10 Jahre Stimmforschung im Freiburger Institut für Musikermedizin

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Anlässlich 10 Jahre Stimmforschung im Freiburger Institut für Musikermedizin wird in einer aktuellen Studie die Stimme von Hochleistungssängern untersucht.

 

Seit 10 Jahren wird nunmehr Stimmforschung am Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) durchgeführt. Das Institut ist eine gemeinsame Einrichtung der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und der Musikhochschule Freiburg, die am heutigen Tage ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Geleitet wird das FIM von Prof. Dr. Claudia Spahn und Prof. Dr. Bernhard Richter. Prof. Dr. Matthias Echternach, Oberarzt am Institut für Musikermedizin, hat es sich gemeinsam mit Prof. Richter mit zum Ziel gesetzt, wissenschaftlich die Frage zu klären, wie die Stimme bei Hochleistungssängern entsteht.

50 Sänger analysiert

In den Studien, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden, konnten mittlerweile nahezu 50 Sänger analysiert werden, hierunter viele, die regelmäßig an den führenden internationalen Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York, den Bayreuther Festspielen oder der Staatsoper Unter den Linden Berlin auftreten.

Die Studien wurden vor allem mittels dynamischer Kernspintomographie (MRI) durchgeführt. Für die Durchführung und Optimierung der Bildgebung besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Medizinische Physik der Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg (Leiter Prof. Dr. Jürgen Hennig) und der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Freiburg (Prof. Dr. Horst Urbach).

„Dadurch, dass Magnetresonanztomographie keine Röntgenstrahlung hat, sind die Untersuchungen für die Probanden nach heutigem Stand der Wissenschaft unbedenklich. Der Einblick, den uns die Sänger gewähren, ist hierbei einzigartig und lässt uns das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen, nämlich seine Stimme, besser verstehen“, erläutert Prof. Echternach.

In einem Interview, das der Münchner Merkur mit dem weltweit bekannten Bariton Michael Volle führte, der auch an den Studien teilnahm, bemerkte der Sänger: „Zuallererst ist man total verblüfft. Ich hatte ja null komma null Ahnung … Viele Feinheiten und Details über den gesamten Kopf- und Halsbereich waren mir absolut neu.“ Das angefügte Video einer solchen MR-Aufnahme (https://www.youtube.com/watch?v=TpCF-05VEKk) hatte in nur vier Tagen nach Erscheinen auf YouTube bereits über 200.000 Aufrufe.

 

Freiburger Musikermedizin mit Lehr-DVD

Neben der Stimmforschung hat die Arbeitsgruppe um die Freiburger Musikermediziner Spahn, Richter, Pöppe und Echternach eine Lehr-DVD verfasst, in der diese Technologie auch für das Verständnis der physiologischen Abläufe bei Blasinstrumentalisten angewendet wurde (https://www.youtube.com/watch?v=4Xo63XrllxQ). Neben den Analysen mittels MRI, untersucht die Arbeitsgruppe auch die Stimmlippenschwingungen mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen von 20.000 Bildern pro Sekunde. Hierdurch wurde es erstmalig möglich, auch sehr hohe menschliche Stimmlagen, wie etwa bei der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte, zu analysieren.

Mittlerweile hat die Arbeitsgruppe um Echternach und Richter bereits über 50 Publikationen zur Stimme in Peer Review-Journalen, zumeist auf Englisch, veröffentlicht. Zuletzt erschien eine frei zugängliche Publikation in dem wissenschaftlichen Journal PLOS ONE, in dem die Lautstärke bei Hochleistungssängern untersucht wird.

Originaltitel der Studie: Morphometric Differences of Vocal Tract Articulators in Different Loudness Conditions in Singing. Link zur Studie: http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0153792

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