Asthma bronchiale bei Kindern mit antiinflammatorischer Therapie

Forscher hoffen auf eine baldige Entwicklung einer neuen Therapie von Asthma bei Kindern.

Forscher hoffen auf eine baldige Entwicklung einer neuen Therapie von Asthma bei Kindern.

Asthma bronchiale bei Kindern ist die häufigste chronische Erkrankung des Kindesalter, wobei sichere Diagnose und effektive Therapie oft nicht gesichert sind.

Schweres Asthma bronchiale bei Kindern ist trotz der Therapie mit hohen Dosen von inhalativen oder oralen Kortikosteroiden durch anhaltende Symptome gekennzeichnet. Kinder mit schwerem Asthma können in zwei Kategorien fallen: schwer zu behandelndes Asthma oder schweres therapieresistentes Asthma. Viele Kinder mit Asthma bronchiale leiden trotz optimalem Therapie-Plan mit Inhalationsmedikamenten an unkontrolliertem Krankheitsgeschehen mit häufigen Exazerbationen. Hierzu kann ein frühes Feedback zu Therapietreue und Inhalationstechnik dabei helfen, dass Kinder die Kontrolle ihrer Asthma-Erkrankung verbessern und unnötige Umstellungen auf Biologika verhindern. Übrigens reagieren Kinder mit Asthma bronchiale sehr gut auf Rückmeldungen bezüglich Therapie und die eingesetzten Medikamente beziehungsweise Inhalationsfehler.

 

Allergie und Asthma bei Kindern

Um Asthma bei Kindern zu erkennen, ist die Lungenfunktionsdiagnostik als objektiver Parameter im Kindesalter nur beschränkt einsetzbar. Anamnese und Klinik sind besonders beim jüngeren Kind ­diagnostisch bedeutend. Eine positive Asthma-Anamnese bezüglich Asthma bei den Eltern, atopische Dermatitis und Sensibilisierung gegenüber Inhalationsallergenen sind Kriterien, die auch prospektiv (für eine spätere Asthmaentwicklung) aussagekräftig sind.

Beim Asthma handelt es sich um eine chronische entzündliche Erkrankung mit daraus resultierender variabler Atemwegsobstruktion und Hyperreagibilität der Bronchien mit wiederkehrenden Anfällen von Atemnot, Husten und Dyspnoe. Die Ursache dafür ist eine pathologische Reaktion der Atemwegsschleimhaut auf verschiedene Stimuli.

Jedenfalls sollten Ärzte ihre kleinen Patienten mit Verdacht auf Asthma bronchiale hinsichtlich einer koexistenten Allergie untersuchen. Denn die meisten Asthmatiker weisen eine positive Allergieanamnese auf. Der Nachweis der Sensibilisierung gegen nutritive und inhalative Allergene ist neben der Familienanamnese und dem Vorliegen einer atopischen Erkrankung (Dermatitis, aller­gische Rhinitis, Konjunktivitis) diagnostisch und prospektiv ­bedeutsam.

 

Therapie des Asthma ­bei Kindern

Die Therapie von Asthma bei Kindern erfolgt meist mit einer Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Welche Wirkstoffe in welcher Dosierung zur Anwendung kommen, hängt unter anderem vom Erkrankungsschweregrad und dem Alter des Kindes ab.

Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege mit Atemwegsobstruktion und bronchialer Hyperreagibilität. Deswegen muss das Therapiekonzept muss prinzipiell antiinflammatorisch sein.

Im Grunde genommen braucht eine erfolgreiche Behandlung des Asthmas bei Kinder und ­Jugendlichen auch ein Langzeit­management. Denn ein entzündungshemmendes Langzeit­manage­ment reduziert die bronchiale Überempfindlichkeit.

Deswegen gelten Kortiko­steroide aufgrund ihrer antiinflammatorischen Wirkung als effektivste Asthmatherapie. Weiters korrigieren die Broncho­dilatatoren (»Reliever«) die akuten Symptome wie Husten sowie Atemnot. Die Kombination eines lang wirksamen Beta 2-Mimetikums mit einem inhalativen Kortikoid ist im Kinder- und Jugendalter gut etabliert.

Lang wirksame Beta 2-Mimetika und Kortikoide wirken synergis­tisch. Damit können die beiden Substanzklassen komplementär in die Pathophysiologie der Erkrankung eingreifen und bewirken damit Effekte, die mit einer der beiden Substanzen alleine nicht erreicht werden können. Das optimale Therapiekonzept mit dem Ziel der Symptomfreiheit wird im Step-up Verfahren erarbeitet.

Ist das Kind über zwei bis vier Monate beschwerdefrei und die Lungenfunktion normal, soll die Therapie stufenweise reduziert werden (Step-down).

 

Therapie des kleinen Kindes und des Säuglings

Asthma bei Kindern präsentiert sich in den ersten fünf Jahren vorwiegend als pfeifende Atmung. (»wheezing«). Banale Virusinfekte lösen bei vielen Kindern lang­wierige Bronchialobstruktionen aus (»infektassoziierte obstruktive Bronchitis«). Dagegen sind Beta 2-Mimetika wirksam und zeigen eine gute Prognose. Die Verabreichung von Steroiden an diese Patientengruppe ist nicht gerechtfertigt, da auch mit oraler Gabe keine positiven Effekte erzielt werden konnten.

 

Patientenschulung

Eine gute Compliance vorausgesetzt kann man Asthma bei Kindern in fast allen Fällen erfolgreich behandeln. Patienten und Angehörige müssen ausreichend über das Krankheitsbild Asthma informiert sein, um bei akuter Verschlechterung den Anfall mit der Notfallsmedikation beherrschen zu können. Dazu sind regelmässige Schulungen durch ausgebildete Trainer notwendig.

 

Probleme bei der Therapie

Bei mangelnder Effektivität der Therapie, unzureichender Compliance sowie der Notwendigkeit, Dosissteigerungen inhalativer Steroide über das angegebene Niveau vorzunehmen, sollten auf jedenfalls Spezialisten das Kind untersuchen.

Im Grunde genommen leiden viele asthmatische Kinder leiden trotz eines optimalen Behandlungsplans mit Inhalationsmedikamenten an unkontrolliertem Asthma mit häufigen Exazerbationen. Studien haben gezeigt, dass die Therapietreue und mangelnde Inhalationstechnik bei asthmatischen Kindern oft nicht optimal ist. Allerdings war das bislang schwer zu messen.

Interessant ist hierzu ein neuartiges Gerät, das als Zusatz zum Inhalator fungiert. Es wurde entwickelt, um Therapietreue und mangelnde Inhalationstechnik durch Aufzeichnen von Vibrationsmustern während des Inhalierens zu messen. Diese Daten über eine mobile Anwendung bieten ein intelligentes Feedback. Damit soll schließlich die Asthmakontrolle bei Kindern zwischen 6 und 18 Jahren verbessert werden. Die Asthmakontrolle wird durch erzwungenes Ausatmungsvolumen in 1 s gemessen.


Literatur:

Sportel ET, Oude Wolcherink MJ, van der Palen J, Lenferink A, Thio BJ, Movig KLL, Brusse-Keizer MGJ. Does immediate smart feedback on therapy adherence and inhalation technique improve asthma control in children with uncontrolled asthma? A study protocol of the IMAGINE I study. Trials. 2020 Sep 17;21(1):801. doi: 10.1186/s13063-020-04694-4. PMID: 32943094; PMCID: PMC7499851.

Guilbert TW, Bacharier LB, Fitzpatrick AM. Severe asthma in children. J Allergy Clin Immunol Pract. 2014 Sep-Oct;2(5):489-500. doi: 10.1016/j.jaip.2014.06.022.

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