Alpen-Edelweiß bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Bei der Suche nach neuen Mitteln gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnten Forscher das Alpen-Edelweiß als aussichtsreichen Kandidaten identifizieren.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit jedenfalls nachwievor die häufisgte Todesursache. Nichtzuletzt deswegen versucht die Forschung ständig neue Therapien zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu finden beziehungsweise bestehende zu verbessern. Jedoch ist trotz etlicher Innovationen in der Therapie
der Nachschub an neuen Wirkstoffen vergleichsweise gering. Hierzu präsentieren sich vor allem zwei Inhaltsstoffe des Alpen-Edelweiß als aussichtsreiche Kandidaten.

 

Alpen-Edelweiß enthält mehrere wirksame Inhaltsstoffe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Unlängst konnten Forscher zwei vielversprechende Verbindungen identifizieren, die in den Wurzeln des Edelweiß vorkommen. Das sind das Leoligin und das 5‘-Methoxyleoligin, die gute Effekte bringen sollen.

Der Wirkstoff Leoligin soll die Gefäße vor Verkalkung – der Arteriosklerose – schützen und das Cholesterin senken. Weiters reduziert die Substanz das Anschwellen des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten. Das 5‘-Methoxyleoligin wird derzeit auf seine Eignung als Inhaltstoff einer „Spritze gegen Herzinfarkt“ getestet.

Leoligin und Methoxyleoligin sind sogenannte Lignanderivate, die aus den Wurzeln isoliert werden konnten. Schließlich zeigen die Substanzen starke entzündungshemmende Effekte und weisen zahlreiche pharmakologische  Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System auf. Wobei die beiden Substanzen heutzutage bereist auch synthetisch im Labor hergestellt werden. Dementsprechend stehen die beiden Edelweiß-Inhaltsstoffe in großen Mengen zur Verfügung.

 

Mehr als 60 Wirkstoffe entdeckt

Das Alpen-Edelweiß – Leontopodium nivale ssp. alpinum – wanderte nach der letzten eiszeitlichen Kaltzeit aus den Hochsteppen Zentralasiens in die Alpenregion ein. Die Bevölkerung setzte etwa ab dem 19. Jahrhundert das Alpen-Edelweiß in der Volksmedizin gegen Bauchweh, Halsschmerzen, Bronchitis und Durchfall ein.

Heute kennt die Forschung über 60 natürliche Wirkstoffe, die im Alpen-Edelweiß vorkommen. Diese zeigen vielfältige pharmakologische Eigenschaften und gelten als vielversprechend für die Entwicklung neuer Arzneistoffe.

Eine Besonderheit ist bei den Analysen, dass Wissenschaftler aus der westlichen Schulmedizin sowie aus der Traditionellen Chinesischen Medizin intensiv gemeinsam die Edelweiß-Inhaltsstoffe untersuchen. Dabei beteiligen sich Wissenschaftler aus den Fachgebieten Angewandte Botanik, Analytische Chemie, Phytochemie, Pharmazie, Pharmakognosie sowie der Medizin.

Quelle:

Herbal Medicinal Products Platform Austria (HMPPA). Arzneipflanze 2019. Pharmazeutische Nutzung und ihre Bedeutung in der Medizin – http://www.hmppa.at

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MEDMIX Online-Redaktion

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