Positive Wirkung der Cannabinoide bei Rheumapatienten nicht bestätigt

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Trotz Berichte zur positiven Anwendung der Cannabinoide gibt es keine wissenschaftliche Evidenz, um deren Einsatz bei Rheuma-Erkrankungen zu rechtfertigen.

Eine wissenschaftliche Bestätigung über eine positive Wirkung von Marihuana, Haschisch, Cannabis bei rheumatischen Erkrankungen bleibt weiterhin aus. In einer aktuellen Untersuchung konnte nicht evaluiert werden, ob Cannabinoide – insbesondere Marihuana – einen therapeutische Nutzen für Patienten mit rheumatischen Beschwerden bringen. Über das Vorab-Ergebnis dieser umfassenden Literatur-Recherche hatte MEDMIX bereits berichtet.

 

Cannabinoide und Rheuma-Patienten Kaum Untersuchungen zu

Es gibt kaum wissenschaftliche Nachweise für die sinnvolle Verwendung der Cannabinoide bei rheumatischen Erkrankungen. Faktum ist, dass es bis zum heutigen Tag keine einzige kontrollierte Studie zur Anwendung von Marihuana beziehungsweise Cannabis gibt. Kannadische Forscher unter der Leitung von Dr. Mary-Ann Fitzcharles von der McGill University Health Centre in Montreal kamen zu diesem Resümee, nachdem sie dementsprechende medizinische Literatur bis weit zurück in die 1940er Jahre durchforsteten. Das Experten-Team fand nur vier kleine Studien über eine kurzfristige Anwendung von zwei bis acht Wochen, wobei insgesamt 201 Patienten eingeschlossen waren – veröffentlicht wurden die Studien in den Jahren 2006, 2008, 2010 und 2012.

Eine Studie mit Patienten mit Osteoarthritis wurde vorzeitig beendet, weil die Wirkung der Cannabinoide nicht von Placebo unterschieden werden konnte. In den drei anderen Studien, in denen die Gefahr der Befangenheit groß war, konnten geringe Auswirkungen zu Schmerzlinderung und Schlafförderung beobachtet werden, die Rate an Nebenwirkungen war aber beträchtlich.

 

Cannabinoide bei Rheuma derzeit nicht zu empfehlen

Dr. Fitzcharles schloss daraus: „Bezugnehmend auf den gegenwärtigen wissenschaftlichen Stand können Rheumatologen den Einsatz der Cannabinoide grundsätzlich nicht empfehlen – somit auch nicht medizinisches Marihuana als therapeutische Option für rheumatische Patienten.“

Dr. Fitzcharles hat aber auch darauf hingewiesen, dass in Tier- und Laborstudien sehr wohl mögliche Vorteile der Cannabinoide im Management von Schmerzen und Entzündungen entdeckt wurden, der wissenschaftliche Nachweis beim Menschen ist aber ausstehend – aber auch erforderlich für die Rechtfertigung einer solchen Therapie. „Es bedarf dringend weiterer wissenschaftlicher Forschungen zum Thema, um die wahre Rolle der Cannabinoide bei rheumatischen Erkrankungen bestimmen zu können“, sagte die Expertin abschließend.

Quelle:

Fitzcharles M.-A., Ste-Marie P. A., Häuser, W. et al.: Efficacy, tolerability and safety of Cannabinoid Treatments in the Rheumatic Diseases: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Arthritis Care & Research

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Axel Rhindt

MEDMIX-Redaktion, AFCOM Digital Publishing Team

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