Androgenetischer Haarausfall

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Androgenetischer Haarausfall oder männlicher Haarausfall wurde in früheren Zeiten als Zeichen für besonderer Klugheit oder auch Potenz darstellen.

Androgenetischer Haarausfall – der so genannte männliche Haarausfall – wurde lange Zeit als ein Zeichen besonderer Klugheit oder auch Potenz angesehen, da er ab einem gewissen Alter häufig auftritt. In den letzten Jahrzehnten leiden aber immer mehr junge Männer an dieser typischen Form von Haarausfall. Es hat sich herausgestellt, dass dieser auch als androgenetische Alopezie bezeichneter Haarausfall in zwei Alters­perioden besonders rasch fortschreitet: das ist etwa zwischen 18 und 25 Jahren und um die vierzig.

Genetische Faktoren spielen mitunter eine Rolle, es ist aber nicht zwingend erforderlich, dass Vaters Kopf oder der der Brüder der Mutter auch schon früh schütter oder gar kahl geworden sind. Meist sind auch die Serumhormonspiegel im Normbereich.

 

Warum Androgenetischer Haarausfall auftritt

Die Haarentwicklung beginnt im 3. Embryonalmonat, also lange vor dem ersten Schrei. Am ganzen Integument, außer an Handflächen und Fußsohlen, bilden sich Haarfollikel aus denen Lanugo-Haare wachsen. So ist zum Beispiel auch das Gesicht eines Föten in dieser frühen Entwicklungsphase von feinen Härchen übersät.

Die Wuchsrichtung der einzelnen Haare ist schon festgelegt und jeder Haarfollikel ist mit einem genetischen Programm aufgeladen, das ihm im Laufe des Lebens mitteilen wird an welcher Körperstelle, wann, in welchem Alter, auf welchen Reiz hin, Haare welcher Qualität (Lanugo-, Vellus- oder Terminalhaare) wachsen – oder andersherum eben ausfallen – werden.

Schon vor der Geburt fallen die meisten Lanugo-Haare aus, um dann dem Programm jedes einzelnen Haarfollikels freien Lauf zu lassen.

D.h. während der ersten Lebensjahre bilden sich zuerst die Augenbrauen und nach und nach am Kapillitium Terminalhaare aus, während der Pubertät bildet sich früher oder später je nach genetischem Code und geschlechtsspezifisch eine mehr oder weniger ausgeprägte Körper- und Schambehaarung.

Und dann kommt es – vorbestimmt – zum Ausfall der ersten Haare, typischerweise im Frontalbereich. Der kindliche Haaransatz formiert sich sowohl bei Männern als auch bei Frauen ­etwas um: die bei Kindern runde vordere Haaransatzlinie wird beim Adoles­zenten geschwungen.

 

Was androgenetischer Haarausfall bewirkt

Androgen bewirkt am Haarfollikel – je nach genetisch determinierter Sensibilität – eine langsam fortschreitende Miniaturisierung, das bedeutet eine langsame Rückentwicklung der Terminalhaare zu Vellushaaren, und letztlich die »Pensionierung« der Haarfollikel – eine andauernde Ruhephase. Diese tritt aber nicht generalisiert am gesamten Kopf gleichmäßig diffus auf, sondern nur in Androgen sensiblen Arealen – das sind typischerweise temporo-frontal die sogenannten »Geheimratsecken« und/oder der obere Scheitelbereich, die sogenannte »Tonsur«.

Die Androgen-Spiegel sind dabei im Normbereich, nur in einer verschwindend kleinen Zahl von Ausnahmefällen sind sie messbar erhöht (bei adrenogenitalem Syndrom = AGS oder bei Androgen produzierenden Tumoren). Darüber hinaus unterliegt das Haarwachstum gewissen Wachstumszyklen. Am Kapillitium sind normalerweise etwa 80% der Haarfollikel in der aktiven Wachstumsphase (Anagen-Phase) und ca. 20% in einer Ruhephase (Telogen-Phase).

Durch Androgen-Wirkung kann das Verhältnis von wachsenden zu ruhenden Haarfollikeln zu Gunsten der Ruhenden verschoben sein. Behandlung Die Behandlung der androgenetischen Alopezie kann prinzipiell auf topischem und systemischem Weg erfolgen, ideal ist sicher die Kombination beider Behandlungsstrategien wobei man aber eindeutig festhalten muss, dass es ein sprichwörtliches Haar­wuchsmittel, das in kurzer Zeit aus einem Glatzkopf einen Struwwelpeter zu machen vermag, vermutlich noch lange nicht zur Verfügung stehen wird. Dennoch sind einige von dermatologischer Seite erwiesenermaßen wirksame Therapeutika auf dem pharmazeutischen Markt (Minoxidil, Aminexil, Finasterid, Aminosäuren, Gelatine, Isoflavone, Haarstrukturverbesserer).

Quelle:

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/001177.htm

Strategien zur Erhaltung der Haare des Mannes. Univ.-Prof. Dr. Daisy Kopera. MEDMIX 03/2005

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Chefredakteur Dr. Reinhold Lautner

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