Psychosoziale Hilfe für Patienten mit Atemwegserkrankung

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Psychosoziale Hilfe für Patienten mit Atemwegserkrankung kann nicht nur die Symptomatik verbessern, sondern auch Depression sowie sozialer Isolation entgegenwirken.

Der Alltag ist für Patienten mit einer Atemwegserkrankung sowie ihren Angehörigen häufig sehr belastend. Grundsätzlich konzentriert sich die Behandlung auf die Verringerung der Symptome. Doch zunehmend finden sich Anzeichen dafür, dass auch psychosoziale Hilfe für Patienten die Symptomatik der Atemwegserkrankung deutlich verbessern kann. Dabei kommt die psychosoziale Hilfe beispielsweise in Form von Beratung zu psychologischen sowie sozialen Problemen zur Anwendung.

 

Beispiel: psychosoziale Hilfe bei Wirkstoff resistenter Tuberkulose

Kanadische Forscher konnten nun mittels einer systematischen Überprüfung von Patienten mit Medikamenten resistenter Tuberkulose die in den letzten Jahren unterstellten positiven Effekte bei einer Atemwegserkrankung nachweisen. Stephanie Law von der McGill University in Montreal und Kollegen zeigten, dass die psychosoziale Hilfe während der gesamten Behandlung in Form von Beratungsgesprächen sowie Hausbesuchen von Angehörigen der Gesundheitsberufe den Patienten deutlich Vorteile brachte.

Dabei profitierten die Patienten vor allem im Zusammenhang mit Depression sowie Therapietreue, der Compliance. Schließlich glauben die Forscher, dass das erfolgreiche Konzept nicht nur für Tuberkulose-Patienten gilt.

Beispielsweise besagen die Leitlinien der British Thoracic Society für Asthma, dass psychosoziale Hilfe beziehungsweise psychoedukative Interventionen auch bei schweren Asthma mit anhaltenden Symptomen sowie häufigen Asthmaanfällen die Anzahl von Krankenhauseinweisungen verringern kann.

 

Psychosoziale Hilfe bei COPD

Weiters empfiehlt der britische National Health Service (NHS) für die Atemwegserkrankung COPD, dass psychosoziale Hilfe einer möglichen sozialen Isolation entgegenwirkt. Außerdem ermöglicht dies den Patienten eher ein unabhängiges Leben zu führen und weiterhin körperlich aktiv zu bleiben.

Schließlich weist das London Respiratory Network beispielsweise darauf hin, dass psychologische Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie in Gruppen den sozialen Alltag verbessern sowie Angstzustände und Depressionen bei COPD-Patienten reduzieren kann. Zu den empfohlenen Behandlungen für COPD gehören Lungenrehabilitationsprogramme, die Komponenten wie körperliches Training und psychologische Unterstützung umfassen.

Verschiedene internationale Leitlinien machen ähnliche Empfehlungen. Denn Menschen mit COPD sind anfällig für Symptome der Angst und Depression, die ihre Lebensqualität sehr beeinträchtigen. Deswegen ist eine effektive pulmonale Rehabilitation von großer Bedeutung.

Dennoch kommt die pulmonale Rehabilitation einschließlich psychosozialer Hilfe für Patienten mit COPD nicht ausreichend zum Einsatz. Dies scheint auf negative Vorurteile der Patienten zurückzuführen zu sein, die laut einer qualitativen Studie keinen Nutzen in solchen Programmen erkennen.

Literatur:

Priya Venkatesan. A role for psychosocial support in the management of respiratory disorders. Lancet Respiratory Medicine Online First. Published:March 28, 2019DOI:https://doi.org/10.1016/S2213-2600(19)30113-4

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Alfred Felsberger

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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