Asthma Bronchiale des Erwachsenen – Therapie individuell anpassen

Asthma bronchiale

Asthma bronchiale

Bei Erwachsenen mit Asthma bronchiale kann eine ausreichend starke Therapie die Symptome bekämpfen nebst anschließendem Step down.

Der Schweregrad von Asthma bronchiale ergibt sich retrospektiv durch die Therapie, die eine Asthmakontrolle bei Erwachsenen erreicht. Dementsprechend haben Experten internationale Leitlinien definiert. So spricht man erstens von mildem Asthma bronchiale bei Erwachsenen bei Therapie-Stufe 1 sowie 2. Zweitens gilt die Therapiestufe 3 als moderates Asthma. Drittens liegt bei Therapiestufe 4 oder 5 ein schweres Asthma bronchiale vor.

Asthma bronchiale entsteht durch eine chronische Entzündung der Atemwege. Bei genetischer Prädisposition resultiert aus der »chronisch desquamativen ­eosinophilen Bronchitis« eine bronchiale Hyperreagibilität gegen allergische und nicht-allergische Trigger. Grundsätzlich zeigt die heterogene sowie multifaktorielle Erkrankung unterschiedliche klinische Verlaufsformen.

 

Asthma Bronchiale des Erwachsenen ist schwerer als im Kindesalter. Grundsätzlich gibt es eine steigende Prävalenz des Asthma bronchiale.

Schweres Asthma tritt häufiger bei älteren Erwachsenen auf. Grundsätzlich ist das Alter ein größerer Risikofaktor für schweres Asthma als die Dauer der Erkrankung.

Übrigens bestehen zahlreiche gute Hinweise, dass die steigende Prävalenz des Asthma bronchiale in der Kindheit mit zunehmender Häufigkeit der Sensibilisierung gegen Umweltallergene einher geht. Eine zunehmende Hygiene in der frühen Kindheit und damit Verringerung »banaler« Infekte und Parasitenbefall sowie die Belastung mit Endotoxinen spielen eine Rolle.

Deswegen begründen Experten die Umwelt- oder Hygienehypothese zur Erklärung zur steigenden Häufigkeit von Asthma und Allergien.

 

Bedarfstherapie, Reliever, ­Befreiertherapie

Wenn ein Erwachsener mit Asthma bronchiale bereits mit Atemnot und eingeschränkter Lungenfunktion die Ordination aufsucht, kann man mittels konsequenter Therapie – hoch genug und lang genug – zuerst die Symptomfreiheit suchen. Und zwar, um anschließend eine Therapiereduktion im Step down-Verfahren durchzuführen.

Wenn der Patient zum Zeitpunkt der Diagnose bei unauffälliger Lungenfunktion beschwerdefrei ist, so kann ein inhalatives Broncholytikum bei Bedarf verordnet werden, um nach Notwendigkeit im Verlauf der Erkrankung ein Step up-Prozedere einzuleiten. Dieser Patient erhält ein kurzwirksames Broncholytikum bei Bedarf.

Wenn Patienten inhalative Betamimetika häufiger einsetzen müssen, jedoch die Lungenfunktion noch im Normbereich ist, so sprechen Ärzte von persistierendem leichten Asthma.

Prinzipiell setzen Patienten die langwirksamen Beta-2-Mimetika ein, wenn öfter als zweimal pro Tag ein kurzwirksames Broncholytikum notwendig ist. Sind langwirksame Betamimetika indiziert, sollte auch die Gabe von Kombinationspräparaten mit inhalativen Kortikosteroiden überlegt werden.

Anticholinergika sind in der Therapie des Asthma bronchiale dann indiziert, wenn die Nebenwirkungen von Betamimetika nicht toleriert werden. Beziehungsweise wenn die Kombination von Anticholinergika mit Betamimetika eine Verbesserung der Symptomatik herbeiführt.

 

Asthma Bronchiale und inhalative Kortikosteroide in der Therapie bei Erwachsenen

Die wichtigste Erkenntnis der letzten Jahre, welche den Phänotypus des Asthma bronchiale dramatisch verändert hat, besteht darin, dass inhalative Kortikosteroide die asthmatische bronchiale Inflammation bereits dann bekämpfen sollen, wenn die leicht intermittierende in die leicht persistierende Form übergeht.

Wenn der Patient also öfter als ein- bis zweimal die Woche tagsüber bzw. öfter als ein- bis zweimal pro Monat nachts ein kurzwirksames Betamimetikum benötigt, dann muss eine geringe Dosis eines Kortikosteroids zusätzlich inhaliert werden.


Literatur:

Fritz Horak, Daniel Doberer,  Ernst Eber, Elisabeth Horak, Wolfgang Pohl, Josef Riedler, Zsolt Szépfalusi, Felix Wantke, Angela Zacharasiewicz, Michael Studnicka. Diagnosis and management of asthma – Statement on the 2015 GINA Guidelines. Wien Klin Wochenschr. 2016; 128(15): 541–554.

Joe G. Zein et al. Asthma Is More Severe in Older Adults. PLoS One. 2015; 10(7): e0133490.


Quelle:

Management der Therapie individuell anpassen Asthma Bronchiale des Erwachsenen. Prim. Univ.-Prof. Dr. Hartmut Zwick (†). MEDMIX 1/2005

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