andere Textilrohstoffe sein. Durchaus können auch Emotionen wie Angst und Stress atopische Dermatitis auslösen.

Die am stärksten betroffenen Körperteile sind meistens Gesicht, Hals, Armbeugen und Kniekehlen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Beispielsweise können die Patienten ­lange Zeit frei von Symptomen bleiben. Und erst dann bricht die Erkrankung aus und kann mehrere Monate lang andauern. Unter dem Strich stellen Patienten mit Neurodermitis für gewöhnlich ihre ­Lebensführung darauf ein, einen Ausbruch der ­Erkrankung zu vermeiden.

 

Oft müssen die Patienten ihre Lebensumstände ändern.

Häufig sollten die Patienten sein gesamtes Lebensumfeld ändern. Beispielsweise müssen sie auf Haus­tiere verzichten sowie Teppiche durch Holz-Fußböden austauschen. Schließlich ist oft auch der Strandurlaub zu vermeiden.

Nach Auftreten der Krankheitssymptome ist man allerdings auf Medikamente angewiesen. Hierzu verschreiben Ärzte oft so genannte Anti­histaminika zur Stillung des Juckreizes. Weiter Antibiotika sowie Salben zur Beherrschung von Infektionen.

 

Cortison-hältige Salben oder Cremes bei Neurodermitis: auch bei Kindern mit atopischer Dermatitis

Im Grunde genommen kommen Patienten mit Neurodermitis praktisch in keinem Fall schwerer Atopischer Dermatitis ohne Cortison-hältige Salben oder Cremes aus. Und zwar auch nicht Kinder. Unter dem Strich reduzieren Cortison-hältige Salben die Entzündung bei Neurodermitis und sind für die Behandlung der Atopischen Dermatitis sehr effektive Medikamente. Allerdings können leider die Nebenwirkungen besonders bei langzeitiger Anwendung beträchtlich sein. In diesem Sinne kann vor allem eine Hautverdünnung (Atrophie) bereits nach nur wenige Wochen andauernden Neurodermitis-Therapie mit Cortison­ eintreten.

Auch »Einrisse« des Gewebes der Unterhaut, ähnlich den Schwangerschaftsstreifen, machen den Patienten zu schaffen. Da Kinderhaut noch wesentlich dünner und empfindlicher ist als jene von Erwachsenen, ist hierzu eine solche Therapie noch problematischer. Alternativ kommen die Calcineurin-Inhibitoren zum Einsatz. Wobei dies entzündungshemmend und immunsuppressiv wirken. Allerdings sind sie nur Mittel der 2. Wahl. Schließlich ist die Bestrahlung mit UV-Licht eine weitere antientzündliche Option zur Behandlung.


Literatur:

Sum CH, Ching J, Zhang H, Loo S, Lo CW, Lai MK, Cheong PK, Yu CL, Lin ZX. Integrated Chinese and western medicine interventions for atopic dermatitis. A systematic review and meta-analysis. Chin Med. 2021 Oct 10;16(1):101. doi: 10.1186/s13020-021-00506-2. PMID: 34629103; PMCID: PMC8504066.

Ständer S. Atopic Dermatitis. N Engl J Med. 2021 Mar 25;384(12):1136-1143. doi: 10.1056/NEJMra2023911. PMID: 33761208.

David Boothe W, Tarbox JA, Tarbox MB. Atopic Dermatitis: Pathophysiology. Adv Exp Med Biol. 2017;1027:21-37. doi: 10.1007/978-3-319-64804-0_3. PMID: 29063428.

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