Zahl an HIV-Infektionen steigt

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Die EU und die Europäische Wirtschaftsregion EEA sind die einzigen Regionen weltweit, in denen die Zahl an HIV-Infektionen steigt.

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember gibt es gemischte Botschaften. Laut der EU-Agentur „Europaen Centre for Disease Prevention and Control“ sind die EU und die Europäische Wirtschaftsregion EEA die einzigen Regionen weltweit, in denen die Zahl an HIV-Infektionen steigt. Grund dafür ist die Tatsache, dass viele HIV-Patienten spät diagnostiziert werden und bis dorthin unwissentlich HI-Viren an andere weitergeben. Auch erleben Betroffene laut einer Umfrage durch das Institut ViiV Healthcare immer noch eine Stigmatisierung. Gleichzeitig erhöhen immer bessere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten die Lebensqualität Betroffener.

Dazu Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig: „Dank der mit hohem Aufwand und unter hohem Risiko entwickelten Arzneimittel ist HIV heute eine chronische Erkrankung. Ohne sie wäre HIV heute immer noch tödlich. Gleichzeitig ist die Krankheit eine große Belastung für jeden einzelnen Betroffenen. Daher ist es umso wichtiger, dass alles getan wird, um Infektionen gar nicht erst passieren zu lassen bzw. zumindest die Verbreitung durch möglichst frühe Diagnosen einzudämmen.“

Die pharmazeutische Industrie arbeitet beständig daran, die Behandlungsoptionen zu erweitern bzw. zu verbessern: 29 Wirkstoffe wurden seit der Entdeckung des AIDS-Virus HIV im Jahr 1983 entwickelt, 1991 kam das erste HIV-Medikament für Kinder auf den Markt. Damit steht heute eine Vielzahl an Kombinationstherapien zur Verfügung. Seit 2006 ist es möglich, diese Kombinationen in nur einer Tablette zu integrieren. Dazu Huber: „Die Forschung hört nicht auf, denn letztlich gilt es, Resistenzen zu verhindern und weiter daran zu arbeiten, die Krankheit heilbar zu machen.“

Jedes einzelne Arzneimittel, das neu auf den Markt kommt, ist ein Erfolg, denn die Arzneimittelentwicklung bleibt bei HIV genauso wie bei vielen anderen Krankheiten ein Hochrisikogeschäft, in dem herbe Rückschläge immer wieder hingenommen werden müssen. „Umso wichtiger ist es, den Nutzen eines Arzneimittels in den Vordergrund zu stellen und nicht immer nur auf dessen Preis zu fokussieren“, so Huber.

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