40-Stunden-Woche für die Gesundheit

Must Read

Wenn die Finger schmerzen – Ursachen frühzeitig abklären

Wenn die Finger schmerzen, sollte ihr Arzt rasch den Grund dafür herausfinden. Denn die effektive, frühzeitige Behandlung ist sehr...

Osteoporose beeinträchtigt die Lebenserwartung erheblich

Osteoporose-Patientinnen haben eine geringere Lebenserwartung. Nur jede zehnte erhält eine wirksame Therapie, was ebenfalls das Risiko erhöht, frühzeitig zu sterben. Im Grunde...

Telomere spielen im Alterungsprozess eine zentrale Rolle

Menschen, bei denen die Telomere kürzer sind, haben ein erhöhtes Risiko im Alterungsprozess, Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs zu entwickeln. Telomere...
MEDMIX Newsroom
MEDMIX Newsroom
Aktueller Dienst der MEDMIX Redaktion

Eine 40-Stunden-Woche – 5×8-Stunden – ist eine gesunde Basis, wer jahrelang 50 oder mehr Stunden pro Woche arbeitet, hat ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.

Flexiblere Arbeitszeiten, 3- oder 4-Tage-Woche, 12-Stunden-Arbeitstag – die Diskussionen rund um die Aufteilung jener Zeit, die man mit Arbeit verbringt, sind aktueller denn je. Eine nun erschienene Studie von Gerhard Blasche und Daniela Haluza am Zentrum für Public Health, Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin, zum Ermüdungszustand von Menschen nach einem 12-Stunden-Arbeitstag hat ergeben, dass diese langen Dienste zu einer erheblichen Tagesermüdung führen, die nur schwer auf normalem Weg durch die Tagesfreizeit abgebaut werden kann, andererseits aber Gesundheitsrisiken und erhöhte Unfallgefahren sowie Fehlerhäufigkeit birgt. Eine 40-Stunden-Woche hingegen ist im Zusammenhang mit der Gesundheit gut vertretbar.

 

Leistungsknick nach der 10. Stunde

Untersucht wurde dazu die Belastung von AltenpflegerInnen in Senioren-Wohnheimen in Niederösterreich und Oberösterreich an 12-Stunden-Arbeitstagen. Das Ergebnis, so die WissenschafterInnen: „Der Ermüdungszuwachs während eines 12-Stunden-Tagdienstes ist dreieinhalb mal höher als an einem arbeitsfreien Tag, außerdem nimmt die Ermüdung bei zwei aufeinanderfolgenden 12-Stunden-Diensten weiter signifikant zu.“ Zusatz: „Die Erholung am Tagesrand reicht in diesem Fall nicht aus, um diese Ermüdung sofort auszugleichen.“

Nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit je zwölf Stunden Arbeitszeit müsste man drei Tage freinehmen, um sich vollständig  zu erholen, wie die Studie zeigt. Generell gebe es praktisch bei jedem Menschen spätestens aber der 10. Tagesarbeitsstunde einen deutlichen Leitungsknick – inklusive erhöhter Unfallgefahr im Beruf oder im Straßenverkehr.

 

40-Stunden-Woche als gute Basis für Gesundheit am Arbeitsplatz

Deshalb sollte die Tagesarbeitszeit in der Regel 8 Stunden nicht überschreiten, so eine Schlussfolgerung aus der Studie. Blasche schließt daraus, dass die Regelung einer 40-Stunden-Woche mit 5×8-Stunden eine gesunde Basis sei. Wer hingegen jahrelang 50 oder mehr Stunden pro Woche arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bzw. für die Zunahme psychischer Erkrankungen, das gilt insbesondere für Frauen. „Das kommt wahrscheinlich wegen der höheren zusätzlichen Belastung durch Kinderbetreuung.“

Längere Arbeitstage bzw. geblockte Arbeit seien ebenfalls nicht sinnvoll. Zur Leistungserbringung ist dann aufgrund der fortgeschrittenen Ermüdung eine überproportional größere Anstrengung erforderlich, mit der dazugehörigen Stressreaktion. Überdies verhindert die angestaute Ermüdung, die Freizeit auch richtig genießen zu können, trotz allfälliger Vorteile geblockter Arbeit bei der Kinderbetreuung. Generell neige der Mensch in unserer leistungsorientierten Gesellschaft eher dazu, sich zu verausgaben, daher müssten die Unternehmen darauf achten, dass die ArbeitnehmerInnen Pausen einlegen und dazu anregen, diese auch wirklich zu nutzen.

Service: International Archives of Occupational and Environmental Health: „Work-related self-assessed fatigue and recovery among nurses.“ Blasche, G., Bauböck, V. M., & Haluza, D. (2017). International Archives of Occupational and Environmental Health, 90, 197-205. DOI 10.1007/s00420-016-1187-6

Latest News

Bilanzierte Diäten: diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke

Bilanzierte Diäten sind diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Nur geeignete Patienten sollten sie unter ärztlicher Aufsicht verwenden. Bilanzierte Diäten sind diätetische Lebensmittel...

Bludrucksenkung durch Magnesium: Zusatztherapie bei Bluthochdruck

Eine dosisabhängige Bludrucksenkung durch Magnesium ist beispielhaft, wie man eine medikamentöse Therapie durch Mikronährstoffe optimieren kann. Eine der Medikamentendosis angepasste Bludrucksenkung durch Magnesium unterstützt die medikamentöse antihypertensive Therapie. Der...

Sport und Bewegung bei Brustkrebs erhöht die Überlebenschancen

Sport und Bewegung verbessern bei Brustkrebs die Überlebenschancen. Auch wenn Frauen erst nach der Diagnose ausreichend körperlich aktiv werden. Im Grunde genommen kann ausreichend körperliche Aktivität,...

Parodontitis begünstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Parodontitis kann direkten und indirekten Einfluss auf die Entstehung und das Fortschreitens von Arteriosklerose sowie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Herz-Kreislauferkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten chronischen...

Hexenschuss als Warnsignal für den Rücken mit stechenden Beschwerden

Der Hexenschuss ist Warnsignal für den Rücken, bei dem stechende Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule plötzlich auftreten, die oft auch anhalten. Ein Hexenschuss – auch als akute Lumbalgie...

More Articles Like This