Andropause und die männlichen Geschlechtsorgane

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Alters bedingte Veränderungen der männlichen Geschlechtsorgane können das Hodengewebe, die Spermienproduktion und die erektile Funktion betreffen. Die Änderungen treten in der Regel nach und nach auf, man spricht von der Andropause.

Im Gegensatz zu Frauen in den Wechseljahren erleben Männer keine großen und raschen – nur mehrere Monate dauernden – Änderungen der Fruchtbarkeit. Stattdessen kommt es zu langsamen Veränderungen, die man auch Andropause oder Klimakterium virile nennt, wobei eine allmähliche Abnahme des Testosteronspiegels das Hauptmerkmal darstellt. Im Grunde genommen haben Wissenschaftler den Begriff Wechseljahre bei Männer erstmals 1944 verwendet. Wobei dazu Mediziner unterschiedliche Vorgehensweisen haben. Speziell im Zusammenhang mit Testosteronmangel haben Ärzte verschiedener Fachrichtungen ganz unterschiedliche Meinungen, wie eine rezente israelische Studie zeigte.

 

Schlafstörungen, Herzklopfen und Potenzprobleme

Diese altersbedingten Veränderungen der männlichen Geschlechtsorgane treten vor allem in den Hoden auf. Die Hodengewebemasse verringert sich, und die erwähnte Konzentration des männlichen Sexualhormons Testosteron beginnt geringfügig zu sinken. Die Folge sind Probleme mit der erektilen Funktion. Allerdings geschieht dies im Normalfall langsam – anstatt eines vollständigen Funktionsmangels.

Typische Symptome in der Andropause sind Schlafstörungen, Herzklopfen und vor allem die Abnahme von sexuelle Lust / Libido sowie Potenzprobleme. Allgemein geht in der Andropause die psychische und physische Leistungsfähigkeit beim Mann zurück. Außerdem kommt es oft zu einer kritischen psychosozialen Belastung.

 

Andropause und Fruchtbarkeit

Ein ganzes Leben lang produzieren die Hoden des Mannes Spermien. Doch mit der Zeit reduziert sich die  Spermienzahl. Es kann zur Oxidation der Spermien kommen. Weiter kann sich die Befruchtungsfähigkeit des Samens reduzieren. Hinzu kommt das Risiko von Schäden am in den Spermien enthaltenen Erbgut. Diese Schäden sind im Alter häufiger und können verschiedene Krankheiten bei gezeugten Kindern verursachen.

Das Sperma-Volumen geht mit steigendem Alter etwas 0,03 ml pro Jahr zurück. Dies wird durch die Alterung der Samenblasen erklärt, welche die Flüssigkeit produzieren und die Spermien transportieren. Auch die Motilität – also die Fähigkeit der aktiven Bewegung – der Spermien wird im Laufe der Zeit beeinträchtigt. Der Prozentsatz von Spermien mit maximaler Motilität reduziert sich pro Jahr um etwa 0,7 Prozent.

Im Alter des Mannes kommt es auch zu einer höheren Rate von Chromosomen-Anomalien in den Spermien und neuen Mutationen. Das kann sich in Form von Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Krankheiten oder Geburtsschäden bei Kindern manifestieren. Dadurch ist das Risiko einer spontanen Gen-Mutation ab einem Alter von 45 Jahren 5-mal höher als bei einem 20-Jährigen.

 

Benigne Prostatahyperplasie

Im Grunde genommen vergrößert sich mit dem Alter die Prostata oft gutartig. Dann spricht man von einer benignen Prostatahyperplasie (BPH), die bei etwa 50% der Männer ab 60 vorkommt. Dadurch können Problemen beim Harnlassen – einem verlangsamten Urinieren – und bei der Ejakulation auftreten. Jedenfalls ist die Beeinträchtigung der Prostata aber kein Hindernis im Zusammenhang mit sexuellen Beziehungen. Beispielsweise ist auch das Vaterwerden möglich.

 

Andropause und Vorbeugung

Unter dem Strich hat etwa jeder dritte Mann ab 40 eine geringer Testosteronkonzentration. Es treten Beschwerden wie Schwitzen und Müdigkeit auf und das Risiko von Folgeerkrankungen steigt. In so einer Phase kann eine künstliche Testosteronzufuhr medizinisch begründet sein. Dazu ist aber eine kompetente Untersuchung notwendig.

Der Testosteronspiegel ist grundsätzlich ein wichtiger männlicher Gesundheitsindikator und sollte deswegen spätestens ab 40 jährlich bestimmt werden.

Grundsätzlich sollten Männer aber speziell in der Lebensphase der Andropause eine gesunde Lebensführung anstreben. Und zwar mit viel Sport und Bewegung sowie gesunder Ernährung.

Literatur:

Ishay A, Tzemah S, Nitzan R, Jehassi A, Cohen M. Testosterone Management in Aging Males: Surveying Clinical Practices of Urologists and Endocrinologists in Israel. Sex Med. 2019 Aug 7. pii: S2050-1161(19)30083-2. doi: 10.1016/j.esxm.2019.06.011.

Grzegorz Jakiel, Marta Makara-Studzińska, Michał Ciebiera, Słabuszewska-Jóźwiak. Andropause – state of the art 2015 and review of selected aspects. Prz Menopauzalny. 2015 Mar; 14(1): 1–6.
Published online 2015 Mar 25. doi: 10.5114/pm.2015.49998


Quellen:

http://www.drugs.com/enc/aging-changes-in-the-male-reproductive-system.html

http://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/healthy-aging/in-depth/aging/art-20046070?pg=1

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About Author

Rainer Muller

MEDMIX-Redaktion, Projektleiter, AFCOM Digital Publishing Team

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