Wie Vitamin K2 auf den Knochen wirkt

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Vitamin K2 scheint in Verbindung mit Vitamin D und Kalzium eine wichtige Rolle bei Osteoporose und deren Prävention zu spielen.

Immer mehr Studienergebnisse zeigen, dass Vitamin K2 in Verbindung mit Vitamin D und Kalzium eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Osteoporose und der Osteoporosevorbeugung spielen kann. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass ein Mangel an Vitamin K2 zu einer geringeren Knochendichte und einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen bei älteren Frauen führt. Hingegen kann der Knochenabbau bei Osteoporose durch grosse Mengen an Vitamin K2 unterdrückt und die Knochenbildung wieder angeregt werden werden. Vitamin D steuert aktiv die Kalzium-Resorption aus dem Darm ins Blut. Kalzium gilt als Grundbaustoff der Knochen, der über die Nahrung im Darm aufgenommen wird.

 

Mehrheit erleidet einmal im Leben einen osteoporotischen Knochenbruch

Etwa jeder zweite Europäer erleidet im Laufe des Lebens zumindest einen osteoporotischen Knochenbruch. Osteoporose – eine der häufigsten Volkskrankheiten, die aufgrund des steigenden Alters in der westlichen Bevölkerung weiter an Bedeutung gewinnen wird – ist eine schleichende, von Ärzten und Patienten häufig lange nicht erkannt Erkrankung, auch weil Frakturen an den Wirbelkörpern häufig keine deutlichen Beschwerden verursachen. Weiters fühlen sich viele Patienten nach behandelten und ausgeheilten Knochenbrüchen wieder völlig gesund – bis es zum nächsten Sturz und dem nächsten Knochenbruch kommt.

Mit jedem Wirbelbruch nimmt die Vitalkapazität der Lunge ab und die Rundrückenbildung zu. Die Betroffenen können nicht mehr gerade schauen, passen in keine Kleidung mehr und trauen sich aus Angst vor erneuten Stürzen und Brüchen nicht mehr aus dem Haus. Sie ziehen sich zurück, neigen zu Isolation, Depression und werden zunehmend immobil. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie bereits vor dem Auftreten der ersten Fraktur wäre wünschenswert. Allerdings bekommt nur jeder fünfte Patient nach einem osteoporotischen Knochenbruch eine adäquate medikamentöse Therapie. Ein weiteres Problem ist die geringe Compliance von weniger als 15 Prozent nach einem Jahr.

 

Etablierte Therapieoptionen

Etablierte Osteoporosetherapien hemmen entweder den Knochenabbau (z.B. Hormonersatztherapie, Bisphosphonate, Denosumab) oder fördern den Knochenanbau (z.B. Teriparatid). Basis jeder Behandlung ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Viele Patienten stehen jedoch insbesondere der Einnahme von Kalzium skeptisch gegenüber, weil sie befürchten, dass dadurch Gefäßverkalkungen gefördert und in der Folge das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht werden könnte. Diese Ablehnung ist speziell unter Patienten verbreitet, die bereits Herzkreislauf-Erkrankungen oder z.B. Nierensteine hatten.

 

Was Vitamin K1 und Vitamin K2 bewirken

In den letzten Jahrzehnten mehren sich die Hinweise, dass Vitamin K gemeinsam mit Vitamin D eine wichtige Schlüsselrolle dabei spielt, Kalziumanlagerungen in Gefäßen und Geweben zu verhindern bzw. sogar aus diesen zu lösen und in den Knochen zu leiten. Vitamin K kommt in zwei Formen vor:

  • Vitamin K1 ist v.a. in grünen Gemüsesorten enthalten, wird größtenteils in der Leber gespeichert und ist ein Schlüsselfaktor für die Blutgerinnung. Interessanterweise wurde beobachtet, dass Patienten, die Blutgerinnungshemmer erhalten, zu Gefäßsklerose und einer ungünstigen Knochenzusammensetzung neigen.
  • Vitamin K2 wird größtenteils durch Darmbakterien fermentiert und im Dickdarm aufgenommen. Es zeigte sich, dass beispielsweise Japaner, deren Ernährung traditionell reich an Vitamin-K2-hältigen fermentierten Sojabohnen ist , deutlich weniger Knochenbrüche erleiden (Kaneki M et al., Nutrition 2001;17:315-321).

Vitamin K ist für die Karboxylierung sogenannter GLA-Proteine erforderlich (Knapen 2013). Das karboxlierte Matrix GLA-Protein verhindert extraossäre Verkalkungen, z.B. in Blutgefäßen und den Nieren. Das karboxylierte Bone GLA-Protein – auch Osteocalcin genannt – führt zu einer vollständigen Mineralisierung des Skelettsystems und entfaltet auch eine günstige Wirkung auf die Knochengeometrie (im Tiermodell).

Quelle:

Statement » Krankheitsbild Osteoporose: Studiendaten zur Wirkung von Vitamin K2 auf den Knochenstoffwechsel « von Univ.-Doz. Dr. Astrid Fahrleitner-Pammer, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie, Medizinische Universität, Graz, Tagungspräsidentin des Osteoporoseforums St. Wolfgang, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Knochen- und Mineralstoffwechsel:

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