Aerobic und Krafttraining gegen Angst und Depressionen bei älteren Krebspatienten

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Aerobic und Krafttraining mit geringer bis mittlerer Intensität wirkte bei älteren Krebspatienten gegen Angst und Depressionen sowie Stimmungsstörungen.

Körperliches Training beziehungsweise ausreichend Bewegung kann bekanntlich bei jüngeren Krebspatienten Angst und Depressionen beziehungsweise Stimmungsstörungen verbessern. Bis dato gab es aber dazu im Zusammenhang mit älteren Krebspatienten nur wenige Studien. Nun untersuchten Forscher die Auswirkungen von Bewegung auf Angst und Depressionen, die Stimmung sowie dem sozialen und emotionalen Wohlbefinden bei älteren Krebspatienten während der ersten 6 Wochen der Chemotherapie. Die positiven Ergebnisse publizierten sie im Journal of American Geriatrics Society (JAGS).

 

Trainingsprogramm in den ersten 6 Wochen nach der Chemotherapie bei älteren Krebspatienten im Fokus

Die Wissenschaftler untersuchten die älteren Krebspatienten in den ersten 6 Wochen nach der Chemotherapie, die Sport für Krebspatienten (EXCAP) betrieben. In der Kontrollgruppe erhielten die Krebspatienten eine normale Nachsorge beziehungsweise Kontrolle. Das EXCAP ist ein Heim-basiertes Aerobic- und Widerstandstrainingsprogramm mit geringer bis mittlerer Intensität. In der Studie erhielten die Patienten mit dem Trainingsrogramm bestimmte Hilfsmittel. Dazu gehörte einen Schrittzähler, drei Übungsbänder (mittel, schwer, extra schwer) sowie eine Bedienungsanleitung.

Während des Programms erhöhten die Teilnehmer im Laufe der Zeit die Dauer und Intensität ihres Trainings. Beispielsweise erhielten die Teilnehmer eine individuell zugeschnittene, progressive Laufroutine. Weiter verwendeten sie einen Schrittzähler und zeichneten ihre täglichen Schritte über sechs Wochen ab dem ersten Tag der Chemotherapie auf. Zusätzlich wurden sie ermutigt, ihre Schrittpensum jede Woche stufenweise um fünf bis 20 Prozent zu erhöhen.

Für das Widerstandstraining beziehungsweise das Krafttraining führten sie die Übungen mit den therapeutischen Übungsbändern durch. Die Teilnehmer erhielten dazu individuell zugeschnittene Trainingspläne. Diese sollten sie ermutigen, täglich 10 erforderliche Übungen wie Kniebeugen und Brustpressen sowie vier optionale Übungen durchzuführen. Auch hier sollten Teilnehmer die Intensität und die Anzahl der Wiederholungen schrittweise erhöhen.

 

Effektiv gegen Angst und Depressionen

Im Grunde genommen war das 6-wöchige strukturierte Trainingsprogramm mit geringer bis mittlerer Intensität zu Hause bei älteren Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhielten, effektiv gegen Angst und Depressionen sowie Stimmungsproblemen. Außerdem berichteten die Forscher, dass das Übungsprogramm auch das soziale und emotionale Wohlbefinden der Krebspatienten verbesserte. Schließlich hatten jene Studienteilnehmer mit schlechteren Ausgangssymptomen den größten Nutzen.

Literatur:

BAO et al. Effects of a Home‐based Exercise Program on Anxiety and Mood Disturbances in Older Adults with Cancer Receiving Chemotherapy. J Am Geriatr Soc 67: 1005–1011, 2019. https://doi.org/10.1111/jgs.15951


Quelle: AGS Health in Aging Foundation

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Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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