Subkutanes Methotrexat bei Patienten mit Psoriasis

Im Lancet publizierte METOP-Studie zeigt anhaltende Wirksamkeit und Sicherheit über 52 Wochen von subkutanem Methotrexat bei Patienten mit Psoriasis.

Medac gab bekannt, dass die Ein-Jahres-Daten der METOP Studie zu subkutan verabreichtem Methotrexat im Lancet veröffentlicht wurden. Methotrexat (MTX) wird seit über einem halben Jahrhundert als effektives Systemtherapeutikum bei Plaque-Psoriasis eingesetzt und gilt gemäß aktueller Behandlungsempfehlungen als First-Line-Therapie. Qualitativ hochwertige klinische Studien mit subkutan angewendetem Methotrexat in der Langzeittherapie fehlten allerdings bisher.

Die neuen, im Lancet publizierten, Daten zeigen nun ein „günstiges Nutzen-Risiko-Profil von subkutanem Methotrexat über 52 Wochen bei Psoriasis-Patienten. Daher sollten bei diesen Patienten die Art der Verabreichung und eine höhere Dosierung stärker beachtet werden“.

Bei METOP (Methotrexate Optimized treatment schedule in patients with Psoriasis) handelt es sich um eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie. Diese bewertet die Effektivität und Sicherheit von selbst verabreichtem subkutanem Methotrexat in optimierter Dosierung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Insgesamt wurden 120 erwachsene Psoriasis-Patienten aus 13 Zentren in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich in die Studie eingeschlossen. Voraussetzung war unter anderem eine mindestens 6 Monate zuvor erfolgte Diagnosestellung. Ausgeschlossen von der Studie wurden Betroffene mit einer früheren MTX-Therapie, hochaktiver Psoriasis-Arthritis, Leberfunktionsstörung und einer niedrigen Leukozytenanzahl.

Die Studienteilnehmer erhielten eine wöchentliche MTX-Startdosis von 17,5 mg subkutan mit einer Fertigspritze (Metex®/Metoject® 50 mg/ml), die in Woche 8 bei Nichterreichen einer mindestens 50 %igen Verbesserung des Psoriasis Area and Severity Indexes (PASI) auf 22,5 mg/Woche gesteigert wurde. Ein Wechsel der Placebo-Gruppe auf Methotrexat erfolgte nach Woche 16. Die Therapie wurde bei den Studienteilnehmern bis zur 52ten Woche fortgeführt.

Laut Lancet erreichten 41 % der MTX-Gruppe und 10 % der Placebo-Gruppe in Woche 16 einen PASI 75. Die Ansprechraten stiegen bis zur 52ten Woche weiter an: 45 % der MTX-Gruppe erzielten PASI 75 und fast ein Drittel der Teilnehmer erfüllte die Kriterien für PASI 90.

Die Lebensqualität verbesserte sich bereits nach 16 Wochen bei 59 % der MTX-Patienten, 43 % verspürten zu diesem Zeitpunkt keinerlei Einschränkungen mehr. In der Placebo-Gruppe lagen die Werte nur bei 34 % und 10 %.

Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet. Im Vergleich zu Placebo traten unter Methotrexat – wie erwartet – häufiger Magen-Darm-Beschwerden und Leberwerterhöhungen auf. Ein kleiner Anteil der Teilnehmer litt unter Fatigue.

In einer Substudie wurde der molekulare Wirkmechanismus von subkutanem Methotrexat bei Psoriasis untersucht. Hierfür wurden zu Beginn der Studie und nach 16 Wochen Therapie Hautproben entnommen. Bei den Biopsien der PASI 75-Responder reduzierte sich die mRNA-Expression pro-inflammatorischer Zytokine: Im Vergleich zum Ausgangswert fiel die IL-17A mRNA-Expression auf 10 % und die von Interferon-γ auf 25 %. Ein klinisches Ansprechen ging außerdem mit einem signifikanten Rückgang wichtiger Entzündungszellen, wie der CD11c+ dendritischen Zellen und der CD3+ T-Zellen, einher. Es wurden Werte nahe der gesunden Haut erreicht.

Die Ergebnisse der METOP-Studie zeigen, dass die subkutane MTX-Injektion von 50 mg/ml mit einer Anfangsdosis von 17,5 mg/Woche die Schwere der Plaque-Psoriasis deutlich reduziert und die Lebensqualität bei gleichzeitig guter Verträglichkeit verbessert. Zudem deutet der gezeigte Zusammenhang zwischen der Reduktion spezifischer Zytokine und Entzündungszellen auf einen hemmenden Effekt des TH1/TH17 Weges durch Methotrexat in der Haut hin.

Die im Lancet veröffentlichten Studiendaten unterstützen eine subkutane Applikation von Methotrexat zur Behandlung der Psoriasis. Zudem unterstreichen diese Ergebnisse die aktuellen Empfehlungen europäischer und US-amerikanischer Leitlinien zu Methotrexat als kostengünstige systemische First-Line-Therapie bei Psoriasis.

Quelle: www.medac.de  

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