Arthrose mit SYSADOA und Schmerzmittel behandeln

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Bei Arthrose – die vor allem mit Schmerzmittel und SYSADOA behandelt wird – hat das entzündliche Geschehen im Gelenk bedeutend größere Bedeutung als bisher vermutet wurde.

Die Volkskrankheit Arthrose ist nach wie vor nicht heilbar. Heutzutage steht  das entzündliche Geschehen im Gelenk immer mehr im Fokus. Dementsprechend wird der konservative Einsatz verschiedener Analgetika verstärkt auch mit sogenannten SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-­Arthritis) kombiniert. Diese SYSADOA greifen direkt in die Zytokinproduktion ein, wobei den größten Nutzen der Patient weiterhin von einer möglichst frühen Diagnose und baldigem Therapiebeginn hat.

 

Risiko Beruf und Übergewicht

Neben erblicher Vorbelastung, Gelenkschädigungen z.B. nach Unfällen sind immer mehr große Belastungen durch Beruf und Übergewicht wichtig in der Entstehung der Arthrose, vor allem Schwerarbeiter sind gefährdet. Wenngleich alle Gelenke betroffen sein können, tritt die Erkrankung aufgrund der hohen Beanspruchung vor allem in den Hüft- und Kniegelenken sowie der Wirbelsäule auf.

 

Frühe Diagnose und Therapie der Arthrose wichtig

Bei Patienten mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung muss zuerst differenzialdiagnostisch eine Rheuma-Erkrankung ausgeschlossen werden. Je früher man Arthrose diagnostiziert, desto effektiver kann man sie stoppen. Zunehmend wird klar, dass besonders Il-1 und TNF-alpha an dem knorpeldestruierenden, entzündlichen Geschehen beteiligt sind. So stimuliert Il-1 proteolytische Enzyme, die den Knorpelabbau beschleunigen und hemmt zugleich die Resynthese von Proteoglycanen. Die bisherigen konservativen therapeutischen Maßnahmen beschränkten sich auf Schmerztherapie, entzündungshemmende Maßnahmen wie NSAR, die Verabreichung von SYSADOA und die intraartikuläre Applikation von Cortison. Wichtig ist eine wirksame Schmerztherapie, hier kommen Paracetamol, NSAR, immer öfter Opioide aber auch Arzneipflanzen wie die Teufelskralle zum Einsatz.

SYSADOA (Symptomatic Slow Acting Drugs in Osteo-Arthritis) wirken verzögert

SYSADOA sind gekennzeichnet durch eine chondroprotektive (DMOAD – Disease Modifying Osteo-arthritis Drugs) und indirekt analgetische Wirkung, die verzögert einsetzt, dafür aber noch nach Absetzen der Medikation anhält (Carry-over-effect). Zu bekannten Substanzen zählen Chondroitinsulfat, Glucosaminsulfat, Hyaluronsäure, Diacerein sowie pflanzliche Extrakte aus Avocado, Sojabohne oder Artischocke.

Die etwa 5 mal pro Woche durchgeführte intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure soll eine langanhaltende Verbesserung der Gelenkschmerzen bringen. Hyaluronsäure kann den Knorpelaufbau angeregen und die Diffusion zwischen Synovia und Knorpel verbessern.

Das oral eingenommene Chondroitinsulfat gilt als knorpelaufbauende Substanz und soll die Zerstörung des Gelenkknorpels aufhalten. In zahlreichen Untersuchungen wurden schmerzlindernde, entzündungshemmende, Knorpel protektive und Knorpel aufbauende Effekte von Glucosaminsulfat bestätigt. Bewährt hat sich die KOmbination Glucosaminsulfat mit Chondroitinsulfat.

Diacerein – ein halb-synthetisches Antraquinonderivat) hemmt die proinflammatorische Zytokinproduktion und die Effekte von Il-1, ohne aktiv in die Prostaglandinsynthese einzugreifen. Diacerein wird gut vertragen und hat keine schweren unerwünschten Wirkungen.


Quelle:

Comparison of various SYSADOA for the osteoarthritis treatment: an experimental study in rabbits.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25986068

http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/osteoarthritis/basics/definition/con-20014749

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About Author

Dr. Darko Stamenov

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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