Antioxidative Therapie komplementärmedizinisch bei Krebs

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Lena Abensberg
Lena Abensberg
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Komplementärmedizinisch bei Krebs kommt häufig auch eine antioxidative Therapie mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zum Einsatz.

Freie Radikale spielen bei der Entstehung von Krebs eine bedeutende Rolle. Dementsprechend haben gerade Krebskranke oder chronisch Kranke einen besonders hohen Bedarf an Antioxidantien. Deswegen kann – zusammengestellt durch die Kombination zwischen Vitaminen und Spurenelementen – eine optimale antioxidative Therapie positive Effekte bringen. In den letzten Jahren wurde auch eine Vielzahl von Pflanzen und deren Inhaltsstoffe wissenschaftlich untersucht. Die wichtigsten Vitamine zur Abwehr der freien Radikale sind das Vitamin A, Vitamin C, das Vitamin E und Vitamin D.

 

Antioxidative Therapie mit Vitamin A

Vitamin A wird auch das Epithelschutz-Vitamin bezeichnet. Mit seiner pleiotropen Wirkung kann man die Differenzierung und die Proliferation von Tumorzellen verändern. Dieses Vitamin und deren Vorstufen (Retinoide) finden häufig Anwendung beim Zervix- und Vulvakarzinom, beim Plattenepithelkarzinom des HNO-Bereiches und der Lunge, aber hat auch einen wichtigen Stellenwert bei der Prävention von Krebserkrankungen.

Hohe Dosierungen mit Vitamin A sind nur in Einzelfällen indiziert, Hypervitaminosen sind bekannt und aufgrund des Nebenwirkungsprofils zu vermeiden. Eine alleinige Gabe von Beta­karotin ist kontroversiell. Einzelne Studien haben gezeigt, dass Betakarotin die Mortalität von Lungenkrebspatienten steigern kann. Vitamin A ist gehäuft in Karotten, Petersilie, Spinat, Fenchel, Mangold und Kraut zu finden.

 

Antioxidative Therapie mit Vitamin C

Vitamin C aktiviert das Immunsystem und verhindert die Umwandlung von Nitraten in Nitrite und damit die Bildung von kanzerogenen Nitrosaminen. Eine Hypervitaminose ist nicht bekannt. Überraschenderweise haben nicht Zitrusfrüchte – wie meist angenommen wird – den höchsten Gehalt an Vitamin C, sondern frische Sanddornbeeren, frische Paprikaschoten, Brokkoli, schwarze Johannisbeeren, Hagebutten, Kiwi und schließlich auch Orangen und Zitronen.

 

Antioxidative Therapie mit Vitamin E

Vitamin E hat mehrere biochemische Wirkungsmechanismen: eine antioxidative Wirkung und Schutzfunktion, eine Wirkung auf die Membranen und eine Wirkung auf die Prostaglandinsynthese. Die antioxidative Wirkung von Vitamin E beruht einerseits auf der Verhinderung spontaner Oxydation mehrfach ungesättigter Fettsäuren, sowie auf seiner Eigenschaft als Radikalfänger. Ferner reichert sich Vitamin E auf Grund seiner lipophilen Eigenschaften an den Zellmembranen an und schützt die wichtigsten Zellstrukturen, vorwiegend durch Hemmung der Lipidperoxydation.

Weiters konnte auch eine Umverteilung der Blutfette unter Vitamin E-Gabe beobachtet werden, möglicherweise durch eine Stimulierung der LDL-Cholesterinhydrolyse. Vitamin E wirkt primär in Kombination mit den anderen Vitaminen A und C und den Spurenelementen. Tägliche Dosen bis 400 IE sind sinnvoll. Die wichtigste Vitamin E-Quelle sind pflanzliche Öle, die einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren haben. Reich an Vitamin E sind: Fenchel, Schwarz­wurzeln, Spargel, Spinat.

Während der Strahlentherapie sind Vitamine nicht indiziert, sie können durch Reduktion der lokalen freien Radikale die Effektivität der Bestrahlung reduzieren.

 

Antioxidative Therapie mit Mineralstoffen und ­Spurenelementen

Erst durch die Kombination zwischen Vitaminen und Spurenelementen kann eine optimale antioxidative Situation hergestellt werden.

Selen. Im Krebsgeschehen spielt Selen eine bedeutsame Rolle. Selen ist Bestandteil des Enzyms Gluthationperoxidase, dem wohl wirksamsten Schutz der Zelle vor freien Radikalen und Entartung. Es dient außerdem der Entgiftung von Schwermetallen. Selen ist vermehrt in Pistazien, Weizenkeimen, Steinpilzen, Sojabohnen und Reis enthalten. Allerdings enthalten unsere Böden wenig Selen, so dass eine zusätzliche Selengabe sicher von Vorteil ist.

Die Tagesaufnahme sollte jedoch 200–500μg, in einzelnen Fällen bis 1000ug nicht überschreiten, da hohe Dosen giftig wirken können. Deswegen ist auch Vorsicht ist geboten – vor allem beim Auftreten von geschwärzten Fingernägeln und Knoblauchgeruch in Haut und Atem. Vor allem während der Chemotherapie und Strahlentherapie ist das Selen-Nitrit als Trinkampulle effektiv. Für die Dauereinnahme von Selen eignen sich Selen-Hefe-Kombinationspräparate.

Zink. Zink wird zum Aufbau von Abwehrzellen und zahlreichen Enzymen benötigt. Ein Zinkmangel ist relativ selten, kann jedoch durch eine Malabsorption entstehen. Zink ist für die Wundheilung, für die Immunabwehr und für die Verbesserung des Geschmacksinns empfehlenswert. Bei sehr hoher Dosierung von Zink können in vitro Onkogene aktiviert werden.

Weitere Antioxidantien. Neben diesen »klassischen« Antioxidantien ist in den letzten Jahren zusätzlich eine Vielzahl von Pflanzen und deren Inhaltsstoffe wissenschaftlich untersucht worden. Ein gutes Beispiel ist Lycopen, eine antioxidativ wirkende Substanz in der Tomate. Schließlich scheinen auch das Resveratrol, das als Inhaltsstoff des Rotweins bekannt ist, sowie andere Polyphenole eine Schutzwirkung gegen Krebs, Herz-Kreislauf und Gefäßerkrankungen zu bieten. Diesee Substanzen können auch zusätzlich den Alterungsprozess beeinflussen.

Quelle und weitere Informationen:

Komplementärmedizin und Onkologie. Prof. Dr. Leo Auerbach. MEDMIX 3/2005.

http://www.cam-cancer.org/

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