Allergie-Diagnostik – gezielte spezifische Anamnese

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Allergie-Diagnostik – Anamnese – Pricktest – Epikutantest – nasaler Provokationstest – Tests zur Abklärung einer bronchialen Hyperreagibilität sowie Nahrungsmittel- oder Insektenstichprovokationen.

Bei jeder Rhinitis mit den typischen Symptomen kann der Arzt eine allergische Ursache bereits vor der apparativen oder laborchemischen Allergie-Diagnostik durch seine gründliche Anamnese abgrenzen. Dabei sind Behinderung der Nasenatmung und wässrige Rhinitis sowie Juckreiz in der Nase typische Anzeichen. So ist bei saisonalen Beschwerden eine Übereinstimmung des zeitlichen Auftretens mit dem regionalen Pollenflugkalender richtungsweisend. Schließlich ist ei der meist perennialen Allergie gegen Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Tierepithelien sowie gegen berufliche Allergene die gezielte spezifische Anamnese entscheidend.

 

Allergie-Diagnostik – In-vivo- und in-vitro

In-vivo kann durch die Induktion einer Typ-I-Reaktion in der Haut (Pricktest) durch Einbringen einer Allergen-Testlösung in die Epidermis eine lokale Sofortreaktion ausgelöst werden. Als Indikation für eine Therapie ist der Pricktest nur im Zusammenhang mit der passenden Anamnese und einer entsprechenden Symptomatik hilfreich. Eine Pricktestung ohne konkreten Verdacht auf eine allergische Ursache einer Rhinitis ist nicht sinnvoll. Vor der Durchführung eines Pricktests müssen antiallergische Therapien abgesetzt werden, um das Ergebnis nicht zu verfälschen.

Kriterien Durchführung Pricktest:

  • Testung möglichst in der pollenfreien Zeit
  • Keine akuten Infekte, keine Urtikaria
  • Dauer der Therapiepause für:
    – Antihistaminika: mindestens 3 Tage
    – Kortison über 15mg/die nach Halbwertszeit
    – Trizyklische Antidepressiva: 1 Woche
    – Chromoglycinsäure, Sympathomimetica, Bronchodilatatoren: 1 bis 2 Tage

 

Für die Indikation einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) muss der RAST (RadioAllergoSorbentTest) in-vitro die allergenspezifisch IgE-vermittelte Sensibilisierung nachweisen. Denn dieser ermittelt die (allergen-)spezifischen IgE-Antikörper quantitativ.

Der Gesamt IgE-Spiegel kann bei Typ-I-Allergien erhöht sowie auch normal sein. Deswegen hilf dert Epikutantest (am Rücken) bei der Abklärung der Typ IV-Allergien. Dafür löst man das anamnestisch vermutete Allergen in weißer Vaseline bzw. in Wasser auf. Dann bringt der Experte es in einer Aluminiumkammer am Rücken auf und bewertet nach 48 sowie nach 72 Stunden die Bildung von Hautpapeln und -bläschen.

Schließlich dient als Nachweis für die klinische Relevanz eines Allergens der nasale Provokationstest. Dabei werden 0,1 ml der Test­lösung im beschwerdefreien Intervall auf den Kopf der unteren Nasenmuschel aufgebracht. Eine eventuell nachfolgende Schleimhautschwellung wird als Änderung des atem­abhängigen Luftstroms gemessen und gegenüber der Reaktion auf eine allergenfreie Testlösung bewertet. Tests zur Abklärung einer bronchialen Hyperreagibilität sowie Nahrungsmittel- oder Insektenstichprovokationen werden in Spezialambulanzen durchgeführt.

Literatur:

Donatella Macchia, Giovanni Melioli, Valerio Pravettoni, Eleonora Nucera, Marta Piantanida, Marco Caminati,corresponding author Corrado Campochiaro, Mona-Rita Yacoub, Domenico Schiavino, Roberto Paganelli, Mario Di Gioacchino, and On behalf of the Food Allergy Study Group (ATI) of the Italian Society of Allergy, Asthma and Clinical Immunology (SIAAIC). Guidelines for the use and interpretation of diagnostic methods in adult food allergy. Clin Mol Allergy. 2015; 13: 27. Published online 2015 Oct 5. doi: 10.1186/s12948-015-0033-9

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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