Abirateron-Acetat beim ­Prostatakarzinom

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Abirateron-Acetat aus der Gruppe der Steroide wird in Kombination mit Prednison oder Prednisolon zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms eingesetzt.

Der sogenannte Androgen-Biosynthese-Inhibitor Abirateron-Acetat hemmt selektiv und irreversibel das Enzym, das für die Bildung von Testosteron sorgt. Der Wirkstoff ist in der Lage, beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom das Testosteron-induzierte Tumorwachstum völlig auszuschalten und das mediane Überleben um 4,9 Monate zu verlängern. Abirateron-Acetat kommt zur Anwendung

  • zur Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms bei erwachsenen Männern, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie fortschreitet,
  • zur Therapie von metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) bei Erwachsenen ohne oder mit milden Symptomen nach dem Versagen einer Hormonentzugstherapie wenn eine Chemotherapie noch nicht indiziert ist,
  • zur Therapie eines neu diagnostizierten metastasierten hormon-sensitiven Hochrisiko-Prostatakarzinoms (mHSPC) bei Erwachsenen in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT).

Neben der oralen Anwendung und der verbesserten Mortalitätsrate zeichnet sich Abirateron-Acetat durch sehr gute Sicherheitsdaten zu Toxizität und Nebenwirkungen.

 

Abirateron-Acetat unter der Lupe

Abirateron-Acetat ist schwer löslich und überwindet Membrane nur schlecht. Die orale Anwendung in Tablettenform wurde zur Förderung der Bioverfügbarkeit als rasch freisetzend konzipiert. Abirateron-Acetat liegt nach der Esterspaltung in seiner wirksamen freien Form vor und hemmt in selektiver und irreversibler Form das für die Umwandlung verantwortliche Schlüssel-Enzym 17a-Hydroxylase/C 17,20-Lyase (CYP17), welches in 17a die OH-Gruppe einführt und die C17, 20-Bindung spaltet. Eine erhöhte Mineralkortikoid-Produktion in der Nebenniere ist eine unerwünschte Begleiterscheinung, vermutlich aber ohne Einfluss auf die Aromatase und 5a-Reduktase in höheren mikromolaren Konzentrationen. Abirateron wird dagegen in der Regel zusammen mit Prednison bzw. Prednisolon oral eingenommen.

Täglich werden somit 4 Tabletten oral eingenommen, die Anwendung soll frühestens 2 Stunden nach und spätestens eine Stunde vor einer Mahlzeit sowie gleichzeitig mit 10 mg Prednison oder Prednisolon erfolgen, um die mineralkortikoiden Nebenwirkung von Abirateron zurück zu drängen.

Die Bioverfügbarkeit aus den Tabletten beträgt unter 10% und steigt mit der Nahrungsaufnahme um das 10fache. Deswegen ist unbedingt auf die Nüchterneinnahme zu achten. Spitzenwerte im Plasma finden sich zwei Stunden nach der Einnahme, die Ausscheidung erfolgt fast zu 90% über den Stuhl. Wegen der langen Plasmahalbwertszeit von 15 Stunden ist die tägliche einmalige Dosierung möglich.

 

Sicherheit von Abirateron-Acetat

Das Sicherheitsprofil von Abirateron unterscheidet sich völlig von den konventionellen zytotoxischen Substanzen. Abirateron-Acetat weist keine dosislimitierenden, entkräftigenden, kumulativen oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen auf. Nebenwirkungen wie Ödeme (31%), Hypokaliämie (17%) und Hypertonie (10%) sind dank der Glukokortikoid-Gabe harmlos und leicht zu vermeiden. Am unangenehmsten sind gelegentliche Harnwegsinfekte, die Leberfunktion sollte untere der Gabe von Abirateron-Acetat zur Vorsicht überwacht werden.

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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