Zimt reduziert Blutzucker

0

Zimt reduziert Blutzucker, Triglyceridwerte sowie Gesamt- und LDL-Cholesterin und spielt eine potenziell präventive Rolle bei Metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes.

Zimt ist ein wirkungsvolles Naturheilmittel, dass die Blutzuckerwerte und den Cholesterinspiegel senken kann. Zimt ist aber auch ein wärmendes Gewürz, dass den Stoffwechsel anregt, was beim Abnehmen unterstützend sein kann. Grundsätzlich ist Zimt auf jeden Fall bei vielen Beschwerden und Erkrankungen ein hervorragendes und schmackhaftes Gewürz, das bei verschiedenen Therapien positive additive Effekte erzielt. Sogar bei Krebs, Schlaganfall und Alzheimer Demenz wird ihm positive Wirkung unterstellt.

 

Zimt reduziert Blutzucker bei Typ-2-Diabetikern

Die bekannteste und vermutlich wichtigste Eigenschaft des Zimts ist seine blutzuckersenkende Wirkung: etwa ein halber Teelöffel Zimt führt zu einer deutlichen Reduktion der Blutzuckerwerte bei Diabetikern. Diese etwa eine Dekade alten Ergebnisse einer bekannten US-Studie haben nichts an Gültigkeit verloren. Selbst die Zugabe einer Zimtstange in den Tee erzielt bereits gute Wirkung.

Die Entdeckung beruhte weiland allerdings auf einen Zufall,denn untersucht wurden allgemein die Auswirkungen von weitverbreiteten Lebensmitteln auf den Blutzucker. Beim schmackhaften mit viel Zimt gewürzten Apfelkuchen wurden die Wissenschaftler dann fündig, denn im Vergleich zu Apfelkuchen ohne Zimt fiel der Anstieg des Blutzuckerspiegels sehr moderat aus. 
Diese Beobachtung wollten die Forscher wissenschaftlich überprüfen und starteten eine Pilotstudie, in die Patienten mit Typ 2 Diabetes eingeschlossen wurden, die ein, drei oder sechs Gramm Zimt in Kapselform täglich nach dem Essen als Nahrungsergänzung erhielten.
Innerhalb von einigen Wochen waren die Blutzuckerwerte der Zimt-Gruppe durchschnittlich um 20 Prozent niedriger als jene der Kontrollgruppe und die Triglyceridwerte, das Gesamt- und des LDL-Cholesterins im Blut waren geringer. Einige Teilnehmer erreichten weiters sogar normale Blutzuckerwerte. Nach Studienende stiegen die Blutzuckerwerte wieder an. Eine weitere Studie bestätigte die Ergebnisse, wie in der ersten Studie war aber auch hier kein Einfluss auf den HbA1c-Wert, der als Langzeitblutzuckerspiegel gilt, erzielt werden.
Zimtextrakt kann nach heutigem Stand des Wissens als pflanzliches Diätetikum bezeichnet werden, das zur adjuvanten Therapie bei Diabetes Typ 2 bzw. auch bei metabolischem Syndrom sinnvoll eingesetzt werden kann.

 

Eines der ältesten Gewürze der Welt im Profil

Spricht man von Zimt, so meint man in den meisten Fällen die Rinde des tropischen Zimtbaumes denken, der heutzutage in riesigen Plantagen angebaut wird. Zur Zimternte schneidet man die Zweige des Zimtbaumes ab, sodass die Bäume meist nicht bis zu ihrer potentiellen Größe auswachsen. Der Zimt kann aus dem Stock neue Äste austreiben, ab seinem dritten Jahr kann ein Baum abgeerntet werden. Nach der Ernte wird die Rinde getrocknet, wodurch die Zimtstangen entstehend, die dann gemahlen das Zimtpulver ergeben.

Zimt wird gemahlen als typisch braunes Pulver, im Ganzen als zusammengerolltes, röhrenförmiges Zimtstange oder als Zimtblüten im Handel angeboten. Zur Gewinnung von Zimtöl werden kleinere Äste und auch die Blätter verwendet, wobei dieses ätherische Öl in der Parfümerie und zur Likörproduktion eingesetzt wird. Jüngste Forschungsergebnisse lassen aber vermuten, dass Zimtöl insektizide und mikrobizide Wirkung hat.

Zimt ist für uns vor allem ein sehr leckeres Gewürz als Zugaben zum Kaffee, verschiedenen Süssspeisen und vor allem auch zum weihnachtlichen Lebkuchen.
Bei der Wirksubstanz von Zimt handelt es sich um die wasserlösliche Polyphenolverbindung MHCP. Bei Versuchen im Reagenzglas imitierte MHCP Insulin, aktivierte so seinen Rezeptor und arbeitete synergetisch mit dem Insulin in Zellen.

 

Zimt und seine Nebenwirkungen: Ceylon-Zimt zu bevorzugen

In Zimt ist das als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. Speziell im billigeren, aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt – auch als chinesischer Zimt bezeichnet und vor allem in Fertigprodukten verarbeitet – sind oft sehr hohe Dosen enthalten.

Ceylon-Zimt unterschiedet sich erheblich von Cassia-Zimt: der Cumarin-Anteil beim billigen Cassia-Zimt ist 100-mal höher und liegt bei etwa 2 g Cumarin pro Kilogramm, beim Ceylon-Zimt befinden sich nur etwa 0,02 g Cumarin in der gleichen Menge.

Der bei uns gültige TDI-Wert (tolerable daily intake‚ tolerierte Tagesdosis) von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag kann eigentlich nur überschritten werden, wenn täglich große Mengen an zimthaltigen Lebensmitteln verzehrt würden. Bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 15 kg wäre laut einer Berechnung der TDI-Wert bei einem täglichen Verzehr von 6 Zimtsternen oder 100 g Lebkuchen ausgeschöpft.

Die angebliche Gefährlichkeit von Cumarin bei normalen Gebrauch von Cumarin hältigen Gewürzen wurde bis dato aber nicht belegt oder auch nur beobachtet. In allen Untersuchungen trat eine Gesundheit schädigende Wirkung erst nach extremen Überdosierungen bei Versuchen an Ratten auf.

In diesen Tierversuchen wurde dabei herausgefunden, dass Cumarin bei Überdosierung Kopfschmerzen, bei extremen Überdosierungen sogar Leberschäden, Leberentzündungen und Krebs verursachen kann. Ähnliche Untersuchungen am Menschen gab es aber eben natürlich keine.

Dennoch wird für den Hausgebrauch empfohlen, den teureren Ceylon-Zimt zu verwenden, der wegen des geringen Cumarin-Gehalts als unbedenklich gilt. Die Lebensmittelindustrie setzt hingegen vor allem Cassia-Zimt ein – auch wegen des angeblich hervorragenden Geschmacks. Auch überstehe angeblich das typische Zimtaroma von chinesischem Zimt den Backprozess besser – so erklärt das das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Quellen:

http://dst.sagepub.com/content/4/3/685.full.pdf – ein umfassender, wissenschaftlicher Überblick

http://care.diabetesjournals.org/content/26/12/3215.abstract – Link zur Pilotstudie

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18234131

Share.

About Author

MEDMIX Online-Redaktion

Blick in den Newsroom der MEDMIX Print- und Onlineredaktion in Zusammenarbeit mit AFCOM – Verlag und Medienproduktionen.

Comments are closed.