Arnika für die Gesundheit: Arnikatinktur selbst herstellen

0

Arnika hatte einst den Ruf, die Gesundheit zu fördern sowie Blitzschlag und bösen Hexenzauber abzuwenden. Eine Arnikatinktur kann man gut selbst herstellen.

Unter dem Strich gilt die Arnica montana als eine weit verbreitete Heilpflanze, die in die Volksmedizin zur Behandlung verschiedener Leiden einsetzt. Allerdings ist ungewiss, welche Anwendungsweise hierfür in Betracht kam. Im Mittelalter wurde Arnika dann in Kräuterbüchern erwähnt, um etwa verschiedene Beschwerden und Krankheiten zu kurieren. Später im 18.Jahrhundert galt diese Pflanze sogar als Allheilmittel. Sebastian Kneipp erwähnte sie wie folgt: „….ich halte sie für das erste Heilmittel bei Verwundungen und kann sie deshalb nicht genug empfehlen“. Auch Goethe schätzte sie und trank nach seinem Herzinfarkt regelmäßig Arnikatee, seine Beschwerden sollen sich angeblich gebessert haben.

 

Arnika botanisch im Blickpunkt

Die Echte Arnika auch Bergwohlverleih genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Arnika und gehört zur Familie der Korbblütler. Diese ausdauernde krautige Giftpflanze wird bis zu 60cm hoch und gedeiht in den Gebirgen Europa.. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die gelben körbchenförmigen Blütenstände riechen aromatisch. Außerdem steht Arnika unter Naturschutz! Das Ausgraben von Pflanzen ist untersagt und auch vollkommen sinnlos, da Arnika-Pflanzen unter geänderten Umweltbedingungen in der Regel absterben. Für die Herstellung von Arzneimitteln werden Zuchtsorten verwendet, die auch großflächig kultiviert werden können.

 

Inhaltsstoffe und Anwendungen

Für die arzneiliche Verwendung nimmt man ausschließlich die Blüten der Heilpflanze. Darin sind Sesquiterpenlactone, Flavonoide, ätherisches Öl (mit Thymol), Phenolcarbonsäuren sowie Cumarine enthalten. Diese Stoffe haben eine entzündungshemmende, desinfizierende und schmerzstillende Wirkung. Als äußerliche Anwendung hilft Arnika in Form von Salben oder Tinkturen, Gel oder Massageöl bei Schwellungen, Verstauchungen und Prellungen, Quetschungen, Verbrennungen, oberflächlichen Venenentzündungen, Sonnennbrand, Blutergüssen, rheumatischen Muskel- und Gelenkschmerzen, Entzündungen als Folge von Insektenstichen und auch Furunkel.

Schließlich konnte eine unlängst durchgeführte Studie zeigen, dass Arnika-Pflanzenextrakte antibakterielle, antitumorale, antioxidative, entzündungshemmende, antimykotische sowie immunmodulatorische Aktivitäten besitzen. Das breite Spektrum chemischer Verbindungen mit Sesquiterpenlactonen und ihrer kurzkettigen Kohlensäureester, Flavonoide, Carotinoide, ätherischen Öle, Diterpene, Arnidiol, Pyrrolizidinalkaloide, Cumarine, Phenolsäuren, Lignane sowie Oligosaccharide waren in verschiedenen Teilen die Pflanze zu finden.

 

Arnikatinktur und andere Dareichungsformen anwenden

Arnikatinktur wird drei- bis zehnfach verdünnt und ein Form von Umschlägen oder Einreibungen angewandt. Erwähnenswert ist noch, dass man bei der Anwendung einer Arnikatinktur oder Arnikasalbe unter Umständen allergisch reagieren kann (Korbblütler- Allergie): die Haut wird gerötet und gereizt, die Stelle kann auch Anschwellen mit Bläschenbildung. Allergien gegen Arnika gibt es relativ oft; wenn man während der Behandlung entzündliche Reaktionen der Haut bemerkt, lieber die die Behandlung mit Arnika abbrechen. Auf die innerliche Anwendung sollten Sie generell verzichten, da als Folge immer wieder Herzrhythmusstörungen beobachtet werden.

 

Herstellung einer Arnikatinktur

10g Arnika-Blüten übergiesst man in einem Gefäß mit 100ml mindestens 40%-igem Alkohol. Schließlich lässt man diese Mischung etwa 10 Tage ruhen, dabei sollte man täglich schütteln. So werden die Inhaltsstoffe freigesetzt. Nachdem die Zeit vergangen ist, kann man abseihen und die fertige Tinktur in ein kleines dunkles Fläschchen abfüllen. Jetzt dunkel und kühl lagern. So bleibt die volle Heilkraft bis zu 2 Jahre erhalten. Bei Bedarf sollte man mit Wasser oder Kamillentee verdünnen, bevor man eine Einreibung oder Umschläge macht. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, reibt man die schmerzhaften, erkrankten Stellen zwei- bis dreimal täglich ein.

Literatur:

Kriplani P, Guarve K, Baghael US. Arnica montana L. A plant of healing: review. J Pharm Pharmacol. 2017 Aug;69(8):925-945. doi: 10.1111/jphp.12724. Epub 2017 Apr 11.

Share.

About Author

MEDMIX Newsroom

Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Comments are closed.