Akute Rhinitis und akute Sinusitis

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In vielen Fällen sind die Erreger von ­Infekten des oberen Respirations­traktes respiratorische Viren – prominente Beispiele sind akute Rhinitis und akute Sinusitis.

Infektionen des oberen Respirationstraktes wie die Akute Rhinitis und die akute Sinusitis gehören in jedem Lebensalter zu den häufigsten Gründen für Arztkonsultationen. Meist handelt es sich um Bagatellerkrankungen, daneben gibt es aber auch komplizierte, schwere Verläufe, die einer gezielten Diagnostik und raschen Therapie bedürfen.

 

Akute Rhinitis

Der klassische Infekt des oberen Respirationstraktes, insbesondere in der kalten Jahreszeit, ist der Schnupfen – mit einer Inkubationszeit von etwa 1–4 Tagen. Die krankheitsverursachenden Rhinoviren wurden etwa 1955 erstmals kultiviert und zählen zur Gruppe der Picornaviren. Sie befallen ausschließlich die respiratorischen Plattenepithelzellen und binden – trotz der nahezu 100 Antigentypen – nur an einem spezifischen Zellrezeptor. Trotz intensiver Forschungen bezüglich dieser Rezeptorbindung, bzw. der Blockierung derselben, sind die Erfolge dieser Therapieversuche bisher sehr gering. Bei starker Symptomatik können Loratadin aus der ­Gruppe der Antihistaminika und Pseudoephedrin-Präparate bei oraler Anwendung die klinischen Beschwerden deutlich verbessern, eine antibiotische Therapie ist beim einfachen Schnupfen nicht indiziert.

 

Akute Sinusitis

Die unspezifischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen sind häufig und können aufgrund einer superinfizierten Rhinitis, aber auch de novo als Primär­erkrankung zustande kommen.

Entsprechend der Lokalisation werden die Entzündungen den entsprechenden Nebenhöhlen zugeordnet, beim Befall von mehreren Nebenhöhlen sprechen wir von einer Pansinusitis.

Erkrankungsbegünstigend wirken anatomische Engen und individuelle anatomische Varianten, Septumdeviationen und polypöse Veränderungen in der Nasenhaupthöhle und deren Cochae nasales.

Akute Sinusitis beruht meist auf eine primär virale rhinogene Genese, auf welche sich die bakterielle Infektion aufpfropft. Die akute und sehr schmerzhafte Entzündung wird zu 60–80% durch Haemophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae verursacht.

Unbehandelt kann akute Sinusitis zu vital bedrohlichen Komplikationen führen. Klinisch öfter zu dia­gnostizieren ist der periorbitale Abszess, der unbedingt einer chirurgischen Sanierung in einer HNO-Fachabteilung bedarf.

Zeigt sich eine akute Sinusitis unkompliziert akuten Sinusitis ist neben der Lokal- und Schmerztherapie oder eventuellen Punktionen mit Saug/Spüldrainagen, die antibiotische Therapie – in der Regel oral oder systemisch verabreicht – angezeigt. Spülungen und/oder Einlagen werden wohl der Facharztordination oder dem Krankenhaus vorbehalten bleiben.

Zu empfehlen sind Amoxicillin mit Clavulansäure sowie Clarithromycin. Ob orale Tageseinmaldosen sinnvoll sind, ist nach wie vor Diskussionspunkt etlicher Studien. Gute Compliance der Patienten besteht bei zweimal täglicher oraler Anwendung. Clindamycin kommt nur in Ausnahmefällen zu Anwendung, ebenso Gyrasehemmer oder Reserveantibiotika, die in der Regel nur im Krankenhaus bei schwierigen komplexen Krankheitsbildern zum Einsatz kommen. Wichtig ist die Lokaltherapie mit abschwellenden Nasentropfen und Spülungen.

Niemals sollten Wärmelampen unkontrolliert ohne ärztliche Anleitung oder Aufsicht Anwendung finden. Weiters muss vor eventuellen Wärmelichtbestrahlungen unbedingt ein ausreichendes Abschwellen des Nasenlumens erfolgen!

Quelle und weitere Informationen:

Infektionen des oberen ­Respirations­traktes. Univ.-Prof. Dr. Wolf-Dieter Baumgartner. MEDMIX 05/2007: S54-57.

https://www.nlm.nih.gov/medlineplus/sinusitis.html

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