Freitag, April 19, 2024

Bekannte Mittel für die homöopathische Reiseapotheke

Die homöopathische Reiseapotheke hängt bezüglich Umfang auch davon ab, welche Kenntnisse die Anwender mit der homöopathischen Akutversorgung bereits haben.

Vor allem wenn man mit kleinen Kindern auf Reisen geht, so sollten sich Eltern für Fälle vorbereiten. Denn zahlreiche Viren und Bakterien können die Kleinen und ihre Eltern den Urlaub gründlich vermiesen. Daher sollten Eltern vorsorgen, wobei auch eine kleine homöopathische Reiseapotheke gute Dienste leisten kann. Hierzu bieten die Apotheken diverse eigene Zusammenstellungen an. Diese sollen bei den häufigsten Urlaubsbeschwerden Hilfe bieten – wie Durchfall, Verstopfung, Sonnenbrand sowie Insektenstiche.

 

Die homöopathische Reiseapotheke zur homöopathischen Akutversorgung

Die homöopathische Reiseapotheke sollte den Kenntnissen der Anwender bezüglich der homöopathischen Akutversorgung entsprechend sein. Beispielsweise sollte man im Krankheitsfall einmal fünf Globuli verabreichen. Sofernn der Zustand mehrere Gaben erforderlich macht, löst man fünf Globuli in einem Viertel Liter Wasser auf und trinkt davon alle 15 Minuten ein Schluck. Sollte dann schließlich eine Besserung einsetzen, so kann man die Anwendung beenden. Wenn allerdings die Besserung ausbleibt oder sich der Zustand sogar verschlechtert, so sollte man unverzüglich ärztliche Hilfe suchen.

 

Grundausstattung die Mitnahme folgender zehn homöopathischen Arzneien – am besten in Potenz C12:

ACONIT (Eisenhut). Aconit gilt als erstes Mittel bei plötzlich auftretenden Infekten, die oft durch kalten Wind, einen Wetterumschwung oder kalten Füßen entstehen. Vor allem hohes Fieber zunächst noch ohne Schweiß und blasses Gesicht dann typisch. Der Aconit ist aber auch ein bewährtes Akutmittel bei Schreck, Schock, Unruhe sowie  Angst.

APIS (Bienengift). Apis kommt bei Insektenstichen sowie auch bei Quallenkontakt zur Anwendung. Symptome sind eine ässrige heller Schwellung der Haut sowie eine Quaddelbildung. Außerdem kann Apis bei brennenden und stechenden Hals- und Ohrenschmerzen halfen.

ARNICA (Arnika). Im Grunde genommen ist Arnica das erste Mittel bei allen Verletzungen und Blutungen, Verstauchung sowie Quetschung. Dementsprechend sollte man auch beim Radfahren oder Wandern immer ein Desinfektionsspray, ein Pflaster sowie Arnica dabei haben.

ARSENICUM ALBUM (Arsen). Arsenicum hat sich bei Reisedurchfall bewährt. Weiter Anwendungsgebiete sind rennende Schmerzen im Magen mit Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und starke Schwäche. Gleiches gilt, wenn der Geruch und der Anblick von Speisen unerträglich sind. Grundsätzlich sind die Betroffenen durstig, ängstlich, unruhig und fröstelig.

BRYONIA (Zaunrübe). Byronia soll bei Hexenschuss und Kreuzschmerzen im Urlaub helfen. Vor allem wenn jede Bewegung den Zustand verschlimmert oder sich die Beschwerden entwickeln sich langsam. Meistens sind Patienten auch schlecht gelaunt und wollen ihre Ruhe. Ebenso kann man Byronia bei trockenem Husten mit stechenden Schmerzen einsetzen.

CANTHARIS (spanische Fliege). Das Akutmittel Cantharis hilft bei Blasenentzündung – mit häufigem Harndrang, blutigem Harn sowie heftigen, brennenden Schmerzen der Harnorgane. Cantharis hilft aber auch bei akuter Verbrennung mit Blasenbildung und Insektenstichen, die brennen und jucken.

BELLADONNA (Tollkirsche). Belladonna hilft bei Sonnenstich. Ebenso bei Sommergrippe mit Halsweh, trockenem Husten, pochenden Kopfschmerzen. Fieber mit viel Schweiß, rotes Gesicht.

COCCULUS (Kokkelskörner). Cocculus gilt als Hilfe für Kinder und Erwachsene, denen beim Autofahren leicht schlecht wird und oft an Reisekrankheit und Seekrankheit mit Schwindelgefühl leiden.

Bei ausbleibender Besserung oder Verschlechtern sollte man rasch einen Arzt aufsuchen!

DULCAMARA (Bittersüß). Dulcamara ist nützlich bei Problemen mit Klimaanlagen. Anwendungsgebiete sind beispielsweise Ohrenschmerzen und Neuralgien durch Zugluft. Auch Dulcamara hat sich bewährt bei Blasenentzündung als Folge von nassem Badeanzug.

FERRUM PHOSPHORICUM (Eisenphosphat). Die kommt bei Ohrenentzündung; leichtem Fieber mit wenig Schweiß, wellenförmige Beschwerden und häufigem Nasenbluten zum Einsatz.

HEPAR SULFURIS ( Kalkschwefelleber). Bei Entzündung mit oberflächlicher Eiterung z.B. nach Verletzung; au0erdem bei stechenden Schmerzen im Hals sowie großer Kälte- und Zugluftempfindlichkeit.

LEDUM (Sumpfporst). Ledum soll helfen bei Insektenstichen aber auch nach anderen Stich- und Schnittverletzungen, die sich entzünden. Weiter nach Verstauchungen, bei denen Kälte und Hochlagern gut tut.

NUX VOMICA (Brechnuss). Nux vomica gilt als Mittel gegen Jetlag. Es ist auch ein gutes Katermittel nach zuviel Essen, Alkohol, Rauchen, langem Aufbleiben. Ebenso kann es bei grippalem Infekt mit verstopfter Nase, trockenem Hüsteln sowie mit krampfhaften Magen- und Darmbeschwerden nützlich sein.

RHUS TOXICODENDRON (Giftsumach). Dies kommt zum Einsatz bei Hexenschuss und Gliederschmerzen infolge von Verrenken, Verheben, körperlicher Überanstrengung oft gepaart mit Durchnässung (Schweiß) und Abkühlung. Die Schmerzen sollten bei fortgesetzter Bewegung zurückgehen. Es ist auch ein Mittel auch bei brennenden Hautauschlägen wie Herpes, Fieberbläschen etc.

VERATRUM ALBUM (weißer Gerner). Veratrum album hilft bei Brechdurchfall mit kaltem Stirnschweiß, großem Durst sowie Schwindel und Kollapsneigung.

 

Weitere Maßnahmen

Als Ergänzung sollte man auch die eigenen oft bewährten Akutarzneien für die ganze Familie mitnehmen. In den Urlaub kann man die Arzneien in kleinen Etuis in Glasröhrchen verpackt mitnehmen und bei Bedarf nachfüllen. Im Grunde genommen sollte man diese licht-, hitze- und strahlengeschützt aufbewahren. Im Falle einer Flugreise sollte die homöopathische Reiseapotheke in den Koffer kommen und nicht in das Handgepäck. Denn die üblichen Durchleuchtungsgeräte können die Mittel in der Wirksamkeit beeinträchtigen.


Quelle:

Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin, Initiative Homöopathie hilft! Dr. Gloria Kozel, Allgemeinmedizinerin und Homöopathin. http://www.homoeopathie.at/

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