Wirkungen und Nebenwirkungen der Traubensilberkerze

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Um Überdosierungen zu vermeiden, sollten Traubensilberkerze-Präparate qualitativ hochwertig und kontrolliert sein und exakt nach Vorschrift eingenommen werden.

Europäische Siedler lernten beim Zug in den »Wilden Westen« auch die Heilpflanze Cimicifuga racemosa kennen und machten sie später in Europa bekannt.Schon die ersten Arzneibücher Nordamerikas führten die Traubensilberkerze Cimicifuga racemosa an. Extrakte aus der Traubensilberkerze – Cimicifuga racemosa –werden nun seit vielen Jahrzehnten zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden erfolgreich eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind die symptomatische Linderung rheumatischer Schmerzen, Husten, Magenkrämpfe und Dysmenorrhoe.

Über die Auszüge aus dem Wurzelstock der auch Schlangenwurz genannten Pflanze existieren genügend wissenschaftliche Studienergebnisse, sodass mehrere Traubensilberkerze-Präparate als anerkannte, gut dokumentierte und sichere Arzneimittel zur Behandlung klimakterischer Beschwerden zugelassen sind, weiters gibt es eine hohe Zahl nicht zugelassener Traubensilberkerze-Präparate in der EU.

Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren

Der Wirkmechanismus von Traubensilberkerze-Extrakten ist bis heute nicht endgültig geklärt. Sie enthalten Inhaltsstoffe, die nicht Phytoestrogene im engeren Sinn sind, aber als Phyto-SERMs (selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren) wirken und in Abhängigkeit vom Zielorgan und der jeweiligen Konzentration endogener Hormone östrogenagonistisch oder -antagonistisch wirken können.

Während in den Reproduktionsorganen keine oder eher antiöstrogene Wirkungen beobachtet werden, spricht vieles für (wünschenswerte) östrogenagonistische Effekte auf den Knochenstoffwechsel.

Unabhängig von den Östrogenrezeptor-vermittelten Aktivitäten binden Inhaltsstoffe der ­Traubensilberkerze an verschiedene Rezeptoren im ZNS. In tierexperimentellen Untersuchungen zeigten sich bei Ratten Verhaltensänderungen, die eine zentralnervöse, dopaminerge Wirkkomponente zu bestätigen scheinen. Dabei stehen sich die beiden Theorien keinesfalls kontradiktorisch gegenüber. Sie ergänzen sich vielmehr und helfen, das breite Wirkungsspektrum der Traubensilberkerze-Extrakte zu verstehen.

Leberschäden durch Überdosierung bei Traubensilberkerze

Vor einigen Jahren gab es gelegentlich Meldungen zu möglichen hepatischen Nebenwirkungen der Traubensilberkerze. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ging weiland diesen Hinweisen nach hatte ihre Ergebnisse in einem Untersuchungsbericht veröffentlicht. Bei den als möglich oder wahrscheinlich bewerteten Verdachtsfällen hatten die Patientinnen deutlich – bis zu 25-fache Menge – überhöhte Tagesdosen eingenommen. Möglicherweise hat es sich dabei auch um hochdosierte Zubereitungen gehandelt, die nicht als Arzneimittel zugelassen waren.

Um Überdosierungen zu vermeiden, sollten Cimicifuga-Arzneimittel aus einer sicheren, kontrollierten Vertriebskette – wie aus der Apotheke – bezogen und genau nach Vorschrift eingenommen werden. Weiters sollten Ärzte ihre Patienten aktiv nach der Verwendung von Cimifuga racemosa rhizoma befragen und bei Verdacht auf hepatische Nebenwirkungen sollten diese gemeldet werden.

Weitere Informationen:

Behandlung von klimakterischen Beschwerden

Peri- und Postmenopause

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Lena Abensberg

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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