Antibiotikaresistenzen

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MEDMIX Online-Redaktion
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Information gegen Antibiotikaresistenzen – Modellprojekt RAI offenbart erhebliche Wissenslücken im Umgang mit Antibiotika

Berlin, 03.06.2015 Die zunehmende Unempfindlichkeit von Bakterien gegen die gängigen Antibiotika muss dringend gestoppt werden. Bessere Information und Aufklärung ist das Ziel des Modellprojekts „Rationaler Antibiotikaeinsatz durch Information und Kommunikation“, kurz RAI. In dessen Rahmen kommen Wissenschaftler und Kommunikationsexperten anhand einer aktuellen Emnid-Befragung zu dem Schluss: Wissenslücken zur Antibiotikanutzung sind weit verbreitet, gleichzeitig ist das Bewusstsein für die Problematik in der Bevölkerung sehr hoch. Während des bevorstehenden G7-Gipfels auf Schloss Elmau werden sich die Staats- und Regierungschefs ebenfalls der Thematik widmen.

Unwissenheit über Antibiotikaresistenzen groß

In einer jetzt vorgestellten repräsentativen Befragung von TNS Emnid im Rahmen des Projektes RAI gaben 70 Prozent der Teilnehmer an, dass ihnen das Thema Antibiotikaresistenzen wichtig bis sehr wichtig ist. Auf die Frage, wer oder was gegen ein Antibiotikum resistent werden kann, antworteten allerdings 37 Prozent der über 1000 befragten Erwachsenen mit „Viren und Bakterien“ und weitere 20 Prozent mit „Menschen“. Die korrekte Antwort – ausschließlich Bakterien – wusste nur jeder Vierte. „Die Ergebnisse zeigen, dass das Thema in der Bevölkerung angekommen ist, es aber gleichzeitig noch sehr große Wissenslücken gibt“, sagt Prof. Dr. Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Vielen Menschen fehlt das grundsätzliche Wissen über die Resistenzentwicklung von Bakterien: So meinten 58 Prozent der Befragten, dass ihr eigenes Verhalten im Umgang mit Antibiotika keinerlei Einfluss auf die allgemeine Entwicklung von Antibiotikaresistenzen hat. Ein Irrtum mit Folgen. Denn wenn die Medikamente nicht genau so eingenommen werden, wie vom Arzt verordnet, fördert das die Bildung von resistenten Bakterien. Gleiches gilt, wenn Antibiotikareste über den Hausmüll oder die Toilette entsorgt werden – und nicht an den vorgesehenen Sammelstellen oder in der Apotheke. „Um die Resistenzproblematik in den Griff zu bekommen, müssen wir besser informieren als bisher“, folgert Prof. Gastmeier.

RAI als interdisziplinäres Projekt gegen Antibiotikaresistenzen

Das Modellprojekt RAI hat den Anspruch, erstmalig sektorenübergreifend Informations- und Kommunikationsstrategien zum maßvollen, vernünftigen Einsatz von Antibiotika zu entwickeln und anzuwenden. Zu diesem Zweck haben sich Mediziner und Kommunikationsexperten zusammengeschlossen. An dem Verbundvorhaben sind das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, das Institut für Allgemeinmedizin und das Zentrum für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Jena, das Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen sowie das Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften der Freien Universität Berlin, das Robert Koch-Institut und die Berliner Design- und Kommunikationsagentur Lindgrün GmbH beteiligt.

In der derzeit laufenden ersten Projektphase identifiziert RAI zunächst Bedürfnisse und Barrieren in den einzelnen Zielgruppen. Diese werden dann mit entsprechenden Informationsmaßnahmen und -instrumenten gezielt adressiert. „Eines der größten Versäumnisse in der Vergangenheit war, dass man die Initiativen immer nur auf eine bestimmte Gruppierung beschränkt hat“, sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. „Das Versäumte gilt es jetzt dringend aufzuholen.“ Deshalb werden bei RAI die Vorgehensweisen, Informationstools und Botschaften spezifisch auf die einzelnen Zielgruppen zugeschnitten. Auf Seite der Verordner von Antibiotika sind das Hausärzte, Tierärzte, Chirurgen und Intensivmediziner, bei den Nicht-Verordnenden Landwirte in schweinehaltenden Betrieben, ambulante Patienten, Fernreisende und ganz generell die Allgemeinbevölkerung im Sinne von potenziellen Patienten. Modellregionen für die Intervention sind Berlin, Brandenburg und Thüringen. Erweist sich der Projektaufbau und die Kampagne als erfolgreich, kann sie nach Ende der Projektlaufzeit ausgeweitet werden.

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