Die Anorexie-Therapie ist ambulant effektiver als stationär im Krankenhaus

Anorexia nervosa kann man wirksamer behandeln, wenn die Therapie teilweise oder vollständig ambulant statt stationär erfolgt. © Nomad_Soul / shutterstock.com

Anorexia nervosa kann man wirksamer behandeln, wenn die Therapie teilweise oder vollständig ambulant statt stationär erfolgt. © Nomad_Soul / shutterstock.com

Vermutlich kann man Patienten mit Anorexie nervosa ambulant effektiver behandeln, als wenn man die Therapie im Krankenhaus durchführt.

Im Grunde genommen empfehlen verschiedene Leitlinien, dass man die Mehrheit der Menschen mit Anorexie nervosa effektiver ambulant behandeln sollte, hingegen ist die positive anhaltende Wirkung einer stationäre Betreuung im Krankenhaus beziehungsweise auch eine Kombination aus stationärer und ambulanter Therapie eher umstritten.

Im Grunde genommen ist die Anorexia nervosa eine schwere und komplexe psychiatrische Störung. Sie ist gekennzeichnet durch eine intensive Angst vor Gewichtszunahme und einem lebensmittelbedingten Kontrollverhalten. Dazu hat die Forschung aktuelle auch ein wachsendes Interesse an neurobiologischen Prozessen, die mit der Entstehung der Krankheit zusammenhängen.

 

Stationäre versus ambulante Therapie der Anorexie in Cochrane-Review analysiert

Eine aktuelle Cochrane-Untersuchung analysierte nun die Wirkungen der unterschiedlichen Behandlungoptionen. Im Fokus stand dabei der Rückgang von Symptomen sowie die Zunahme von Remissionsraten.

Schließlich zeigte sich, dass man Personen mit Anorexia nervosa wirksamer behandeln konnte, wenn die Therapie teilweise oder vollständig ambulant erfolgte statt stationär im Krankenhaus.

Allerdings betonten die Forscher, dass die Evidenz, um eine Therapie gegenüber einer anderen zu empfehlen, viel zu gering sei.

 

Fünf Studien im Fokus

Um die Auswirkungen der Behandlung erstens stationär, zweitens teilweise im Krankenhaus sowie drittens nur als ambulante Therapie auf Symptome Remissionsraten zu beurteilen, untersuchten die Forscher Patienten mit Anorexia nervosa, mit atypischer Anorexia nervosa, Bulimia nervosa sowie anderen Essstörungen.

Dazu analysierten sie Daten von fünf Studien, die eine stationäre Versorgung mit teilweiser stationärer im Krankenhaus sowie einer rein ambulanten Versorgung verglichen. Dabei dienten als Grundlage die Daten aus vier Studien mit 511 Menschen mit Anorexia nervosa. Zudem eine Untersuchung mit 55 Menschen, die an Bulimia nervosa litten.

Im Grunde genommen zeigten die Ergebnisse, die Evidenz schließlich unzureichend war, um irgendein spezielles Behandlungssetting zur Behandlung von Menschen mit anderen Essstörungen empfehlen zu können.

Die galt für die Behandlung von Patienten mit mäßig schwerer oder noch geringerer Anorexia nervosa oder auch anderen Essstörungen. Dazu sind weitere Forschungen mit Vergleichen zwischen stationärer Therapie und anderen Behandlungen notwendig.


Literatur:

McMahon K, Stoddart K, Harris F. Rescripting-A grounded theory study of the contribution that fathers make to Family-Based Treatment. When a young person has anorexia nervosa. J Clin Nurs. 2021 Aug 26. doi: 10.1111/jocn.16013. Epub ahead of print. PMID: 34448286.

Alfano V, Mele G, Cotugno A, Longarzo M. Multimodal neuroimaging in anorexia nervosa [published online ahead of print, 2020 Aug 7]. J Neurosci Res. 2020;10.1002/jnr.24674. doi:10.1002/jnr.24674

Hay PJ, Touyz S, Claudino AM, Lujic S, Smith CA, Madden S. Inpatient versus outpatient care, partial hospitalisation and waiting list for people with eating disorders. Cochrane Database Syst Rev. Published online 21 January 2019. DOI: 10.1002/14651858.CD010827.pub2.

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