6 Tipps für eine FODMAP-arme Ernährung gegen Magen-Darm-Beschwerden

Rührei mit Spinat gehört zu den empfohlenen FODMAP-armen Mahlzeiten. © stefansonn / shutterstock.com

Reizdarm-Low-FODMAP-Diät: 6 Tipps für eine FODMAP-arme Ernährung für betroffene Menschen mit Reizdarmsyndrom.

Unter dem Strich ist das Reizdarmsyndrom (IBS) die häufigste gastrointestinale Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Angesichts der Tatsache, dass die meisten betroffenen Patienten ihre Magen-Darm-Beschwerden mit dem Essen in Verbindung bringen, ist eine spezifische Manipulation der Ernährung zu einer attraktiven Behandlungsstrategie geworden. Eine Reizdarm-Diät eine FODMAP-arme Ernährung eben mit niedrigem FODMAP-Gehalt (fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole, also einem geringen Anteil kurzkettiger Kohlenhydrate) – hat jedenfalls größtes wissenschaftliches und klinisches Interesse hervorgerufen. Wertvolle Tipps für eine Low-FODMAP-Diät mit empfehlenswerten Nahrungsmitteln gegen den Reizdarm sind am Artikelende zu finden. Übrigens sind solche Tipps und eine Low-FODMAP-Diät auch bei Kindern mit Reizdarm sehr nützlich, wie rezente Studienerkenntnisse vermuten lassen.

 

FODMAP-arme Ernährung gegen Magen-Darm-Beschwerden

Bekanntlich können ja viele kurzkettige Kohlenhydrate solche Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen, die dem Reizdarmsyndrom (IBS) ähneln. Deswegen vermutet man, dass eine FODMAP-arme Ernährung empfehlenswert ist. Denn die schränkt die Aufnahme von kurzkettigen Kohlenhydraten, die entweder langsam resorbieren oder nicht im Dünndarm verdaut werden, deutlich ein.

Diese Gruppen von Kohlenhydraten wurden als fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide und Monosaccharide sowie Polyole – kurz FODMAPs – bezeichnet. Jedenfalls gilt heutzutage die Low-FODMAP-Diät als wichtige Behandlung bei Patienten mit Reizdarmsyndrom und anderen Magen-Darm-Beschwerden.

Denn Forscher konnten zeigen, dass FODMAPs signifikante Auswirkungen auf die Physiologie des Magen-Darm-Trakts haben. Sie beeinflussen Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall bei Patienten mit Reizdarmsyndrom.

Der strukturierte Entzug und die Wiedereinführung von FODMAPs, die von einem Ernährungsberater überwacht werden, ist die optimale Vorgehensweise für die diätetische Modifikation der kurzkettigen Kohlenhydrate bei Reizdarmsyndrom.

Weiter sind FODMAPs in enteralen Nahrungsmitteln enthalten und können bei Patienten mit Sondenernährung eine Rolle bei Durchfall und Blähungen spielen. Außerdem scheinen sie das Mikrobiom zu beeinflussen.

FODMAPs – Fermentable Oligo-Di-Monosaccharides and Polyols – sind jedenfalls eine Gruppe von Kohlenhydraten (vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker) und mehrwertigen Alkoholen, die in vielen Nahrungsmitteln vorkommen und vom Dünndarm nur schlecht resorbiert werden, wobei nicht alle Kohlenhydrate kurzkettige sind.

Eine aktuelle Metaanalyse konnte allerdings leider mögliche Vorteile einer Low-FODMAP-Diät bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung gegen die gastrointestinalen Störungen nicht bestätigen. Die FODMAP-arme Ernährung brachte dabei keine Besserung der Magen-Darm-Symptome, allerdings verbesserte sich in zwei Studien das Wohlbefinden sowie auch die Lebensqualität der CED-Patienten.

 

Kurzkettige Kohlenhydrate in der Ernährung

– Fructose (Obst, Honig, High-Fructose-Corn-Sirup (HFCS), etc.)

– Lactose (Milchprodukte)

– Fruktane (Weizen, Knoblauch, Zwiebel, Inulin usw.)

– Galactane (Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen, Soja, etc.)

– Polyole (in Süßstoffen enthalten; Isomalt, Mannitol, Sorbitol, Xylitol, Steinobst wie Avocado, Aprikosen, Kirschen, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen, usw.)

 

Magen-Darm-Beschwerden lindern

FODMAPs sind osmotisch (wasserziehend), können im Darmtrakt möglicherweise nicht verdaut oder absorbiert werden und könnten dann von Bakterien im Darm fermentiert werden, wenn man zu viel FODMAPs aufnimmt. Bei Personen, die empfindlich auf die Auswirkungen von FODMAPs reagieren, können dann Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl und/oder Krämpfe auftreten.

Eine FODMAP-arme Ernährung kann jedenfalls helfen, diese Symptome zu lindern. Mit den richtigen Tipps bei einem Reizdarm kann man schlicht und einfach die Aufnahme der hohen Fructose-, Lactose-, Fruktane-, Polyole- und Galactane-Anteile aus besagten Lebensmitteln begrenzen.

Übrigens bestehen auch komplexe Wechselwirkungen der Ernährung mit einzelnen Darmbakterien bei Reizdarmsyndrom. Dabei sollten Reizdarm-Patienten beachten, dass einige Diäten die Mikrobiota verändern können. Eine Low-FODMAP-Diät scheint zu Veränderungen in der Häufigkeit der wichtigsten saccharolytischen Darmbakterien zu führen, einschließlich höherer Bacteroides und niedrigerem Bifidobacterium. Die probiotische Behandlung kann den Einfluss der Low-FODMAP-Diät auf Bifidobacterium abschwächen.


6 Low-FODMAP-Tipps für eine FODMAP-arme Ernährung


TIPP 1 Zuerst sollte man Rezepte sammeln und seine Einkaufslisten überprüfen. Dann sollte man erst die Lebensmittel. Sobald diese Vorbereitungen fertig sind, startet man mit der Low-FODMAP-Diät und betreibt diese für 6 Wochen.


TIPP 2 Außerdem ist das Lesen der Etiketten von Lebensmitteln wichtig. Denn man sollte Speisen vermeiden, die mit FODMAP-reichem Obst/Gemüse, HFCS, Honig, Inulin, Weizen, Soja, etc. hergestellt wurden. Allerdings können sich Lebensmittel auch als FODMAP-arm herausstellen, wenn beispielsweise am Ende der gelisteten Inhaltsstoffe kurzkettige Kohlenhydrate vorkommen.


TIPP 3 Betroffene sollten weiter glutenfreies Getreide kaufen, weil es keine(n) Weizen, Gerste oder Roggen enthält. Allerdings muss man nicht eine streng glutenfreie Diät einhalten, sondern sich auf die Reduktion der kurzkettigen Kohlenhydrate konzentrieren.


TIPP 4 Im Grunde genommen gehört es auch zu den Tipps bei Reizdarm, dass man auch die Portionsgrößen der laktosearmen Milchprodukten auf ein Minimum und die Menge an Obst und Gemüse auf eine ½ Tasse pro Mahlzeit (½ Tasse = Größe eines Tennisballs) verringert. Und zwar, wenn man nach dem Verzehr dieser Lebensmittel Beschwerden verspürt.


TIPP 5 Wenn die Betroffenen während der Low-FODMAP-Diät an Verstopfung leiden, sollten sie zusätzlich FODMAP-arme Lebensmittel, die reich an Ballaststoffen (z.B. wie Haferflocken) sind, verzehren. Außerdem ist viel Wasser trinken empfohlen.


TIPP 6 Nachdem die Testphase beendet ist, sollte man wieder – in kleine Mengen – mehr kurzkettige Kohlenhydrate dem Speiseplan hinzufügen. So kann man die Auslöser der Symptome identifizieren. Danach kann man dann diese problematischen Nahrungsmittel gezielt auslassen.


 

Snack-Tipps

– glutenfreie Waffeln mit Walnüssen, Heidelbeeren, Ahornsirup ohne High-Fructose-Corn-Sirup (HFCS)

– Rührei mit Spinat, Paprika und Cheddar-Käse

– Haferflocken mit geschnittenen Bananen, Mandeln und braunem Zucker

– Frucht-Smoothie gemischt mit laktosefreiem Vanillejoghurt und Erdbeeren (½ Tasse)

– Reis/Nudeln mit Hühnerfleisch, Tomaten, Spinat garniert mit Pesto-Sauce

– Hähnchen-Salat mit Huhn, Kopfsalat, Paprika, Gurken, Tomaten, mit Balsamico-Dressing ohne High-Fructose-Corn-Sirup (HFCS)

– Puten-Wrap aus glutenfreien Tortillas, in Scheiben geschnitten Truthahn, Salat, Tomate, Cheddar-Käsescheibe, Mayonnaise, Senf

– Schinken- und Käsesandwich mit glutenfreiem Brot, mit Mayonnaise und Senf

– Quesadilla mit Mais oder glutenfreien Tortillas und Cheddar-Käse

– Rindfleisch-Gemüse-Eintopf (mit hausgemachter Brühe, Rindfleisch, erlaubtem Gemüse)


Literatur:

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