Warum Argumente der Impfgegner die öffentliche Gesundheit gefährden

Impfgegner bezweifeln immer wieder die Sicherheit von Impfstoffen und warnen vor möglichen Nebenwirkungen. © Peerayot / shutterstock.com

Impfgegner bezweifeln immer wieder die Sicherheit von Impfstoffen und warnen vor möglichen Nebenwirkungen. © Peerayot / shutterstock.com

Ungerechtfertigte Argumente der Impfgegner verunsichern die Bevölkerung. Doch die Impfung ist die wichtigste Vorbeugung gegen teils tödliche Infektionen.

Unter dem Strich sind viele Ärzte vor allem auch Kinderärzte, die gerne ihre jungen Patienten impfen würden, mit verunsicherten Eltern konfrontiert. Deswegen werden Impfungen gegen andere ebenfalls lebensbedrohliche Infektionen derzeit häufig nicht durchgeführt. Daran sind einerseits jene Eltern schuld, die Ängste in der Corona-Pandemie vor einer Infektionen mit SARS-Cov-2 haben. Andererseits  sind das Eltern, die im Grunde genommen eher Impfgegner sind. Doch auch jetzt sind allgemein auch andere Impfungen wichtig und durchzuführen, um Ausbrüche von verhinderbaren Krankheiten zu vermeiden.

Das Impfen ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme gegen Infektionen. Da die große Wirksamkeit von Impfungen einen starken Rückgang der Infektionserkrankungen bewirkt hat, sind jedenfalls die schrecklichen Erkrankungsbilder aus unserem Bewusstsein verschwunden. Und deswegen bekommt man aber auch ungerechtfertigterweise immer wieder Bedenken der Impfgegner über die Sicherheit der Impfstoffe und deren Argumente zu hören.

 

Lebensverlängerung durch Impfen

Im Grunde genommen hat keine andere Maßnahme der modernen Medizin mehr zur Lebensverlängerung beigetragen als das Impfen. Neben der Ausrottung der Pocken 1978 sind die großen Seuchen des vergangenen Jahrhunderts durch die Einführung der Schutzimpfungen in der westlichen Welt praktisch verschwunden. Übrigens waren die Pocken die Seuche, die wie keine andere immer wieder riesige Teile der Menschheit dahingerafft hatte.

Heut sind große Teile der Welt frei von Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus sowie invasiven Infektionen durch Hämophilus influenzae Typ B. In Ländern wie den USA und Finnland treten beispielsweise die Masern­ nicht mehr auf.

 

Weniger Bedrohung, weniger Sorgen

Die hohe Wirksamkeit der Impfungen führt nun aber dazu, dass viele Menschen solche Infektionserkrankungen immer weniger als Bedrohung empfinden. Und im Gegenzug machen sie sie immer mehr Sorgen über die Sicherheit von Impfstoffen bzw. möglichen Nebenwirkungen.

Deswegen hat man nationale Institute sowie riesige Datenbanken zur Erfassung von Impfnebenwirkungen geschaffen. Weiter wurden zahllose große Studien veröffentlicht, die belegen, welchen großen Nutzen die derzeit empfohlenen Impfungen haben.

Die harten Fakten können jedoch viele Menschen nicht mehr vom großen Nutzen des Impfens über­zeugen. Denn organisierte Impfgegner sowie wiederholte Medienberichte und vermeintliche Argumente gegen Impfungen ver­unsichern die Menschen sehr.

Unter dem Stich kann man aggressive Impfgegner in den seltensten Fällen von der Unrichtigkeit ihrer Einstellung überzeugen. Es ist jedoch wichtig, dass man die verunsicherte Bevölkerung wiederholt über die enormen Vorteile des Impfens aufgeklärt. Denn die Infektionserkrankungen treffen nicht jeden. Aber in einer großen Gruppe von Menschen, die nicht geimpft ist, kommt es mit absoluter Regelmäßigkeit immer wieder zu teils tragischen Opfern.

Impfgegner und die organisierte ­Verunsicherung

Impfgegner sind in eigenen Vereinen organisiert. Und sie treten mit regelmäßiger Vortragstätigkeit, durch Verfassen eigener Bücher und Zeitschriften und durch Erstellung eigener Homepages sektenartig mit falschen Argumenten an die Öffentlichkeit.

Wie man besser verstehen kann, warum radikale Impfgegner immer wieder Anhänger finden, zeigte exemplarisch ein »Kurs« eines solchen »Experten«. Wobei dieser leider auch promovierter Mediziner war.

Einer der Zuhörer, der sich nicht als Arzt zu erkennen gab, hörte sich etwa zwei Stunden lang verschiedene Unwahrheiten an. Der Vortrag bestach durch absoluten medizinischen Unsinn und massenweise Anschuldigungen gegen die Schulmedizin.

Der selbsternannte »Guru« versuchte seine Zuhörer aber nicht nur mit Angriffen gegen die Schulmedizin und »Berichten« über negative Auswirkungen des Impfens zu überzeigen. Hingegen brachte er auch positive Botschaften.

„Krankheiten sind natürlich und etwas Positives. Die Betrachtung der Krankheit als etwas Positives entspricht der Harmonie mit der Natur. Und diese positiven Gedanken schützen vor allem vor wirklich schweren Erkrankungen. Schwere Erkrankungen treten nicht auf, wenn der Mensch mit der Natur im Einklang lebt.“

Solche Gedanken sind für jeden Arzt, der im klinischen Alltag mit schweren Infektionserkrankungen konfrontiert ist, blanker Unsinn. Und solche Argumente der Impfgegner verursachen sogar Aggressionen gegenüber einer derart vorgetragenen Dummheit.

 

„Impfen wirkt nicht.“

Natürlich wirkt Impfen. Ein wichtiger Beweis ist beispielsweise der eindeutige Rückgang der Masernerkrankungen in den USA. In den Jahren 1958 bis 1962 konnte man in den USA durchschnittlich 503.282 Masernfälle pro Jahr verzeichnen. Nach der Einführung der Masernimpfung im Jahre 1963 wurden im Jahre 2001 nur mehr 116 Fälle registriert. Das entspricht einer Häufigkeitsreduktion von 99,98%. Wobei Untersuchungen darauf hinweisen, dass alle 116 Fälle vom Ausland importiert worden waren.

 

Eines der häufigen Argumente der Impfgegner ist: „Der allgemeine Rückgang der Infektionskrankheiten ist nicht die Folge des Impfens. Sondern die besseren Lebensumstände wie beispielsweise die gesündere Ernährung und die besseren hygienischen Verhältnisse sind dafür verantwortlich.“

Neben dem oben genannten Beispiel sind noch zwei weitere Beispiele zur Wirksamkeit von Impfungen exemplarisch. Beide stammen aus den letzten Jahren. Sie stammen also aus einer Zeit, in der Veränderungen der Lebensumstände, Ernährung sowie Hygiene sicher keinen Einfluss auf das Verschwinden von Infektionserkrankungen haben können.

 

Impfung gegen FSME

Die ersten Daten stammen aus österreichischen Untersuchungen über den Einfluss der Impfung gegen die Frühsommer­meningoenzephalitis (FSME). Und zwar wie häufig dadurch die Erkrankung bei steirischen Kindern auftritt. Vor Einführung der FSME-Impfung gab es in der Steiermark etwa 10 bis 25 Erkrankungsfälle pro Jahr. Nach der Einführung der generellen FSME-Impfung im Jahre 1984 gingen die Erkrankungsfälle bis nahezu Null zurück.

Von allen 109 Erkrankungsfällen, die Mediziner im ganzen Zeitraum der Studie zwischen 1980 und 2000 beobachten, waren 106 vollkommen ungeimpft und 3 unvollständig geimpft.

Im Gegensatz zur etwa 95% Durchimpfungsrate gegen FSME bei steirischen Schulkindern war also kein einziges erkranktes Kind ausreichend gegen FSME geimpft. In unserem Nachbarland Slowenien, das die gleichen klimatischen und sozioökonischen Bedingungen wie die Steiermark aufweist, werden weiterhin zwischen 15 und 25 FSME-Erkrankungen bei Kindern pro Jahr beobachtet. Die Durchimpfungsrate gegen FSME liegt bei slowenischen Kindern unter 5%.

 

Meningokokkenimpfung

Das zweite Beispiel ist die Einführung der Konjugatimpfstoffe gegen Meningokokken der Gruppe C in England im Jahre 1999. Vor dieser Zeit wurden in England über 800 Erkrankungsfälle der Gruppe C und über 1.100 der Gruppe B beobachtet. Nach der Einführung der Meningokokkenimpfung gegen C fiel die Häufigkeit der C-Fälle auf unter 200/Jahr. Erwartungsgemäß wurde die Häufigkeit der B-Fälle, gegen die es noch keine Impfung gibt, nicht beeinflusst. Man schätzt, dass man sich in England durch die Meningokokken-Impfaktion jährlich 150 Todesopfer erspart.

 

Eines der falschesten Argumente der Impfgegner: „Es ist nicht mehr notwendig gegen Erkrankungen, die wir nicht mehr sehen, wie Diphtherie und Kinderlähmung, zu impfen, da damit nur Nebenwirkungen und Gefahren verbunden sind.“

Diesem fatalen Irrtum der Impfgegner widerspricht die Rückkehr der Diphtherie in der ehemaligen Sowjetunion. Bei der Schutzwirkung von Impfungen werden der Individualschutz und die Herdenimmunität unterschieden. Der Individualschutz ist die Schutzwirkung einer Impfung für die geimpfte Person. Infektionserkrankungen, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden – wie beispielsweise die FSME – können nur auf diese Weise verhindert werden. Die Herdenimmunität ist der Schutz vor einer Infektionserkrankung durch Impfung anderer Personen, wodurch das Ansteckungsrisiko reduziert wird.

Beispielsweise kann ein leukämiekrankes Kind während einer Chemotherapie keine Antikörper gegen das Masernvirus bilden. Deswegen ist es absolut notwendig, dass alle Kontaktpersonen in der Umgebung dieses Kindes eine Immunität gegen das Masernvirus besitzen. Bei einer ausreichend hohen Durchimpfungsrate gegen Erkrankungen, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, kommt es zum Rück­gang von Neuinfektionen und in weiterer Folge zum Verschwinden des Erregers.

 

Die besondere Rolle der Kinder

Hier ist nun anzumerken, dass in der Verbreitung vieler Infektionserkrankungen Kinder eine besondere Rolle spielen. Kleinkinder und Schulkinder leben bekanntlich in größeren Gemeinschaften wie Kindergartengruppen und Schulklassen und sind wegen des besonders engen und dauernden Kontaktes untereinander die Hauptüberträger von Grippe, Masern, Mumps, Röteln und Schafblattern.

 

Negativbeispiel Diphtherie in der Sowjetunion

Was passiert, wenn die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung gegen eine auf der Welt noch nicht ausgerottete Erkrankung zu weit absinkt, zeigt eindrucksvoll das erwähnte Beispiel der Diphtherieepidemie in der ehemaligen Sowjetunion. 1958/59 wurde dort die Impfung gegen Diphtherie eingeführt. 1963 konnte die Häufigkeit der Diphtherie um über 90% reduziert werden. 1976 wurden in der ganzen Sowjet­union nur mehr 168 Fälle beobachtet. Die Durchimpfungsrate lag zwischen 1960 und 1980 bei Kindern über 90%.

Ab 1980, mit der zunehmenden Liberalisierung und Freiheit in der Sowjetunion, wurde die Diskussion über Nebenwirkungen der Keuchhustenimpfung vom Westen übernommen und die staatlich verordneten Impfungen kamen immer mehr in Misskredit.

Als Folge der neuen Freiheit gegen den Staat kam es zu regelrechten Kampagnen der Impfgegner. Das führte bei vielen Ärzten zu zunehmender Angst vor Nebenwirkungen und Klagen. Und dadurch entstand eine lange Liste von irrationalen Kontra­indikationen gegen Impfungen.

Zusätzlich wurde das primäre Immunisierungsschema gegen Diphtherie verändert. Man hat nicht mehr vier, sondern nur mehr drei Dosen verabreicht. Und zudem hat man die Dosis von 15 Einheiten auf 5 Einheiten verringert.

1986 wurde dann die Aussetzung der Auffrischungsimpfung zu Schuleintritt durchgeführt. Aus diesen Gründen fiel die Durchimpfungsrate bei den Kindern auf 50 bis 60%.

In den nachfolgenden Jahren schleppten heimkehrende Soldaten aus Afghanistan die Diphtherie in die ehemalige Sowjetunion wieder ein. Deswegen kam es in den Jahren 1990 bis 1998 in allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu riesigen Diphtherieepidemien. So zählte man beispielsweise in den Jahren 1990 bis 1998 157.000 Erkrankungen und 5.000 Todesopfer an Diphtherie. Erst durch westliche Hilfe und der Wiedereinführung der alten Empfehlungen gelang es, diese Erkrankung wieder zurückzudrängen.

Es wäre also ein fataler Irrtum, auch bei nahezu völligem Fehlen von Diphtherie, die Bevölkerung nicht mehr vor der Erkrankung zu schützen.

 

Impfgegner behaupten: „Schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfungen sind gleich häufig oder weit häufiger als die Komplikationen der zu verhütenden Erkrankungen.“

Natürlich ist anzumerken, dass kein Impfstoff 100% wirksam und frei von jeglichen Nebenwirkungen ist. Der Nutzen aller allgemein empfohlenen Impfungen ist aber um ein Vielfaches größer als das Risiko einer schweren Nebenwirkung.

In den letzten 20 Jahren gab es in unseren Breiten keinen einzigen gesicherten schweren Impfschaden mit einem empfohlenen Impfstoff. Die letzten Impfschäden waren die Folge der Pocken- oder Tuberkuloseimpfung. Beide verwendet man aber heute nicht mehr.

Im Gegensatz dazu gab es in den letzen Jahrzehnten – trotz der Durchimpfungsrate von teilweise über 90% – einige Todesopfer an Masern und Keuchhusten.

Dazu kommen noch Fälle von eitriger Meningitis durch Haemophilus influenzae Typ B. Dabei entstanden teilweise schwerste bleibende Schäden. Und zwar wie Taubheit, Anfallsleiden, Lähmungen sowie Entwicklungsverzögerungen.

 

Plötzliche Kindstod

Natürlich will man alle möglichen Nebenwirkungen von Impfungen erfassen. Hierzu gibt es einerseits genaue Vorschriften für die Zulassung eines Impfstoffes. Und andererseits besteht eine Reihe von Systemen, die am Markt befindliche Impfstoffe weiter auf Nebenwirkungen und Sicherheit testen.

Ein zeitliches Zusammentreffen zweier Ereignisse kann ursächlich oder zufällig sein. Wenn beispielsweise Fälle von plötzlichem Kindstod nach Impfungen gemeldet werden, ist das deshalb, weil der plötzliche Kinds­tod genau dann am häufigsten auftritt, wenn die ersten Impfungen verabreicht werden (2. bis 4. Lebensmonat).

Mehrere große Studien, die die Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes zwischen Geimpften und Ungeimpften verglichen haben, haben bestätigt, dass der plötzliche Kindstod keine Folge der Schutzimpfungen ist. Ein Teil dieser Studien zeigte sogar, dass ein plötzlicher Kindstod unmittelbar nach einer Impfung seltener ist als er zu erwarten wäre.

 

Argumente der Impfgegner: „Für viele Impfungen ist in wissenschaftlichen Arbeiten belegt, dass sie zu schweren Nebenwirkungen führen.“

Es ist eine beliebte Vorgangsweise der Impfgegner Studien zu zitieren, die tatsächlich vermeintliche Nebenwirkungen von Impfungen beschrieben haben, die aber bereits widerlegt worden sind. So wurde neben dem oben genannten Beispiel des plötzlichen Kindstodes behauptet, dass die Masernimpfung zu Autismus und Morbus Crohn, dass die Impfung gegen Hämophilus influenzae Typ B zu Diabetes und die gegen Hepatitis B zu Multipler Sklerose führe. In allen Fällen haben vielfach größere Folgestudien diese Behauptungen entweder nicht bestätigen können oder widerlegt.

 

Argument der Impfgegner: „Impfungen verhindern die für die Entwicklung des Immunsystems erforderlichen Krankheiten. Und deswegen sind sie schuld an der Zunahme der Allergien und Autoimmun­erkrankungen. Beispielsweise schützen durchgemachte Masern vor Asthma und Neurodermitis.“

Wer derartiges behauptet, dem fehlt das ­Verständnis für die Hygiene­hypothese. Denn die besagt, dass die Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen in der westlichen Welt mit der verbesserten Hygiene und dem massiven Rückgang der schweren Infektionserkrankungen zusammenhängen.

So kam es im Zeitraum von 1960 bis 2000 beispielsweise zu einer massiven Abnahme zahlreicher Infektionserkrankungen wie Masern, Mumps, Röteln, Tuberkulose sowie Hepatitis A. Hingegen steigen Typ I-Diabetes, Multiple Sklerose, Morbus Crohn sowie Asthma bronchiale deutlich an.

Jedenfalls scheint der Rückgang der Infektionserkrankungen und die besseren hygienischen Verhältnisse irgendwie mit der Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen zusammenzuhängen. Unter dem Strich unterstützt eine Vielzahl von Studien mit sehr verschiedenen Blickwinkeln diese Tatsache.

 

Masern schützt nicht vor Asthma und Neurodermitits

Zur Hypothese, dass durchgemachte Masern vor Asthma und Neurodermitis schützen sollen, zitieren Impfgegner meist eine zentralafrikische Studie aus Guinea-Bissau. Im Jahr 1979 ist dort eine Masern-Epidemie aufgetreten. Danach hat man zwei Gruppen von Kindern gebildet.

Die einen hatten Masern durchgemacht und die anderen nicht, da sie gegen Masern geimpft worden sind. Die Patienten wurden mittels eines Hauttestes auf eine positive Allergiereaktion untersucht. Von den Kindern, die Wildmasern durchgemacht hatten, hatten nur 17 von 133 (12,8%) einen positiven Hauttest. Hingegen waren bei den Ge­impften 33 von 129 (25,6%) positiv. Die Daten wiesen also darauf hin, dass durchgemachte Masern vor Allergien schützen. Da dieses Thema natürlich von hohem Interesse ist, wurde diese Fragestellung in mehreren weitaus größeren Studien untersucht.

Die Größte der Folgestudien stammte aus Finnland. Die Daten wurden dann im Jahre 2000 veröffentlicht. Dabeianalysierten Forscher die Häufigkeit von Asthma bronchiale, Ekzem sowie allergischer Rhinitis bei 20.690 Kindern, die Masern durchgemacht hatten. Und zwar verglichen sie das mit 527.220 Kindern, die keine Masern hatten. In dieser Studie war aber bei den Kindern mit Masern die Häufigkeit für Ekzem um 32%, die für allergische Rhinitis um 41% und die für Asthma bronchiale um 67% erhöht. Es fand sich also in keinem Fall aber ein Hinweis dafür, dass Masern vor Allergien schützen.

 

Antigene und Darmflora im Zusammenhang mit Allergien

Entsprechend der Hygienehypothese stellt man sich derzeit vor, dass das Immunsystem in den ersten Lebensmonaten Auseinandersetzungen mit fremden Organismen und Erregern erfahren muss. Das prägt den Körper so sehr, dass im späteren Alter keine Allergien oder auto­immunologischen Erkrankungen auftreten.

Die Untersuchungen über die Verhütung von Asthma bronchiale und Neurodermitis deuten darauf hin, dass nicht die klassischen Infektionserkrankungen für diese Stimulierung verantwortlich sind, sondern entwicklungsgeschichtlich alte Antigene aus Exkrementen von Haustieren und die normale Darmflora.

 

Infektionserkrankungenund  Verhinderung von Allergien sowie Autoimmunerkrankungen

Natürlich hat auch die Zahl der Infektionserkrankungen in der Verhinderung von Allergien und Autoimmunerkrankungen einen Stellenwert. Kinder haben aber im Durchschnitt sechs bis acht Infekte pro Jahr. Also in den ersten sechs Lebensjahren 40 Infektionserkrankungen. Dazu kommt noch eine bis dato unbekannte Zahl asymptomatischer Infektionen, die ohne Krankheitssymptome ablaufen. Die sind aber im Labor durch Antikörperuntersuchungen leichter nachweisbar.

Das Verschwinden von Masern, Mumps und Röteln hat keinen Einfluss auf den Anstieg von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Denn diese Erkrankungen stellen nur einen kleinen Teil aller Infektionserkrankungen eines Kindes dar.

Zusätzlich treten die klassischen Kinderkrankheiten meistens in einem Lebensalter auf, wo die Prägung des Immunsystems schon erfolgt ist.

Zusammenfassend zeigen die vorliegenden Daten eindeutig, dass das Impfen nicht für die Zunahme von Allergien oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich ist.


Literatur:

Lois A. Weithorn, Dorit Rubinstein Reiss. Legal approaches to promoting parental compliance with childhood immunization recommendations. Hum Vaccin Immunother. 2018; 14(7): 1610–1617.
Published online 2018 Feb 15. doi: 10.1080/21645515.2018.1423929

Efthimios Parasidis, Douglas J. Opel. Parental Refusal of Childhood Vaccines and Medical Neglect Laws. Am J Public Health. 2017 January; 107(1): 68–71. Published online 2017 January. doi: 10.2105/AJPH.2016.303500

Calandrillo SP. Vanishing vaccinations: why are so many Americans opting out of vaccinating their children? Univ Mich J Law Reform. 2004 Winter;37(2):353-440.


Quellen:

Argumente der Impfgegner. Univ.-Prof. Dr. Werner Zenz. MEDMIX 6/2006

Weltgesundheitsorganisation (WHO) –
https://www.who.int/vaccine_safety/initiative/detection/immunization_misconceptions/en/

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