Akupunktur in der Schwangerschaft und in der Gynäkologie

Akupunktur in der Schwangerschaft

Akupunktur in der Schwangerschaft

Akupunktur konnte sich in der Schwangerschaft und auch in anderen Bereichen der Gynäkologie erfolgreich als zusätzliche Behandlung bewähren.

Mit ihren Wurzeln in der Traditionell Chinesischen Medizin wird heutzutage auch die Akupunktur in der Schwangerschaft beziehungsweise allgemein in der Gynäkologie zunehmend als zusätzliche Therapie angeboten. Dementsprechend ist die Akupunktur in Spitalambulanzen keine Seltenheit mehr.

Aber auch der stationäre und vor allem auch der niedergelassene Bereich haben diese fernöstliche Behandlung mittlerweile gut integriert. Dabei ist besonders die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Experten wertvoll. Denn nur abgeklärte Krankheitsbilder kommen für eine Akupunktur-Behandlung in Frage kommen.

 

Akupunktur in der Gynäkologie

Alle Beschwerden, die den Zyklus der Frau und die Menstruation betreffen, sprechen gut auf eine Akupunkturbehandlungen an. Dazu gehören die Hypermenorrhoen, Menorrhagien, Polymenorrhoen sowie die Oligomenorrhoen und sekundären Amenorrhoen.

Gute Erfolge lassen sich bei der Dysmenorrhoe und dem Prämenstruellen Syndrom erzielen, sowie bei zyklusabhängigen Kopfschmerzen. Die Beschwerden des Klimakteriums lassen sich ebenfalls günstig durch Akupunktur beeinflussen.

In der Behandlung gynäkologischer Beschwerden gibt es selten Standardbehandlungen, mittels umfassende Anamnese, unter Berücksichtigung allgemeinmedizinischer Standards und auch aus dem Blickwinkel der Chinesischen Medizin wird die Frau heute in ihrer Gesamtheit beurteilt. Akupunkturbehandlungen werden zumeist einmal wöchentlich durchgeführt, die Anzahl der Akupunkturbehandlungen hängt von der bisherigen Erkrankungsdauer ab.

Bei der Therapie gynäkologischer Beschwerden ist auf die Phase der Menstruation zu achten, zykluskonforme Akupunkturbehandlungen sind physiologischer und wirksamer.

Durch die richtige Kombination aus Nah- und Fernpunkten – schleimhautwirksamen, spasmolytischen und hormonell aktiven Punkten – soll auf innere Störungen Einfluss genommen werden. Dies geschieht über die im Körper fließende Lebensenergie „Qi“ und ein Gleichgewicht der beiden Kräfte Yin und Yang – nach traditionell chinesischer Lehre.

Die moderne Akupunkturforschung besagt, dass Akupunktur über nervale Reize – periphere Nerven, zahlreiche schmerzmodulierende Prozesse im zentralen Nervensystem, humoral-endokrine Mechanismen mit Ausschüttung von Endorphinen, Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, VIP, Vasodilatation (peripher Relaxation der glatten Gefäßmuskulatur, zentral Erniedrigung der sympathischen Aktivität) und Tonusabnahme in der Muskulatur wirkt.

 

Akupunktur in der Schwangerschaft

Die Akupunktur in der Schwangerschaft zur Geburtsvorbereitung hat sich in den letzten Jahren zunehmend als additive geburtsvorbereitende Maßnahme etabliert und kann allen Schwangeren mit unkompliziertem Schwangerschaftsverlauf empfohlen werden.

Durch diese geburtsvorbereitende Akupunktur in der Schwangerschaft kommt es vor allem durch beschleunigte Reifungsprozesse an der Zervix und verbesserte Wehenkoordination zu einer Verkürzung der Eröffnungsphase. Dies bestätigen diverse Studiendaten, bei denen nach erfolgter geburtsvorbereitender Akupunktur in der Schwangerschaft verglichen mit einem nicht behandelten Vergleichskollektiv die Geburtsdauer hochsignifikant kürzer war.

In der Praxis werden Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche wöchentlich an den geburtsvorbereitenden Standardpunkten genadelt. Alle in der Spätschwangerschaft zusätzlich auftretenden Beschwerden wie Sodbrennen, Rückenschmerzen, Beinödeme und Karpaltunnelsyndrom können gleichzeitig mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur in der Schwangerschaft mit behandelt werden. Besonders geeignet ist dabei die Ohr-Akupunktur.

In der Frühschwangerschaft zeigt besonders die Hyperemesis gravidarum ein gutes Ansprechen auf Akupunktur. Es gilt heute als gesichert, dass Akupunktur in der Schwangerschaft keine schwangerschaftsgefährdende Wirkung hat, wenn Indikationen und Kontraindikationen eingehalten werden.

Es gibt keine verbotenen Punkte in der Schwangerschaft, das starke Reizen und Manipulieren der Nadeln – die sedierende Stichtechnik – ist jedoch in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Der Zeitpunkt der Geburt kann durch Akupunktur übrigens nicht beeinflusst werden. Weiter zeigen neueste Studienergebnisse, dass kein signifikanter Unterschied in den Entbindungsergebnissen (Frühgeburt und Totgeburt) besteht. Daher kann die Akupunktur in der Schwangerschaft eine sichere therapeutische Methode zur Linderung von Beschwerden sein, ohne dass das Ergebnis einer Entbindung beeinträchtigt wird.

 

Akupunktur in anderen Bereichen der Medizin

Unter dem Strich kommt die Akupunktur vor allem auch in der Schmerztherapie bei Migräne, Kopfschmerzen und vielen anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates erfolgreich zum Einsatz. Weiter hat sich die Akupunktur in der Behandlung von Stressbeschwerden, funktionellen Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Allergien, Asthma bronchiale, im Rahmen der Raucherentwöhnung und in vielen anderen Bereichen der Medizin bewährt. Schließlich hat die WHO bei insgesamt über 40 Erkrankungen die Akupunktur als effektive Therapie anerkannt.


Ein ausführliche Beschreibung hierzu findert man unter http://www.evidencebasedacupuncture.org/who-official-position/.


Literatur:

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