Thymian als Heilpflanze bei Erkältungen gegen Husten und Bronchitis wirksam

Bereits seit der Antike konnte sich Thymian bei Erkältung gegen Husten und Bronchitis bewähren. © Fortyforks / shutterstock.com

Bereits seit der Antike konnte sich Thymian bei Erkältung gegen Husten und Bronchitis bewähren. © Fortyforks / shutterstock.com

Thymian, die wohlschmeckende Gewürzpflanze, ist als Heilpflanze wirksam bei Husten und Bronchitis sowie zur Desinfektion bei Erkältungen.

im Grunde genommen zählt der Thymian zu den wertvollsten Heilpflanzen bei Erkältungen, Husten und Bronchitis. Denn es gibt kaum einen Bereich bei Erkältungen, wo die Arzneipflanze nicht helfen könnte. Die größte Stärke liegt in den heilsamen Eigenschaften in Bezug auf die Lunge und den Bronchien. Die ätherischen Öle mit dem Wirkstoff Thymol zeigen auch starke antimikrobiellen Eigenschaften, wodurch sich Thymian als Bestandteil natürlicher Antiseptika mit Anwendungen in der Pharma- und Lebensmittelindustrie eignet. Eine der häufigsten Anwendungen sind Thymianöl-Inhalationen bei Erkältung, Schnupfen und vor allem gegen Husten und Bronchitis. Dazu gibt man etwa 3 Tropfen Thymianöl in 2 Liter Wasser. Die Thymian-Anwendung befeuchtet auch die gereizten Nasennebenhöhlen und wirkt gegen Erschöpfung.

 

Thymol und Thymianöl

Bereits in der Antike wurden die positiven Wirkungen des Thymus vulgaris vom römischen Gelehrten Plinius (der Ältere) erwähnt. Im 12. Jahrhundert beschrieb Hildegard von Bingen Einsatzgebiete der Heilpflanze. 2006 wurde Thymian zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Die derzeitige Suche nach neuen Richtungen biologischer oder therapeutischer Aktivitäten natürlicher Pflanzensubstanzen mit bekannten Strukturen umfasst ätherisches Thymianöl und Thymol. Denn Thymol sowie ätherisches Thymianöl werden in der traditionellen Medizin seit langem als schleimlösende, entzündungshemmende, antivirale, antibakterielle und antiseptische Mittel verwendet. Die enthaltenen Polyphenolverbindungen könnte vor allem auch für die Behandlung von Corona-Patienten mit der Coronavirus-Erkrankung Covid 19 relevant sein, wie eine rezente Studie zeigen konnte. Unter dem Strich kommen sie hauptsächlich bei der Behandlung der oberen Atemwege zum Einsatz.

Neue Studien haben auch Wirkungen gegen Krankheitserreger in den Schleimhäuten, gegen Pilzerreger und Leishmaniellen sowie Viren nachgewiesen. Auch gegen Krebszellen soll Thymianöl mit seinem Thymol positive Wirkungen entfalten.

Zudem gibt es neue therapeutische Formulierungen, wie Nanokapseln, die Thymol enthalten. Diese könnten in der medizinischen Praxis von Vorteil sein und einen umfassenden Einsatz ermöglichen. Die umfassende Anwendung von ätherischem Thymol- und Thymianöl im Gesundheitswesen wäre jedenfalls sehr vielversprechend.

 

Thymian gegen Husten und Bronchitis

Unter dem Strich gehört der Thymian zu den am häufigsten verwendeten pflanzlichen Hustenlöser, Expektorantien. Vieler pflanzliche Wirkstoffkombinationen mit Thymian sind wirksam gegen Husten und Bronchitis. Aber auch bei Magen- und Darmbeschwerden kann die Arzneipflanze bei der Linderung von verschiedenen Beschwerden helfen.

Quelle: Mykola Ivashchenko / shutterstock.com
Die pflegeleichte Arznei- und Gewürzpflanze Thymian – Thymus vulgris – bevölkert jedes Jahr den Kräutergarten und verbreitet dabei seinen wohltuenden Duft. Bis in den Winter hinein kann man frische Blätter, die sich leicht vom holzigen Stengel rebeln lassen, ernten. © Mykola Ivashchenko / shutterstock.com

Grundsätzlich werden dem Thymus vulgris schleim- und krampflösende Wirkungen zugesprochen. Zudem soll die Heilpflanze den Auswurf fördern. Schließlich bekämpft es Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilzen und kann auch Entzündungen hemmen.

 

Studienergebnisse über die Wirkung von Thymian bei Erkältungen

Studien zeigen, dass Thymiankraut-Dickextrakte über die Fähigkeit verfügt, die Beta 2-Rezeptoren der Lungenmembran zu modulieren. Dadurch fällt die Propranolol-induzierte Kontraktion deutlich schwächer aus. Für einen deshalb nahe liegenden bronchospasmolytischen Effekt der Arzneipflanze Thymian sprechen auch die Ergebnisse weiterer Versuche. Beispielsweise wurde ein vergleichbare Effekt an der Luftröhre von Ratten nachgewiesen.

Die Relaxationsversuche deuten jedenfalls auf eine Wechselwirkung des Thymian­extraktes mit Beta 2-Rezeptoren hin. Dies gibt insgesamt Hinweise auf den Wirkungsmechanismus der Bronchospasmolyse (Beteiligung von Beta 2-Rezeptoren). Schließlich bestätigt das auch die vermutete Verbesserung der Zilientätigkeit. All dies lässt jedenfalls die Wirkung von Thymian und Thymianöl bei Erkältungen vermuten.

 

Gewürzpflanze Thymian typisch für die mediterrane Küche

Unter dem Strich ist der Thymian aber auch ein herbwürziges Gewürz mit leicht bitterem Geschmack. Wobei auch hier das Thymol sowie auch Carvacrol für den Geschmack und den Geruch die prägenden Komponenten sind. Die Gewürzpflanze ist neben anderen Kräutern eine typische Aromakomponente der mediterranen Küche. Sie kommt besonders häufig in der französischen und italienischen Küche zum Einsatz.

Jedenfalls passt der Thymian sehr gut zu Fleisch- sowie auch Fischgerichten. Wobei das Kräutergewürz zudem auch bei Gemüse-, Kartoffel und Nudelgerichten sehr gut schmeckt. Im Grunde genommen sollte man den frischen Thymian in einem Plastikbeutel im Kühlschrank lagern. Denn dort bleibt er einige Tage frisch. Allerdings ist er getrocknet sehr lange lagerungsfähig und verliert kaum an Aroma.


Literatur:

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