Misteltherapie bei Krebs als unterstützende Zusatzbehandlung

Die Misteltherapie bei Krebs gehört zu den bekanntesten, meist verwendeten und wissenschaftlich vielfach untersuchten komplementären Methoden. © Maksym Gorpenyuk / shutterstock.com

Die Misteltherapie bei Krebs gehört mit über 100 Jahre Erfahrungen zu einer der am häufigsten eingesetzten unterstützenden Behandlungen bei Krebs.

Bei Krebserkrankungen gewinnen immer mehr Fragen bezüglich der Steigerung und Erhaltung der Lebensqualität der Patienten an Bedeutung. In diesem Sinne haben komplementärmedizinische Therapien in der Onkologie deutlich an Stellenwert gewonnen. Die Misteltherapie bei Krebs gehört zu den bekanntesten, meist verwendeten und wissenschaftlich vielfach untersuchten komplementären Arzneimitteln in der Onkologie.

 

Misteltherapie als Begleitherapie bei Krebs zur Verbesserung der Lebensqualität

In unseren Breiten nutzen über 60 Prozent der Krebspatienten die Mistel-Therapie als alternative Zusatzbehandlung. Die weißbeerige Mistel (bot.: Viscum album) gehört zu den am öftesten untersuchten Heilpflanzen und enthält über 1000 Inhaltsstoffe, die u.a. stark immunmodulierend und tumorhemmend wirken – allen voran Lektine und Viscotoxine. Unter die Haut gespritzter Mistelextrakt regt die Vermehrung der Immunzellen an, macht sie aktiver.

Mehr als 130 klinische Studien belegen Wirksamkeit der Misteltherapie bei Krebs. Diese pflanzliche Zusatzbehandlung setzt man zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen ein. Dabei soll sie den Patienten vor allem auch mehr Energie für den Alltag bringen.

Bekannte natürliche Inhaltsstoffe sind Mistel-Lektine, Flavonoide, Aminosäuren, Polysaccharide, Viscotoxine sowie Membranlipide. Präklinische Analysen konnten für eine Misteltherapie bei Krebs zytotoxische, apoptoseinduzierende und immunmodulatorische Wirkungen zeigen.


Misteltherapie bei Krebs im Fokus

Die Mistel ist eine Heilpflanze, die die Volksmedizin seit Jahrhunderten zur Behandlung zahlreicher Krankheiten bei Menschen einsetzt.

Die Mistel wird vor allem auch häufig in Europa verwendet, wo eine Vielzahl verschiedener Extrakte als injizierbare verschreibungspflichtige Medikamente hergestellt und vermarktet werden. Diese injizierbaren Medikamente sind in den USA nicht im Handel erhältlich und nicht zur Behandlung von Krebspatienten zugelassen.

Die Misteltjherapie ist eine der am häufigsten untersuchten komplementärmedizinischen alternativen Behandlungen bei Krebs. In manchen europäischen Ländern gehören die Präparate aus europäischen Misteln ( Viscum album , Loranthaceae) sogar zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln, die Krebspatienten angeboten werden.

Obwohl Mistelpflanzen und Beeren für den Menschen als giftig gelten, steht die Verwendung von Mistelextrakt praktische nicht mit schwerwiegenden Nebenwirkungen in Verbindung.

Die Verwendung von Misteln zur Behandlung von Krebspatienten wurde in zahlreichen klinischen Studien untersucht. Berichte über ein verbessertes Überleben und  oder eine verbesserte Lebensqualität sind weitreichend publiziert, wenngleich einige dieser Studien große Schwächen aufweisen.


Good Clinical Practice-Guideline

Für Experten sind gerade die Studien der letzten zehn Jahre von hoher methodischer Qualität und erfüllen die einschlägigen Anforderungen insbesondere der Good Clinical Practice-Guideline (GCP). Neben der Verbesserung von Lebensqualität und der Verträglichkeit der Chemotherapie haben einige aktuelle Studien Hinweise darauf gegeben, dass es unter bestimmten Bedingungen möglich sein kann, die Gesamtlebenszeit der Patienten zu verlängern. Allgemein liefert die Mehrzahl der Studien in Bezug auf das Überleben keine aussagekräftigen Hinweis darauf.

Der einzige bisher nahezu unerfüllbare schulmedizinische Anspruch sind die sogenannten Doppelblind-Studien. Wobei dabei weder Arzt noch Patient wissen, ob der untersuchte Wirkstoff oder ein Placebo verabreicht wird. Der einfache Grund dafür ist die natürliche menschliche Reaktion auf eine subkutan verabreichte Mistel-Therapie, die so typisch ist, dass man sie einfach mit einem Placebo nicht nachstellen kann. Doch hier bietet sich eine Lösung an. Die aktuelle Forschung und Analyse der vielseitigen weiteren Einsatzmöglichkeiten der Misteltherapie bei Krebs befasst sich auch mit der intravenösen Anwendungen. Da Lokalreaktionen hierbei keine Rolle spielen, eröffnet dies auch die Möglichkeit von Doppelblind-Studien.


Literatur:

PDQ Integrative, Alternative, and Complementary Therapies Editorial Board. Mistletoe Extracts (PDQ®): Health Professional Version. 2021 Mar 17. In: PDQ Cancer Information Summaries [Internet]. Bethesda (MD): National Cancer Institute (US); 2002–. PMID: 26389489.

Rostock M. Die Misteltherapie in der Behandlung bei Patienten mit Krebs [Mistletoe in the treatment of cancer patients]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2020 May;63(5):535-540. German. doi: 10.1007/s00103-020-03122-x. PMID: 32211937.

Freuding M, Keinki C, Micke O, Buentzel J, Huebner J. Mistletoe in oncological treatment: a systematic review : Part 1: survival and safety. J Cancer Res Clin Oncol. 2019 Mar;145(3):695-707. doi: 10.1007/s00432-018-02837-4. Epub 2019 Jan 23. PMID: 30673873.


Quellen:

MEDMIX 2/2005

Helixor Heilmittel GmbH

 

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