Aortenklappenstenose-Therapie mit minimalinvasiven, kathetergestützten Aortenklappenersatz

Bei der Aortenklappenstenose-Therapie ist der minimalinvasive, kathetergestützte Aortenklappenersatz den chirurgischen Verfahren deutlich überlegen.

Unter dem Strich bestätigen große rezente Studien die deutliche Überlegenheit, die heutzutage der minimalinvasive, kathetergestützte Aortenklappenersatz gegenüber dem chirurgischen Verfahren hat. Dementsprechend gilt die Methode heute als Goldstandard in der Aortenklappenstenose-Therapie.

„Es haben sich in den letzten Wochen dramatische Änderungen der Datenlage ergeben. Ein alter Goldstandard gerät ins Wanken und wird durch eine neue Therapie ersetzt“, betont Prof. Helge Möllmann, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie (AGIK) der DGK. Er bezieht sich dabei auf die unlängst in den USA erschienene PARTNER 3-Studie.

In die Studie waren tausend Patienten eingeschlossen, bei denen die Forscher den kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) mit der chirurgischen Implantation neuer Aortenklappen (AKE) verglich.

Bei dem interventionellen TAVI-Verfahren wird die Klappenprothese per Katheter über die Leistenarterie der Patienten direkt ins Herz eingebracht und entfaltet. Eine Operation am offenen Brustkorb ist damit nicht mehr nötig, wodurch der Eingriff für die Patienten deutlich schonender verläuft.

 

Eindeutige Daten sprechen für den minimalinvasiven, kathetergestützten Aortenklappenersatz zur Aortenklappenstenose-Therapie

Jedenfalls zeigte die Studie eine statistisch deutliche Überlegenheit der TAVI-Methode gegenüber dem chirurgischen Verfahren. Denn nach zwölf Monaten waren 15,1% der chirurgisch behandelten Patienten verstorben, erlitten einen Schlaganfall oder mussten wegen Komplikationen erneut stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Bei der TAVI waren es lediglich 8,5% der Patienten. Wenn man außerdem nur die Punkte Tod und behindernder Schlaganfall betrachtete, konnten man durch die TAVI-Methode rund zwei Drittel der Ereignisse reduzieren. „Die Risikoreduktionen, die PARTNER 3 zeigt, sind so ausgeprägt, dass Kritikern der Methode jeder Wind aus den Segeln genommen ist“, sagt Prof. Möllmann.

 

Haltbarkeit der TAVI-Prothesen

Im Grunde genommen stellen die Kritiker vor allem die Haltbarkeit der bei einer TAVI eingesetzten Prothesen immer wieder infrage und weisen auf fehlende Langzeitdaten hin. Prof. Möllmann: „Für die wenigsten chirurgischen Aortenklappenprothesen gibt es echte Langzeitdaten. Die Prothesen werden weiterentwickelt und die Berechnungen zur Haltbarkeit aus alten Studien extrapoliert. Darüber hinaus zeigen Studiendaten, dass die TAVI-Klappen in den ersten 7 Jahren nach der Implantation nicht degenerieren. Im Gegenteil: kürzlich publizierte Daten für die ersten 6 Jahre zeigen deutliche Vorteile der TAVI-Klappen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.; Pressetext DGK 04/2019

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