Antioxidantien in Grün- und Schwarztee

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Axel Rhindt
Axel Rhindt
MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

Antioxidantien in Grün- und Schwarztee haben ein erstaunliches gesundheitsförderndes Potenzial. Dabei können die Polyphenole des Schwarztees auch beim Abnehmen helfen.

Mit Ausnahme von Wasser ist Tee das am häufigsten konsumierte Getränk der Welt, wobei 80% davon in Form von Schwarztee, gefolgt von Grünem Tee konsumiert wird. Tee ist nicht nur ein kalorienfreier Durstlöscher, sondern auch eine reichhaltige Quelle an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, hauptsächlich Polyphenolen, die medizinisch von großem Interesse sind.

 

Zubereitungen: Grüner Tee, Oolong-Tee oder Schwarztee

Frische Blätter des immergrünen Teestrauches (Camellia sinensis) werden zu grünem Tee, zu Oolong-Tee oder zu Schwarztee verarbeitet. Zur Herstellung von grünem Tee werden die Teeblätter erhitzt, um die enzymatische Oxidation der Polyphenole zu verhindern. Eine sechsstündige Fermentation ergibt Schwarztee. Die Polyphenoloxidase in den Blättern verändert die farblosen Catechine zu den orange-gelben bzw. rot-braunen Theaflavinen und Thearubigenen, die auch für den adstringierenden Geschmack von schwarzem Tee verantwortlich sind. Oolong-Tee wird, im Gegensatz zum schwarzen Tee, nur ein bis zwei Stunden fermentiert und enthält daher sowohl Catechine als auch Oxidatinsprodukte.

Während Grüner Tee überwiegend Flavanole, Flavandiole und Phenolcarbonsäuren enthält, sind die polymeren Theaflavine und Thearubigene die Hauptpolyphenole von Schwarztee. Zu den Flavanolen gehören die bekannten Catechine: Epigallocatechingallat, Epigallocatechin und Epicatechin, die hauptsächlich für die antioxidative Wirkung des grünen Tees verantwortlich sind. Die in Schwarztee enthaltenen Theaflavine und Thearubigene sind ebenfalls antioxidativ wirksam.

 

Antioxidantien vorbeugend gegen zahlreiche Erkrankungen

Der Konsum antioxidativ wirksamer Substanzen stellt eine effektive Prophylaxe für eine Reihe von Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten, dar. Die Antioxidantien werden hauptsächlich über diverses Obst und Gemüse aufgenommen. Der Beitrag von Tee zu dieser Versorgung sollte aber nicht unterschätzt werden. Da auch Kräuter reich an Flavonoiden sind, die gleichfalls zu den phenolischen Substanzen gehören, werden auch Kräutertees dazugezählt. Zwischen grünem Tee und Schwarztee ist kein wesentlicher Unterschied festzustellen.

Schwarztee hat in Tiermodellen positive Effekte auf das Körpergewicht gebracht. Dabei sind es die Polyphenole als Hauptbestandteile im schwarzen Tee, die das Körpergewicht verringern können. Wobei hierzu die Polyphenole aus schwarzem Tee wirksamer sind als Polyphenole aus grünem Tee. Denn sie wirken positiv gegen Fettleibigkeit durch Hemmung der Verdauung, Absorption und Aufnahme von Lipiden und Sacchariden. Dies verringert wiederum die Kalorienaufnahme.

Außerdem fördert Schwarztee den Lipidstoffwechsel reduzierzt oxidativen Stress. Epidemiologische Studien zur gesundheitlichen Relevanz des Konsums von Polyphenolen gegen Fettleibigkeit und Schwarztee müssen allerdings noch weiter untersucht werden.

 

Wirkung der Temperatur

In einem Teeversuch von Langley-Evans aus dem Jahr 2000 wurde in einem Temperaturbereich zwischen 20°C und 70°C bei Schwarztee, zubereitet mit Teebeuteln, eine signifikant geringere antioxidative Kapazität als Zubereitungen mit losen Teeblättern entdeckt. Vermutlich verhindert das Material der Teebeutel einen Teil der Extraktion von Flavonoiden in die Teelösung. Bei einer Aufgusstemperatur von 90°C zeigen hingegen sowohl loser als auch Beuteltee ein ähnliches antioxidatives Potenzial.

 

Schwarztee und Milch

Übrigens: Die Zugabe von Milch scheint das anti­oxidative Potenzial von Schwarztee-Zubereitungen zu vermindern (Langley-Evans, 2000; Robinson et al., (1997). Da dieser Effekt nicht bei der Zugabe von Halbfettmilch zu beobachten ist, liegt vermutlich die Ursache dafür am Fettanteil. Außerdem können die Milchproteine mit den Tee-Polyphenolen Komplexe bilden und somit die Absorption von Anti­oxidantien negativ beeinflussen (Brown und Wright, 1963; Siebert et al., 1996).

Literatur:

Singh BN, Rawat AK, Bhagat RM, Singh BR. Black tea: Phytochemicals, cancer chemoprevention, and clinical studies. Crit Rev Food Sci Nutr. 2017 May 3;57(7):1394-1410. doi: 10.1080/10408398.2014.994700.


Quelle: Antioxidative Wirkung von Tee. MEDMIX 8/2008

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