Wie Knoblauch Herz und Gefäße unterstützt

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Verschiedene gefäßaktive Effekte ermöglichen, dass Knoblauch Herz und Gefäße unterstützen kann – geringe Schwefelwasserstoff-konzentrationen sind das Geheimnis.

Forscher haben in den letzten Jahren neue Wirkmechanismen im Zusammenhang mit den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Knoblauchs entdeckt – besonders zu den positiven Auswirkungen der Einnahme von Knoblauch und der Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen. So wurde entdeckt, dass bei der Verdauung von Knoblauch Schwefelwasserstoff entsteht, der in geringen Konzentrationen dafür sorgt, dass Knoblauch Herz und Gefäße positiv unterstützt. US-Experten erklärten, dass die Kapazität der Freisetzung von Schwefelwasserstoff aus Knoblauch ein möglicher Maßstab für die Standardisierung der empfohlenen täglichen Aufnahme von Knoblauch sein könnte.

 

Knoblauch bewährt als Nahrungsmittel und als Heilpflanze

Seit Jahrtausenden ist Knoblauch als Gewürz beliebt. Doch bereits in Steinzeit bzw. Antike – in Ägyptern, den Indien, Phönizien sowie bei den Römern und Griechen – wurde Knoblauch auch als Heilpflanze eingesetzt. Ein Knoblauchrezept in Keilschrift geht auf die Jahre um 3000 v. Chr. zurück. Um 1600 v. Chr. wird in einem altägyptischen Papyrus der Einsatz von viel Knoblauch und Zwiebeln beim Bau der Pyramiden dokumentiert. Dies sollte die Arbeiter einerseits für die harte Arbeit leistungsfähig und gesund halten bzw. eine allgemeine Steigerung der Arbeitskraft bringen, und andererseits sollten Knoblauch und Zwiebeln auch gegen die im gesamten Orient verbreiteten Amöbenruhr wirken. Seit damals ist Knoblauch in den mediterranen Regionen stark verbreitet und sehr beliebt, die Türken brachten ihn in nördlichere Gebiete, von Wien aus wurde dann die Verbreitung von Knoblauch in Europa fortgesetzt.

 

Wie Knoblauch Herz und Gefäße helfen kann

In der Medizin wird Knoblauch als Zusatztherapie bei erhöhten Blutfettwerten und präventiv gegen altersbedingte Gefäßveränderungen angewendet. In experimentellen und / oder klinischen Studien konnte – durch verschiedene Wirkungen – Knoblauch Herz und Kreislauf aber auch Immunsystem im Zusammenhang mit Infektionen unterstützen.

Wirkungen von Knoblauch

– antibakteriell, antimykotisch und antiparasitär
– lipidsenkend, vasodilatativ, mild antihypertensiv und antioxidativ
– Hemmung der Thrombozytenaggregation
– Blutungs- und Gerinnungszeit verlängernd
– die fibrinolytische Aktivität steigernd
– das Aflatoxinwachstum hemmend
– präventiv gegen Arteriosklerose
– antikanzerogen
– Anti-Malaria-Effekte

Im Laborversuch wurde beispielsweise Knoblauch mit menschlichen roten Blutkörperchen in Kontakt gebracht. Dadurch wurde Schwefelwasserstoff abgesondert, der vor allem an der Membran der Erythrozyten gebildet wurde – und nur in geringem Maße in den Zellen. US-Wissenschafter entwickelten deshalb einen polarographischen Sensor für Schwefelwasserstoff, der es ermöglichte, dass in der Ratten-Aorta H2S-Konzentrationen messbar sind.

Bei hohen Sauerstoff-Konzentrationen zeigte Schwefelwasserstoff gefäßverengende Effekte, bei physiologischen niedrigen Schwefelwasserstoff-Konzentrationen konnte hingegen eine schnelle Gefäßentspannung beobachtet werden. In diesem Zusammenhang wurde bereits 2001 gezeigt, dass Schwefelwasserstoff der erste gasförmige Öffner ATP-abhängiger Kaliumkanäle der Gefäßmuskelzellen ist.

Schwefelwasserstoff scheint also in geringen Konzentrationen offenbar schützend für die Gefäßzellen zu sein – höhere Konzentrationen von Schwefelwasserstoff sind hingegen toxisch.

Quelle: Knoblauch Herz Gefäße. MEDMIX 8/2007.

 

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Lena Abensberg

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