Abwehrstrategien gegen bekannte Viren

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Einige bekannte Viren wie Pocken schienen bereits ausgerottet zu sein, andere bekannte Viren, wie das West-Nil-Virus, sind sozusagen ausgewandert.

Trotz verbesserter Hygiene, dem Einsatz moderner Impfstoffe und neuer Medikamente mit selektiveren Wirkmechanismen ist der Kampf gegen virale Infekte ein nicht enden wollender. Um die 5.000 bekannte Viren wurde katalogisiert und in pathogene und apathogene Stämme eingeteilt, aber deren evolutionäre Entwicklung geht weiter – auch aufgrund ihrer hohen Mutationsfähigkeit.

 

Alte bekannte Viren

Einige bereits sehr alte bekannte Viren, die man bereits vernichtet glaubte – wie das Pockenvirus oder das West-Nil-Virus, das seinen ursprünglichen Verbreitungsraum verließ, sind heutzutage wieder anzutreffen.

Die Pocken sind aber nur noh eine theoretische Bedrohung durch Bioterrorismus, den Kampf gegen Pockenviren hat die Menschheit bereits gewonnen. Experten sehen darin uch den bislang größten Erfolgt in der Impfgeschichte der Medizin. Ein Vorteil war dabei aber auch, dass es kein anderes Reservoir außer dem Menschen für das Pockenvirus gibt.

Pocken-Viren sind sehr alte bekannte Viren, die bereits vor sehr langer Zeit vom Tier auf den Menschen übersprangen. Die dafür in Frage kommende Spezies dürfte das Rind sein, weil die damalige Hirtengesellschaft mit Rindern in sehr engem Kontakt stand.

1796 startete der englische Landarzt Edward Jenner den historisch bekannten Versuch mit Kuhpocken: Er übertrug den Inhalt einer Kuhpockenpustel auf einen Knaben, den er zwei Wochen später mit Pocken infizierte, ohne dass es zum Ausbruch dieser Erkrankung kam. Edward Jenner gilt somit als Entdecker der Schutzimpfung gegen Pocken.

Für die spätere erfolgreiche Bekämpfung der Pocken ergaben sich günstige Voraussetzungen:

  • es fehlten stille Verlaufsformen;
  • durch das klinische Bild der Krankheit lässt sie sich leicht diagnostiziren;
  • das Pocken-Virus kann sich in kein tierisches Reservoir zurückziehen, um sich für einen neuerlichen Auszubruch zu formieren.

1967 gab es weltweit noch 20 Millionen Pockenfälle, im Laufe der folgenden Jahre konnten sie durch gezielte Impfkonzepte zurückdrängt werden.

Seit 1977 gelten die Pocken als ausgerottet, obwohl sie in den USA und Russland im Labor noch existieren. Nach dem Terroranschlag 9/11 in New York wurde die Impfstoffproduktion wieder aufgenommen, um gegebenenfalls einem terroristischen Anschlag begegnen zu können.

 

Affenpocken sind ebenfalls alte bekannte Viren

Im Gegensatz zu den Pocken existiert bei Affenpocken ein tierisches Reservoir – bei Hörnchen und Affen in Zentral- und Westafrika. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt bei zufälligem Kontakt, wobei die Infektion selbstlimitiert ist und lokal beschränkt bleibt.

2003 weckten in den USA 80 Fälle von Affenpocken-Viren das Interesse der Wissenschafter, denn alle Erkrankten hatten damals mit Präriehunden Kontakt. Schuld war ein Tierhändler aus Illinois, der neben Präriehunden auch Riesenratten aus Gabun hielt, die in der Tierhandlung dann die Präriehunde infizierten und diese in Folge den Menschen.

 

West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus gehört wie das Gelbfieber-, das Dengue- und das FSME-Virus zur Gruppe der sogenannten Flavi-Viren. Das West-Nil-Virus und sein Verbreitungsgebiet waren seit Jahrzehnten bekannt, doch dann schafften es die Viren, eine neue geographische Region zu erobern kann: 1999 traten völlig unerwartet an der Ostküste Amerikas Fälle von West-Nil-Fieber auf, als Quelle der Übertragung wurden in Flugzeugen mitgereiste Stechmücken, infizierte Vögel oder ein infizierte Menschen vermutet.

Auf seiner weiteren Wanderung erreichte das Virus im Jahr 2003 die Westküste Amerikas und breitete sich von dort aus nach Norden Richtung Kanada und nach Süden Richtung Mexiko aus, wobei mittlerweile über 100 Vogel- und mehr als 200 Stechmücken-Arten als Virusträger identifiziert wurden.

Eine ähnliche Reise unternahm übrigens das Gelbfieber-Virus mit dem Sklavenhandel einige Jahrhunderte zuvor. Damals bewahrten Segelschiffe ihr Trinkwasser in offenen Holzbottichen auf, was für die Mücken eine ausgezeichnet Überlebensmöglichkeit während der Überfahrt nach Amerika bot.

 

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MEDMIX Online-Redaktion

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