Atopische Dermatitis unter Kontrolle

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Atopische Dermatitis ist eine chronische Hauterkrankung, die den Erkrankten das Leben schwer macht – oft ist der quälende Juckreiz dafür verantwortlich.

Es ist nicht genau bekannt, wie Atopische Dermatitis – auch als Neurodermitis bekannt – ­entsteht. Die Wissenschaftler sind sich aber einig, dass Vererbung, das Immun­system sowie Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

 

Entzündungen der Haut und oft auch sehr starker Juckreiz quälen die Betroffenen.

Neurodermitiker haben extrem trockene und rissige Haut. Reizstoffe und Allergene – beispielsweise Staubmilben oder Pollen – können dadurch leicht Entzündungen auslösen. Deswegen quält dann oft unangenehmer, besonders in der Nacht häufig sehr starker Juckreiz in Folge die Patienten.

Die Patienten beginnen sich zu kratzen, wodurch wiederum ein stark juckender Ausschlag auftritt – ein Teufelskreis. Auslöser können Asthma und Allergien, trockene Haut, Schwitzen, Kratzen, extrem hohe oder niedrige Temperaturen, Reizstoffe wie Reinigungsmittel, Wolle oder andere Textilrohstoffe sein. Durchaus können auch Emotionen wie Angst und Stress atopische Dermatitis auslösen.

Die am stärksten betroffenen Körperteile sind meistens Gesicht, Hals, Armbeugen und Kniekehlen. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich: Die Patienten können ­lange Zeit symptomfrei bleiben und dann bricht die Erkrankung aus und kann mehrere Monate lang andauern. Behandlungsstrategien, Therapie Neurodermitiker stellen für gewöhnlich ihre ­Lebensführung darauf ein, einen Ausbruch der ­Erkrankung zu vermeiden.

 

Oft müssen die Patienten ihre Lebensumstände ändern.

Häufig sollten die Patienten sein gesamtes Lebensumfeld ändern. Beispielsweise müssen sie auf Haus­tiere verzichten sowie Teppiche durch Holz-Fußböden austauschen. Schließlich ist oft auch der Strandurlaub zu vermeiden.

Nach Auftreten der Krankheitssymptome ist man allerdings auf Medikamente angewiesen. Hier verschreiben Ärzte oft so genannte Anti­histaminika zur Juckreizstillung, weiters Antibiotika sowie Salben zur Beherrschung von Infektionen.

 

Cortison-hältige Salben oder Cremes auch bei Kindern

Praktisch in keinem Fall schwerer Atopischer Dermatitis kommt man ohne Cortison-hältige Salben oder Cremes aus, auch nicht bei Kindern. Cortison-hältige Salben reduzieren die Entzündung und stellen für die Behandlung der Atopischen Dermatitis sehr effektive Medikamente dar. Leider können die Nebenwirkungen besonders bei langzeitiger Anwendung beträchtlich sein: Vor allem Hautverdünnung (so genannte Atrophie) kann bereits nach einer nur wenige Wochen andauernden Cortison­-Therapie eintreten.

Auch »Einrisse« des Unterhautgewebes, ähnlich den Schwangerschaftsstreifen, machen den Patienten zu schaffen. Da Kinderhaut noch wesentlich dünner und empfindlicher ist als jene von Erwachsenen, ist hier eine solche Therapie noch problematischer. Alternativ kommen die sogenannten Calcineurin-Inhibitoren zum Einsatz, die entzündungshemmend und immunsuppressiv wirken und Mittel der 2. Wahl sind. Die Bestrahlung mit UV-Licht ist eine weitere antientzündliche Behandlungsoption.

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Dr. Reinhold Lautner

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