Arnika für die Gesundheit: Arnikatinktur selber machen

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Arnika hatte einst den Ruf, die Gesundheit zu fördern sowie Blitzschlag und bösen Hexenzauber abzuwenden. Eine Arnikatinktur kann übrigens man gut selber machen.

Unter dem Strich gilt die Arnica montana als eine weit verbreitete Heilpflanze, die in die Volksmedizin zur Behandlung verschiedener Leiden einsetzt. Allerdings ist ungewiss, welche der Anwendungsweise hierfür in Betracht kam. Im Mittelalter wurde Arnika dann in Kräuterbüchern erwähnt, um etwa verschiedene Beschwerden und Krankheiten zu kurieren. Später im 18.Jahrhundert galt diese Pflanze sogar als Allheilmittel. Sebastian Kneipp erwähnte sie wie folgt: „….ich halte sie für das erste Heilmittel bei Verwundungen und kann sie deshalb nicht genug empfehlen“. Auch Goethe schätzte sie und trank nach seinem Herzinfarkt regelmäßig Arnikatee. Dadurch haben sich die Beschwerden angeblich gebessert. Beliebt ist außerdem die Anwendung einer Arnikatinktur, die man recht einfach selber machen kann.



 

Arnika botanisch im Blickpunkt

Die Echte Arnika auch Bergwohlverleih genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Arnika und gehört zur Familie der Korbblütler. Diese ausdauernde krautige Giftpflanze wird bis zu 60cm hoch und gedeiht in den Gebirgen Europa.. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die gelben körbchenförmigen Blütenstände riechen aromatisch. Außerdem steht Arnika unter Naturschutz! Das Ausgraben von Pflanzen ist untersagt und auch vollkommen sinnlos, da Arnika-Pflanzen unter geänderten Umweltbedingungen in der Regel absterben. Für die Herstellung von Arzneimitteln werden die Zuchtsorten verwendet, die auch großflächig kultiviert werden können.

 

Inhaltsstoffe und Anwendungen

Für die arzneiliche Verwendung nimmt man ausschließlich die Blüten der Heilpflanze. Darin sind Sesquiterpenlactone, Flavonoide, ätherisches Öl (mit Thymol), Phenolcarbonsäuren sowie Cumarine enthalten. Diese Stoffe haben eine entzündungshemmende, desinfizierende und schmerzstillende Wirkung. Als äußerliche Anwendung hilft Arnika in Form von Salben oder Tinkturen, Gel oder Massageöl bei Schwellungen, Verstauchungen und Prellungen, Quetschungen, Verbrennungen, oberflächlichen Venenentzündungen, Sonnennbrand, Blutergüssen, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen, Entzündungen als Folge von Insektenstichen und auch Furunkel.

Schließlich konnte eine unlängst durchgeführte Studie zeigen, dass Arnika-Pflanzenextrakte antibakterielle, antitumorale, antioxidative, entzündungshemmende, antimykotische sowie immunmodulatorische Aktivitäten besitzen. Das breite Spektrum chemischer Verbindungen mit Sesquiterpenlactonen und ihrer kurzkettigen Kohlensäureester, Flavonoide, Carotinoide, ätherischen Öle, Diterpene, Arnidiol, Pyrrolizidinalkaloide, Cumarine, Phenolsäuren, Lignane sowie Oligosaccharide waren in verschiedenen Teilen die Pflanze zu finden.



Arnikatinktur und die anderen Dareichungsformen

Man verdünnt die Arnikatinktur drei- bis zehnfach und wendet sie in Form von Umschlägen oder Einreibungen an. Zu beachten ist aber auch, dass man bei der Anwendung einer Arnikatinktur oder Arnikasalbe unter Umständen allergisch reagieren kann (Korbblütler- Allergie). Dann rötet sich die Haut und ist gereizt. Außerdem kann die Hautstelle auch Anschwellen mit Bläschenbildung. Allergien gegen Arnika gibt es relativ oft; wenn man während der Behandlung entzündliche Reaktionen der Haut bemerkt, lieber die die Behandlung mit Arnika abbrechen. Auf die innerliche Anwendung sollten Sie generell verzichten, da als Folge immer wieder Herzrhythmusstörungen beobachtet werden.

 

Arnikatinktur selber machen

Um eine Arnikatinktur selber machen zu können,  übergiesst man 10g Arnika-Blüten in einem Gefäß mit 100ml mindestens 40%-igem Alkohol. Schließlich lässt man diese Mischung etwa 10 Tage ruhen, dabei sollte man täglich schütteln. So werden die Inhaltsstoffe freigesetzt. Nachdem die Zeit vergangen ist, kann man abseihen und die fertige Tinktur in ein kleines dunkles Fläschchen abfüllen. Jetzt dunkel und kühl lagern. So bleibt die volle Heilkraft bis zu 2 Jahre erhalten. Bei Bedarf sollte man mit Wasser oder Kamillentee verdünnen, bevor man eine Einreibung oder Umschläge macht. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, reibt man die schmerzhaften, erkrankten Stellen zwei- bis dreimal täglich ein.



Literatur:

Kriplani P, Guarve K, Baghael US. Arnica montana L. A plant of healing: review. J Pharm Pharmacol. 2017 Aug;69(8):925-945. doi: 10.1111/jphp.12724. Epub 2017 Apr 11.

Latest News

Biologika bei Psoriasis effektiver gegen psychische Leiden und Depression

Die Anwendung von Biologika bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis ist effektiver gegen gleichzeitig auftrretende psychische Leiden und Depressionen. Biologika, die bei mittelschwerer bis...

Mehr Sicherheit im Krankenhaus für die Mitarbeiter

Die Österreichische Ärztekammer fordert mehr Schutz und Sicherheit für die Mitarbeiter im Krankenhaus. Spezielle sind Sicherheitskonzepte gefragt. Die Ergebnisse einer aktuellen KAV-Umfrage bestätigen Befragungen der Spitalsärzte. Sicherheitskonzepte müssen...

Rezeptor CD95 auf Krebszellen löst Zelltod aus, oder regt das Krebswachstum an

Wenn der auf allen Krebszellen vorhandene Rezeptor CD95 aktiviert wird, so löst das den programmierten Zelltod aus, oder regt hingegen das Krebswachstum an. Wissenschaftler im Deutschen...

Nikotinfreie und Nikotinhaltige e-Zigarette verbesserten die Gefäßfunktion

Die Nikotinfreie und Nikotinhaltige e-Zigarette verbessert die Gefäßfunktion. Und zwar innerhalb eines Monats nach dem Wechsel von einer Tabakzigarette. Unter dem Strich gewinnen e-Zigaretten und Tabakerhitzern...

Deutsche Gesellschaft für Urologie zur Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Instrumente, die Urologen zur Blasenspiegelung (Zystoskopie) einsetzen, müssen natürlich steril sein. Doch eine Infektion ist nie ganz auszuschließen. Anlässlich des vom Berufsverband der Deutschen Urologen...

More Articles Like This